Bienenberg Chardonnay Großes Gewächs 2017

Bernhard Huber Bienenberg Chardonnay 2017

Limitiert

Zum Winzer

98–100
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2020–2040
Verpackt in: 6er OHK
9
voll & rund
mineralisch
fruchtbetont
3
Lobenberg: 98–100/100
Elias Schlichting: 97–100/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Bienenberg Chardonnay Großes Gewächs 2017

98–100
/100

Lobenberg: Der Malterdinger Bienenberg Chardonnay besteht aus drei Weinbergen. Zum Teil bereits 1955 mit Elsässer Klonen bepflanzt. Und die beiden anderen Weinberge sind Burgunder-Klone, gepflanzt in den 90ger Jahren. Die Selektion als Großes Gewächs oder eben nur als Chardonnay Alte Reben passiert schon im Weinberg. Entsprechend ist der Chardonnay Alte Reben kein Zweitwein, sondern ein vorherbestimmter, eigenständiger Wein. Der Bienenberg wird als Ganztraube auf einer Spindelpresse gepresst. Dadurch bekommt er eine leichte Phenolstruktur von den Schalen. Die spontane Vergärung und der Ausbau auf der Vollhefe erfolgen komplett im Barrique mit einem Neuholzanteil von 30%, der Rest ist gebrauchtes Barrique. Im Bienenberg Chardonnay gab es circa 40% Mengenverlust durch Frost in 2017. In diesen Wein gehen nur die ältesten Rebbestände mit sehr niedrigen Erträgen ein, diese Reben aus alter Pflanzung stehen noch nicht in Dichtbestockung, sondern bei 7.000 bis 8.000 Stöcken/ha. Die Nase ist die üppigste der Weißweine bei Huber, aber durch die hohe Intensität nicht durch Fett. Zunächst leicht reduktiv, sehr rauchig, rassig, leicht gelbfruchtig, Pfirsich, mit feinem Zitruseinschlag, Zitronengras, reife Limette, Minze, leicht grünliche Elemente in rassiger Frische zeigend, man spürt den Stil der eher knackigen, frühen Lese von Julian Huber. Der Mund zeigt es noch deutlicher, unglaublich viel Gripp, während wir beim Alte Reben eher im Meursault Stil sind, ist der Bienenberg eher ein Puligny Montrachet 1er Cru, wir werden einerseits deutlich kraftvoller und gleichzeitig deutlich feiner. Gott, ist das ein schöner Chardonnay, der zieht sich unendlich lang und ist so kühl, rassig und von grünlicher Frische und dabei zugleich mit so reifer Fruchtstruktur. Gelbe, frühgelesene Frucht, Pfirsich, auch hier leicht zitrisch, Zitronengras, aber auch ein kleiner Hauch roter Früchte, weiße und rote Johannisbeere, ein paar Mandeln. Julian Huber liest wirklich so früh, dass zwar die phenolische Reife gegeben ist aber die Minimalgrenze für ein Chardonnay GG von 90 Oechsle geradeso erreicht werden. Deshalb gibt es hier keinerlei Exotik, keinerlei tropische Frucht, sondern wir bleiben präzise und fokussiert mit enormem Hang zur Geradlinigkeit. Reminiszenz an den großen Chardonnay Jahrgang 2008 im Burgund, großer Stoff, großer Wein, aber bitte ein paar Jahre weglegen. 98-100/100

97–100
/100

Elias Schlichting über: Bienenberg Chardonnay Großes Gewächs

-- Elias Schlichting: Direkt beim ersten Hineinriechen wird klar, das ist ein Top-Chardonnay. In Rauch eingehüllte Kreide und Graphit, zarte, vereinnahmende Reduktionsnoten, wie sie sonst eher Winzer auf der anderen Rheinseite forcieren. Die Frage ist immer wie man das bewertet, ich liebe diese Noten, aber es muss gekonnt, maßvoll und mit Meisterhand augewogen sein damit es passt. Und bei Julian passt es, wird sogar jedes Jahr besser, 2017 ist ein Top-Jahr für seine weißen Burgundersorten gewesen, auf Grund der Spannung, des kompromisslosen Säuredrucks und der glaskaren Aromatik. Einfach eine bestechende Balance. Feine Zitronenschale, milde Limette, unreife Birne, insgesamt eine unglaublich dezent-elegante, mineral- und reduktionsgetragene Anmutung. Der Mundeintritt ist ein Meursault mit etwas weniger Gewicht, etwas leichtfüssiger, filigraner wirkend als von der Côte d’Or, hier spürt man Julians feines Händchen, kein Gramm zu viel. Mit dem Antritt eines Sprinters zieht sich die zitruslastige Frucht über den Gaumen, gesalzene Limette, unreife Aprikose, grüne Quitte, einschneidend-intensive Säure als Stilelement des athletischen Körpers, bis aufs Äußerste geschärft und geschliffen. Der großartigste Chardonnay, der hier gezeigt wurde, wenn man denn Rasse und Eleganz den Vorzug vor Kraft gibt. 97-100/100

Mein Winzer

Bernhard Huber

Die Geschichte des Spätburgunder in Malterdingen begann vor über 700 Jahren, als die Zisterziensermönche die aus dem Burgund stammenden Reben dort pflanzten.