Chateau Capbern 2020

Capbern

Chateau Capbern 2020

97+
100
2
Cabernet Sauvignon 69%, Merlot 29%, Petit Verdot 1%, Cabernet Franc 1%
5
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2050
Verpackt in: 6er OHK
9
strukturiert
saftig
pikant & würzig
3
Lobenberg: 97+/100
Pirmin Bilger: 19/20
Jeb Dunnuck: 94–96/100
Falstaff: 94/100
Wine Enthusiast: 93–95/100
Gerstl: 18+/20
6
Frankreich, Bordeaux, Saint Estephe
7
Allergene: Sulfite
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Capbern 2020

97+
/100

Lobenberg: Dies ist das zweite Weingut von Calon Ségur, es besitzt Kies- und Sandböden mit etwas Lehm und ein paar Kalkstein Einsprengseln. Insgesamt 38 Hektar von denen 29 ha unter Reben stehen, die durchschnittlich 20 Jahre alt sind. Die Erziehungsform ist Doppel-Guyot mit Dichtpflanzung von 8.000 Stock/ha. Seit vielen Jahren ist Capbern, was früher Capbern Gasqueton hieß, so stark im Aufwind und so stark in der Annäherung zu Calon Ségur. Calon Ségur wurde vor vielen Jahren von den Besitzern von Capbern gekauft, so wurden die beiden Château vereint, die Weinberge gehen ineinander über. Château Capbern wird umgeben von Phélan-Ségur und grenzt an Montrose und Tronquoy Lalande. Es ist also wirklich allerbestes Terroir. Das Team von Calon Ségur arbeitet auch auf Capbern. Die Assemblage 2020: 69 Prozent Cabernet Sauvignon, 29 Prozent Merlot, ein Prozent Cabernet Franc und ein Prozent Petit Verdot. 14 Volumenprozent, die Säure liegt bei 3,35 und der pH-Wert bei 3,85. Im Jahr 2020 wurden nur 33 Hektoliter pro Hektar gelesen. Die Vergärung erfolgt spontan, der Ausbau zu 60 Prozent in neuem Holz. In der Nase schwarze Frucht, intensiv, aber nicht harsch, sondern reif. Schwarze Kirsche, ganz viel süßes Cassis mit Brombeere. Hocharomatisch, aber sehr fein dabei. Nichts Raues, einfach nur eine dunkle, schwarze Wolke. Das setzt sich nahtlos im Mund fort. Hohe Reife, satte Tanninmassen, aber total poliert. Wow, da ziehen sich die Augen zusammen, die Zunge rollt sich! Das hat Intensität, das hat Spannung und Vibration. Und es ist schwarz. Schwarze Kirsche mit Brombeere, mit schwarzer Paprika – die es natürlich nicht gibt. Aber es hat so gar nichts Unreifes. Es ist hochreif, es ist von der Cabernet dominiert und es ist von schwarzer Frucht dominiert. Das ist Saint-Estèphe mit einer ganz feinen Süße, mit einem süßen Schwänzchen am Ende. Große, salzige Länge auf Schwarzkirsche am Ende. Und alles in hoher Reife. Das ist ein traumhafter, archetypischer Saint-Estèphe, wie ich ihn mir kaum archetypischer vorstellen kann. Grandiose Harmonie, große Frische. Aber über allem eben diese Balance zwischen dieser immensen Frucht, dieser hohen Aromatik und diesem hedonistisch-geschmackvollen, coolen Trinkfluss. Wow, das ist ein Muss-Kauf! 97+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

19
/20

Pirmin Bilger über: Chateau Capbern

-- Pirmin Bilger: 69% Cabernet Sauvignon, 29% Merlot, 1% Cabernet Franc und 1% Petit Verdot, 14.1% Alkohol, ausgebaut rund 18 Monate in 60% neuen Barriques. Pirmin Bilger 19/20

94–96
/100

Jeb Dunnuck über: Chateau Capbern

-- Jeb Dunnuck: Readers looking for an off-the-charts value should snatch up the 2020 Château Capbern, which emerges from the same team as Calon Ségur. Offering a vivid bouquet of cassis, leafy tobacco, violets, damp earth, and chocolate, it hits the palate with medium to full-bodied richness, perfectly ripe fruit (not overripe, not underripe), ultra-fine, integrated tannins, and the mix of freshness and richness that’s part of all great wines. It’s a hidden gem in Saint-Estèphe. 94-96/100

94
/100

Falstaff über: Chateau Capbern

-- Falstaff: Mehr Bordeaux zu diesem Preis als bei diesem Nachbarn von Calon-Ségur unter selber Leitung ist kaum vorstellbar. Dezentes boisée, reifer Merlot (Kakaobohne) trifft pfeffrigen, cassisfruchtigen Cabernet. Im Mund wie Samt und Seide, fein fließend, reif integrierte Säure, ein Wein aus einem Guss. Dürfte nach fünf Jahren trinkbar sein und mühelos 20 Jahre halten. 94/100

93–95
/100

Wine Enthusiast über: Chateau Capbern

-- Wine Enthusiast: Barrel Sample. Ripe and smoky, this is a wine with some serious tannins. The wine's power is mitigated by its acidity and bright freshness. The wine presents stunning Cabernet Sauvignon black fruits that will allow it to age. Roger Voss 93-95/100

18+
/20

Gerstl über: Chateau Capbern

-- Gerstl: Diesem Wein habe ich lange kaum Beachtung geschenkt, mit dem Ergebnis, dass wir vom genialen 2018er kaum etwas bekommen haben. Beim 19er waren wir dann aufmerksam und jetzt können wir wenigstens eine kleine Menge kaufen. Ich bin darüber sehr glücklich, denn alleine dieser himmlische Duft macht, dass ich unbedingt ein paar Flaschen davon haben muss. Das ist purer Charme, das ist ein sinnliches Fruchtbündel der himmlischen Art. Auch am Gaumen, was ist das doch für ein unglaubliches Bijou, in Sachen Trinkvergnügen ist das oberste Kategorie, der Wein ist ganz einfach superlecker. 18+/20

Mein Winzer

Capbern

Dies ist das zweite Weingut von Calon Ségur, es besitzt Kies- und Sandböden mit etwas Lehm und ein paar Kalkstein Einsprengseln. Insgesamt 38 Hektar von denen 29 ha unter Reben stehen. Die Bestockung ist 52% Cabernet Sauvignon, 46% Merlot, 2% Petit Verdot mit knapp 20 Jahre alten Reben.