Chapoutier: Cornas Lieu-dit Saint-Pierre 2024

Chapoutier: Cornas Lieu-dit Saint-Pierre 2024

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Syrah 100%
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2031–2053
Verpackt in: 6er OHK
Lobenberg: 97–98/100
Decanter: 92/100
Frankreich, Rhone, Nordrhone
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Cornas Lieu-dit Saint-Pierre 2024

97–98
/100

Lobenberg: Ab Jahrgang 2023 wurde der Cornas Saint Pierre erstmals in der Sub der Lieu-dit-Selection von Chapoutier angeboten und damit in den Stand der allerbesten Lagen erhoben. Und auch 2024 zeigt sich, warum. Der Wein wächst auf 450 Metern, einer höchsten Weinberge von Chapoutier im Rhônetal, sogar noch höher gelegen als Saint-Peray. Es ist der maximal kühlste Ausdruck von Cornas mit genialem Ausblick über Vienne. 2024 ist ein so schickes Jahr, wie eine Turbovariante des kühlen 2021. Wir sind ähnlich fein und saftig in der Aromatik, aber haben durch kleine Erträge mehr Druck und eine gewisse positive Austerität. Es ist eine sehr kleine Produktion, besonders in 2024, aber generell immer. Der Boden ist quasi purer Stein, weißer Granit nahezu ohne Erdauflage. Total entrappt, dann in unbehandeltem Beton vergoren für 10 Tage, anschließend noch für einen Monat auf den Schalen mazeriert. Malolaktik und Ausbau in einer Mischung aus Fudern und Barriques mit geringem Neuholz von 20 Prozent. Der Wein reift bis zu 18 Monate in den Fässern. Wir gehen in einen ganz feinen, kühlen und fast schroff-steinigen Mineralausdruck. Das ist Nordrhône pur. Das schwarze Cornas in Reinform, wie am Granitstein lecken. Der Wein ist von der Nase bis in den Mund so unglaublich poliert, trotz seiner brachialen Mineralität. Ein bisschen Minze mit Granitstaub und warmem Stein, Brombeerstrauch und aromatische Kräuter wie Lorbeer und auch Zedernholz. Die beerige Süße von Cornas deutet sich nur in Nuancen an, es bleibt ein Steinwein par excellence. Kühl und doch ein Maul voll Wein. Ein Syrah so fein wie ein Chambertin! Das ist für Nordrhône-Insider und fortgeschrittene Syrah-Freaks.

Jahrgangsbericht

Wir springen in den letzten Jahren zwischen Jahrgängen der Moderne, wie 2020 und 2022, die heiß und extrem trocken sind, und solchen Jahren wie 2019, 2021 und 2024, die eher klassisch anmuten und vergleichbar kühl sind, wie es in den 1990er Jahren war. Der ganz große Unterschied ist, dass die besten Winzer heute ein Klima, vergleichbar mit vergangenen Jahrzehnten mit kühlen, regenreichen Sommern, später Lese und moderater Traubenreife, durch ihren genialen Weinbau viel besser ausbalancieren können. Aber das ist eben nur bei den Besten der Fall – da trennt sich die Spreu vom Weizen immer mehr. Viel Manpower, Laubarbeit, gestaffelte Lese, Schnelligkeit und rigoroses Sortieren machen dann den Unterschied zwischen Weltklasse und mittlerer Katastrophe – das gilt vor allem für die Südrhône. Für uns als Händler heißt das noch kompromissloser Einkaufen und sich weiterhin nur auf die handwerklich besten Winzer und großen Lagen zu fokussieren… Gerade die späte Lese und die daraus resultierende lange Hangzeit am Stock brachten aus diesem etwas kühleren, feuchteren Sommer bestenfalls ein so gigantisches Aromenfeuerwerk hervor, dass ich manchmal aus dem Staunen nicht herauskam. So eine aromatische Wucht! Solch einen dramatischen Druck und einen Reichtum an feinsten Facetten habe ich absolut nicht erwartet. Aber die ersten Primeurs 2024 bei den Großmeistern der Rhône wie Tardieu, Chapoutier, Ferraton, Clos des Papes und Co haben mich vielfach umgehauen! *** Südrhône – durchwachsen, aber spannend: 2024 war an der Südrhône geprägt von extrem hoher Feuchtigkeit im Winter wie im Frühling und auch der Sommer war eher durchwachsen. Extrem viel Mehltau-Befall bei Grenache und noch mehr bei Mourvèdre war die Folge. Dementsprechend gab es extrem kleine Ernten, weniger als 50 Prozent eines Normaljahres. Nur die sehr alten Reben bei gleichzeitig sehr späten Lesezeitpunkten brachten hervorragende Ergebnisse. Das setzte perfektes Terroir voraus. Trennte sich schon 2023 die Spreu vom Weizen, so gibt es 2024 im Süden vielleicht weniger als 10 Prozent echte Top-Erzeuger; 90 Prozent scheinen qualitativ eher mittelmäßig geraten zu sein. Die Rotweine der Region um Châteauneuf fallen eher hellfarbig aus, deutlich von der Grenache geprägt: beschwingt, duftig und fein. Weniger Power, sondern aromatisch-tänzelnde und alkoholärmere Weine mit zum Teil grandioser Aromatik. Die Allerbesten können eine Reminiszenz an große Weine aus dem Jahr 1978 sein. Wirklich grandios, satt in der Farbe, dennoch alkoholarm, fein, blumig verspielt und aromenstark sind aber eher die besten Weine aus Gigondas vor Rasteau und Vacqueyras mit grandios ausfallenden Syrah-Anteilen, die das kühlere 2024 mehr mochte. Auch die Villages Séguret und Vinsobres sind stark im Kommen! *** Nordrhône 2024 – Syrah-Weltklasse wie 2010: Maxime Chapoutier, Sohn der Rhône-Legende Michel Chapoutier, vergleicht den Jahrgang 2024 an der Nordrhône am ehesten mit 2010 – diesem kühlen, hochmineralischen, brachial fokussiert geradeaus laufenden und in der Jugend etwas unnahbar-steinigen Charakter. Und wer heute das Glück hat, die bestbewerteten 2010er Rhône-Weine im Glas zu haben, bekommt einen Vorgeschmack, wie überragend sich die 2024er in bester Trinkreife dann präsentieren können. Einige der besten 2024er brauchen sicher etwas mehr Zeit, sind in der Jugend nicht so opulent-charmant wie 2023 oder 2022, sondern von vornherein feiner, seidiger, rassiger und energetischer ausgelegt. Sie sind unglaublich fein und elegant, dennoch wahnsinnig dicht verwoben, mit engmaschigen, seidig-üppigen Tanninen. 2024 ist wirklich ein so schickes Jahr wie eine reifere Turbovariante des kühlen 2021 mit einem Touch der großen 2019er drin. Die Weine zeigen eine überraschend hohe Farbdichte, mit viel Violett. Schon daran sieht man, dass es trotz Kühle und moderatem Alkohol alles andere als ein dünner Jahrgang ist. Viele pfeffrige Noten, samtig-dichte und wollüstige Tannine. Üppige, beeindruckende Rotweine ohne viel Fett, aber dennoch tief, reif und fein, dabei bei sehr moderatem Alkohol eine gewaltige innere Dichte. Moderner Weinbau trifft das Klima der 1990er Jahre – großes Kino. *** Für die Weißen deutet sich gar ein durch die Bank grandioses Jahr an – deutlich feiner und rassiger als das mediterrane 2022, eher wie 2021 mit 2019, also ziemlich Best of the Best. 2024 kann im Weißwein-Bereich sicher unter den größten Jahren rangieren, da sind sich die meisten Winzer jetzt schon einig.

92
/100

Decanter über: Cornas Lieu-dit Saint-Pierre

-- Decanter: Vibrant in colour, this is showing blueberry and violet aromas. It’s medium-bodied but with quite tight, grippy, grainy tannins. Perhaps it lacks just a bit of concentration compared to some of the domaine’s other Sélection Parcellaires cuvées, and the tannins aren't quite as ripe, but it has well balanced acidity. It might take on weight with maturation, however. These grapes were the last to be harvested, on 4 October, as it's a very windy site. The vines are massale selection from Les Bessards; oldest vines are 25 years old, and it saw 10% whole bunch.

Mein Winzer

Chapoutier

Seit der Gründung im Jahre 1808 hat jede Generation aus dem Hause Chapoutier auf eigene Weise dazu beigetragen, ihre Weine zu weltweiten Spitzenprodukten zu entwickeln. Das größte bisheriges Wagnis war die komplette Umstellung der Produktion der Einzellagen auf biodynamischen Weinanbau. Hier wacht...

Cornas Lieu-dit Saint-Pierre 2024