Chardonnay Wehlener Klosterberg* trocken

Markus Molitor

Chardonnay Wehlener Klosterberg* trocken 2019

frische Säure
mineralisch
fruchtbetont
94–95
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß
14,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2039
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 94–95/100
6
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chardonnay Wehlener Klosterberg* trocken 2019

94–95
/100

Lobenberg: Markus Molitor hat einen Teil dieser Chardonnay-Reben schon 1997 im Wehlener Klosterberg gepflanzt, dann in den letzten 10 Jahren verstärkt nachgepflanzt. Seit 2018 gibt es den Chardonnay erstmalig und auch gleich als Einstern, also High Level. Es liegt auf der Hand, dass Chardonnay-Pflanzungen durch die Klimaerwärmung gerade in Deutschland immer besser geeignet sind. Eine neue Erfahrung ist es allerdings, dass man ihn – wie hier – auf Schiefer und weit nördlich, eben an der Mosel, kultiviert. Aber schon der Pinot Blanc von Markus Molitor ist sicherlich einer der besten Pinot Blancs Deutschlands. Warum soll ihm das mit dem Chardonnay – zumal er ihn schon viele, viele Jahre vinifiziert – nicht auch gelingen? Gerade er, der Reben-Flüsterer?! Die Nase ist im ersten Angang extrem weißfruchtig. Nur ein leichter Hauch gelbe Frucht darunter. Tolle Blumenwiese in der Frühlingsblüte. Sehr viel weißer Pfirsich und eine sehr schöne cremige, weiße Melone. Weiße Williams Birne, reif. Feine Salznote an der Seite. Weiße Mineralik. Schiefer, aber eigentlich an Kalkstein erinnernd. Eine feine Spur Zitronengras darunter und weiße Johannisbeere. Dann erst kommt mit Luft auch immer mehr gelbe Frucht. Mirabelle, Reneklode, Nektarine und saftige Quitte. Toller Zug im Mund, das fällt als erstes auf. Famose Frische. Obwohl er zum Teil im neuen Holz gelegen hat, ist das Holz kaum präsent. Leichte Vanillenote, aber minimal. Der Wein tendiert geschmacklich auch durchaus etwas zum Weißburgunder, weil er diese weiße Cremigkeit hat, die an Kreide erinnert. Dazu Salz zum süßen weißen Pfirsich und weiße Birne. Wieder das Zitronengras aus der Nase. Leicht kandierte Limettenspur an der Seite. Und immer mehr gelbe saftige Frucht. Alles im kreidigen Salzbett landend. Erst nach und nach gesellen sich auch üppige, fast fette Fruchtnoten dazu. Eine fast grünlich anmutende, sehr frische, knackige Aprikose hält mit Gestein zusammen die Frische. Dann kommt satter Orangenabrieb, ein Hauch gezuckerte Mandarine und eine recht deutliche Salzspur im Finale. Tolle Frische, die ich so gar nicht vermutet hätte. Ein intensiver und sehr eigener Chardonnay, der mit dieser Mosel-Stilistik vielleicht ein ganz klein wenig an Südtirol, an Lageders Löwengang Chardonnay, erinnert. Auch ein Touch Jura, aber nur am Rande die warmen Noten aus Burgund, Chassagne Montrachet, auch ein Huber-Touch aus Baden. Sehr schicker, straighter, fokussierter und fester Chardonnay mit sicherlich guter Lebenserwartung. Aus dem Stand fast großer Stoff, aber das war auch nicht anders zu erwarten, wenn Markus ihn aus dem besten Pinot Blanc auskoppelt. Der Wein steht noch nach zwei Minuten und er schlägt aus dem Stand den Pinot Blanc Einstern. Im Gegenteil: Er hat ein Format, das eigentlich schon etwas mehr in Richtung Dreistern geht. Ich bin schwer beeindruckt! So eine Art von cool-climate Chardonnay passt hervorragend nach Deutschland. So eine kühle Stilistik wie aus hohen Berglagen. Grünsalzige Aprikosenkerne im Finale. Chapeau Markus! Du hast den Beweis erbracht, in dieser Moselregion, mit deinem Kenntnisstand, aus alten Reben und Steillagen, fast alles zaubern zu können. Nun noch einen fantastischen Chardonnay... 94-95/100

Mein Winzer

Markus Molitor

Als der blutjunge Markus Molitor 1984 mit 20 Jahren das Weingut an der Mosel vom Vater übernahm, fing er praktisch bei Null an; ohne jede eigene Anbaufläche. Also harte Maloche auf gepachtetem Rebland.

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