Spätburgunder Malterdinger rose Ortswein 2020

Bernhard Huber: Spätburgunder Malterdinger rose Ortswein 2020

Limitiert

Zum Winzer

95
100
2
Spätburgunder 100%
5
rosé, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2036
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 95/100
6
Deutschland, Baden
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Spätburgunder Malterdinger rose Ortswein 2020

95
/100

Lobenberg: Rosé auf Grand Cru-Level kennen wir von Viña Tondonia, Sylvain Pataille und spätestens seit Aldingers Trollinger-Geniestreich wissen wir, dass es sowas auch in Deutschland gibt. Und jetzt kommt da mit Julian Huber einer meiner besten Burgunderwinzer um die Ecke und tischt ein so geniales Erstlingswerk auf. Reiner Spätburgunder, in gebrauchten Barriques spontan vergoren und ausgebaut. Nur ganz zartes Rosa. Die leicht wilde Nase ist schon im wahrsten Sinne ein Knaller: Zuerst kommt einem die feinrauchige Schießpulverreduktion entgegen, wie wir sie schon von Julians Weißen kennen. Dann kühle Meeresbrise – ja, fast ein bisschen Austernschale, Grapefruit, mit Himbeere und Johannisbeere auch ein deutlich rotbeeriger Einschlag. Im Mund kickt dann die messerscharfe Säure zusammen mit feinem Gerbstoff so richtig rein. Was für ein geniales Spiel mit dieser zupackenden Textur. Charmante Frucht sucht man hier vergebens, das ist ein druckvolles Powerteil. Alles zieht sich zusammen, so ultrapikant ist dieser Rosé, wow! Sauerkirsche, salzige Himbeere, wieder auch etwas Grapefruit, dann aber auch unfassbar viel kalkiger Grip. Kompromisslos karg und salzig-mineralisch, lang und vibrierend. Ein intellektueller, steiniger Rosé mit dem man sich beschäftigen muss. Ich empfehle ihn über den Abend aus großen Gläsern zu trinken und die Entwicklung zu beobachten. Das ist kein simpler Rosé zum wegschlürfen auf der Terrasse, aber das hätte ich von Julian Huber auch nicht erwartet. Dass er mich dann aber so umhaut, hätte ich andererseits auch nicht gedacht. Chapeau, eine echte Bereicherung! 95/100

Mein Winzer

Bernhard Huber

Die Geschichte des Spätburgunder in Malterdingen begann vor über 700 Jahren, als die Zisterziensermönche die aus dem Burgund stammenden Reben dort pflanzten.