Barolo Rocche dell'Annunziata

Renato Ratti

Barolo Rocche dell'Annunziata 2017

tanninreich
strukturiert
saftig
pikant & würzig
95–96
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2051
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 95–96/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Rocche dell'Annunziata 2017

95–96
/100

Lobenberg: 2017 war gekennzeichnet von einer großen Frostperiode im Frühjahr und von einem warmen Sommer mit langer Trockenperiode. Vom Frost wurden vor allem jene Winzer verschont, die Reben in Hochlagen bewirtschaften. Durch die Trockenheit und Wärme stand im Herbst eine deutlich frühere Lese an als normalerweise, teils vier Wochen früher. Das schöne war, dass Anfang September in den Nächten eine große Kühle herrschte. Wir haben also auf der einen Seite einen warmen, reichen, fruchtbetonten Jahrgang wie 2011 oder 2015. Und gleichzeitig haben wir Frische und Kühle durch den kühlen Herbst und somit auch eine hohe Eleganz, mit seidigen Tanninen. Deshalb ist 2017 ist nicht wirklich vergleichbar, weder mit 2011, das die Kühle nicht hatte, und auch nicht mit 2003 oder 2015. Die klimatischen Bedingungen haben 2017 auch dazu geführt, dass sich in Barolo die verschiedenen Höhenlagen etwas annäherten. Der Jahrgang, mit seiner Frische, Finesse und fruchtstarken Aromatik, dominiert in diesem Jahr 2017 deutlich mehr als in Jahren wie 2016 oder später 2019 und 2020. Ratti hat ausschließlich eigene Barolo-Lagen, ausschließlich in La Morra. Die Basis, Marcenasco, ist das alte Wort für Annunziata. Es ist also der Village-Wein. Die vielleicht beste Lage von Ratti ist Conca, die direkt unterhalb des Weinguts an der Südkante von Annunziata liegt. Etwas größer als ein halber Hektar, hier entstehen sehr maskuline und ausdrucksstarke Weine im Stile eine Cerequio. Die dritte große Einzellage ist Rocche dell´ Annunziata, bekannt für hohe Eleganz und Tiefe. Alle Barolo werden klassisch im Stahl über einen Zeitraum von rund 30 Tagen vergoren. Nach der heißen Fermentation werden die Schalen runtergedrückt. Der Ausbau erfolgt komplett in 1200 Liter und 2400 Liter Fässern aus slawonischer Eiche. Also eine ganz klassische Barolo-Machart. Im Herzen von Annunziata liegt der Rocche. Zusammen mit Arborina ist das sicherlich die berühmteste Lage des Orts. Sie liegt auf rund 200 Metern Höhe. Die Weine wurden sehr früh, Ende September, gelesen. Verglichen mit dem Biodynamiker Roberto Voerzio, der zudem mit sehr geringen Erträgen arbeitet, jedoch fast vier Wochen später. Die Nase des Rocche ist weich, üppig und intensiv. Tolle Aromatik. Viel femininer als der Conca. Auch süße Rosenblätter. Im Finale mit viel Kraft und trotzdem auch mit enormer Eleganz. Rattis Barolo sind wirklich sehr elegant, sehr schick und fein. Und deutlich eleganter als die der Nachbarn Altare und Corino. Hier bei Ratti ist die Eleganz sicherlich die Zielsetzung. Schick, fein und zart, seidige Tannine, lecker. Ein toller Speisebegleiter. Dieser Rocche ist auf jeden Fall eine ganz zarte, feine Versuchung. Er hat nicht diese Power des Conca, sondern ist einfach noch eleganter, noch schicker, und bleibt dabei trotzdem intensiv und aromatisch. Eine Ode an die Freude! 95-96/100

Mein Winzer

Ratti

Als wir das erste Mal Pietro Ratti trafen, lernten wir einen eloquenten, charismatischen und warmherzigen Menschen kennen, der uns mit seinen klaren Ideen und Visionen sofort beeindruckte. Vielleicht ein typischer „Piemonteser“ – tief verwurzelt in den Traditionen seiner Region, aber ebenso bereit...

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