Friedrich Becker

Chardonnay Mineral 2015

mineralisch
voll & rund
95–96
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß
13,5% Vol.
Trinkreife: 2018–2030
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 95–96/100
Gerstl: 20/20
Pirmin Bilger: 20/20
Falstaff: 95/100
Suckling: 94/100
Gault Millau: 93/100
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chardonnay Mineral 2015

95–96
/100

Lobenberg: 2014 gab es keinen Mineral. Der wurde in den normalen subsummiert. Erst wieder 2015. Von zwei Kalkböden geerntet, die aus zwei verschiedenen Lagen stammen. Schwere tonige Lehmauflage. 25 Jahre alte Reben. Das ist für Chardonnay schon recht beachtlich. Weinberge mit 5000-6000 Stock bepflanzt. Friedrich Becker hat diese Reben schon Anfang der 90ger Jahre gepflanzt. Da war es noch nicht erlaubt, er hat sie zwangsweise als Weißburgunder deklariert. Später konnte er sie dann entsprechend richtig benennen. Das Holz kommt von Francois Freres als Hauptfasslieferant. Sehr gutes französisches Holz. Gutes Holz gibt es allerdings nur, wenn man direkt bestellt, und nicht über den Zwischenhandel nachkauft. Die Trauben werden komplett entrappt, angequetscht und dann gibt es eine Maischestandzeit, je nach Jahrgang und PH-Wert von kürzerer oder tagelanger Verweildauer. Dann Vergärung spontan im Barrique. Die Nase ist eine wunderschöne Mischung aus reifem Pfirsich, Birne, und eben diesem feinen Toasting des Holzes. Die Nase gaukelt einen ganz milden Mund vor. Weich, blumige Aromatik, auch ein bisschen Flieder, weiße Blüten. Sehr schick. Der Mund ist dann allerdings richtig zupackend. Die Säure ist fast dramatisch hoch (etwas über 7), der Wein hat unglaublich viel Gripp, Dampf und Kraft im Mund, ohne dabei fett zu sein. Geschliffen, fein, spielerisch, aber knackig von seiner Mineralität. Kalkstein, Salz, es kommen auch Renekloden, Orangenabrieb, etwas Mandarine, Zitronengras, deutliche Teenote. Das hat im Mund deutlich mehr Frische und Bumms als in der extrem charmanten Nase. In 2015 deutlich weniger Fässer mit BSA, auch keine Batonnage. Säure und Power voll erhalten. 2014er wurde auch deshalb deklassiert, weil Fritz diesen weichen, üppigen, fetten Stil nicht mochte. Und 2015 haben wir eben entsprechende Knackigkeit. Stilistisch sicherlich an Macon angelehnt. Pouilly-Fuissé in extrastark. Lang anhaltend, über 2 Minuten verweilend. Das ist ein Chardonnay mit richtig Nachhall. Ein Chardonnay weg vom Mainstream. Sehr eigenwillig. 95-96/100

20
/20

Gerstl über: Chardonnay Mineral

-- Gerstl: Diese Mineralität ist schlicht genial, der Wein duftet wie ein grosser Burgunder der Domaine Leflaive, ganz feine Frucht, irre Komplexität. Gebündelte Kraft am Gaumen, die Aromatik ist schlicht traumhaft, cremig weicher Fluss, edle Rasse, das ist gebündelte Raffinesse, ein unglaublich sinnlicher, edler Chardonnay burgundischen Stils, und er schwebt förmlich über den Gaumen, pure Eleganz. Wir haben einmal firmenintern eine kleine Blindprobe mit einigen der allerbesten Chardonnay unseres Sortiments gemacht. Sieger war dieser Wein, knapp vor einem Batard-Montrachet der Domaine Leflaive und dem Chardonnay von Gantenbein. 20/20

20
/20

Pirmin Bilger über: Chardonnay Mineral

-- Pirmin Bilger: Der Name ist hier Programm. Welch betörend mineralischer Chardonnay Duft - von einem anderen Stern. Nach zarter frischer Zitrusfrucht duftend, welcher an die grossen Burgunder Chardonnays sehr nahe kommt. Ich erinnere mich immer wieder all zu gerne an unsere firmeninterne Blindprobe, bei welcher dieser Chardonnay gewonnen und andere grosse Namen hinter sich gelassen hat. Am Gaumen diese explosive Frische, diese puristische Eleganz und erhabene Mineralität. Die Frucht ist ganz fein und zart im Hintergrund - geprägt von edler Aromatik und Qualität. Es ist unbeschreiblich wie blitzsauber und klar dieser Wein daher kommt. Der gehört ganz klar zu den besten Chardonnays die ich kenne und wird alle Lieberhaber von puristisch mineralisch geprägten Weinen viel Genuss und Freude bereiten. 20/20

95
/100

Falstaff über: Chardonnay Mineral

-- Falstaff: Dichte und sehr mineralische Nase mit Noten von Zündholz, Feuerstein, feinem Rauch, Glutkohle, dezente Frucht (Aprikose), man meint, den Kalk riechen zu können. Am Gaumen gut balanciert, fein verwoben und die mineralische Spannung betonend. Sehr lang, edel und hoch veranlagt. Salzig im Finish, verdient seinen Namen, vibriert vor Mineralität. 95/100

94
/100

Suckling über: Chardonnay Mineral

-- Suckling: The very flinty rather closed nose that suggests this still needs some time to open up. However, this is a concentrated and sophisticated wine that proves Germany can play in the global first league for this grape. As it aerates more and more, candied citrus emerges long and elegant on the mineral finish. Comparable with a Premier Cru white Burgundy. 94/100 Stuart Pigott

Mein Winzer

Friedrich Becker

Friedrich Becker gehört seit vielen Jahren zu den besten Winzern Deutschlands. Als er 1973 das elterliche Weingut übernahm, trat er sofort aus der Winzergenossenschaft aus. Friedrich Becker war ehrgeizig und ist es bis heute geblieben. Seit dieser Zeit gilt auf Weingut Friedrich Becker das Augenmerk...