Lobenberg: Ein Schaumwein aus einer Einzellage in Saint-Peray, 600 Meter Hochlage. Es ist der höchstgelegene Weinberg in Saint-Peray. Die Reben stehen unweit der Ferienhütte der Familie Pic, der berühmten 3-Sterne-Köchin aus Valence. Ihr gehört auch das Land, auf dem die Reben stehen. Deshalb ist auch ein Großteil der Produktion exklusiv für ihre weltweiten Restaurants reserviert. Wir dürfen durch good will von Chapoutier eine einzige Palette nach Deutschland holen. Es ist purer Granitfelsen, der Ausläufer des Massif Central, quasi die Verlängerung von Saint-Joseph und Cornas, nur über eine steile Serpentinenstraße zu erreichen. Der Grundwein wird lange in Demi-muids auf der Hefe ausgebaut, dann geht es zur traditionellen Flaschengärung. Fünf Jahre Hefelager und dann Brut Nature degorgiert. Der Le Pin ist sehr straff und trocken ausgelegt, schon im Duft ein Athlet aus Hochlage. 100 Prozent Granit, das ist 100 Prozent Chapoutier, der Boden, den sie in der Domaine am meisten lieben und dem sie überall auf der Welt folgen. Ich mag die Sparklings aus Saint-Peray sehr gerne und bin wirklich froh, dass sie dank einer kleinen Gruppe (fünf!) Von Produzenten, unter anderem Alain Voge und Chapoutier, eine Renaissance erfahren. Denn diese Schaumweine haben genug Kraft, um auch ein ganzes Menü zu begleiten, sind aber weniger säurereich als viele Champagner. Die Spannung kommt über die salzige Mineralität des Granits und die feinen Bitterstoffe aus Zitronenschale. Quittenbirne und Salbeibutter im Mund, mit köstlicher Cremigkeit vom Hefelager und dem Holzausbau, von dem man aromatisch kaum etwas vernehmen kann. Eine perfekte Alternative zu Champagner – und unter anderen Voraussetzungen sogar auf Augenhöhe. Tolle Substanz am Gaumen, steht richtig satt und salzig auf der Zunge, ist dabei viel energetischer und saftiger als ich das von einem Rhône-Schaumwein erwartet hätte. Das ist großer, superspannender Stoff für Schaumwein-Trüffelschweine!