Barolo Margheria 2018

Luigi Pira

Barolo Margheria 2018

voluminös & kräftig
seidig & aromatisch
95–97
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2045
Verpackt in: 12er
3
Lobenberg: 95–97/100
Anja Breit: 95/100
Suckling: 94/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo Margheria 2018

95–97
/100

Lobenberg: 2018 war im Piemont ein sehr warmes Jahr mit ausreichend Regenmengen und einer regulären Ernte im Oktober. Ein sehr klassischer Jahrgang, kein grandioses Tannin-Jahr wie 2016, sondern eher delikat und sehr ausgewogen. Im Charakter an 2015 erinnernd, aber nicht ganz so rund und üppig. 2018 ist doch eher wie 2012, mit dieser hohen Eleganz und Verspieltheit. Und obwohl viele Leute von einem heißen und trockenen Jahr reden, weil es vor allem in Bordeaux sehr warm und trocken war, ist 2018 im Piemont kein besonders heißes Jahr. In Summe ist es ein elegantes und florales Jahr, mit einer guten Basis-Konzentration. Nicht so rund wie 2015, ohne die extremen Gerbstoffe von 2016 und nicht so hyperkonzentriert wie 2017. Der vorherrschende Eindruck der feinen und hedonistischen Art entsteht auch durch die Tatsache, dass der Jahrgang leicht verdünnt ist. Es gab etwas größere Mengen als im Durchschnitt, was unter anderem daran liegt, dass es etwas mehr Regen gab als in den Jahren davor. Der Jahrgang ist generell etwas leichter. 2018 ist einfach ein klassisches, aber feines, elegantes, trinkiges und hedonistisches Jahr. Der Vergleich mit 2012 passt wahrscheinlich am besten. Keine extremen Wetterkapriolen, eine trockene Erntezeit im Oktober – so wie es für einen klassischen Barolo oder Barbaresco sein soll. Dementsprechend gibt es sehr elegante und aromatische Weine. Im Grunde ist 2018 das idealtypische Jahr in der Langhe. Bei Luigi Pira wird immer komplett entrappt. Keine Kaltmazeration, normale Vergärung für zweieinhalb Wochen, danach vier bis sechs Wochen natürlich abgesetzt im großen Stahltank, danach geht der Wein für zwei Jahre in 2.500 Liter große gebrauchte Holzfässer, also wenig Holzkontakt, nie neues Holz. Dann noch ein langes Flaschenlager für mindestens ein weiteres Jahr. Die klassische und traditionelle Barolo-Rezeptur, so extrem sonst wohl nur noch bei Bartolo und bei Giacomo Mascarello ausgeführt. Die mittlere Lage des Ortes Serralunga ist Luigi Piras Heimat und Aushängeschild. Die Böden sind stark eisengeprägt und bringen kraftvolle Weine hervor. Direkt unterhalb des Weingutes wachsen seine Reben, das sind die allerbesten Lagen von Serralunga. Das ist schon eine verrückte Situation, auf der einen Seite liegen die Weinberge von Gaja, auf der anderen Seite am Ortsausgang die Weinberge von Giacomo Conterno, und der Mitte, im Filet-Stück, liegen die Weinberge von Luigi Pira. Durch mehrfache grüne Lese hat man bei Pira auch in 2018 die gleichen Mengen wie in 2017 oder 2016 erhalten. Man reduzierte aber gewaltig. Trotzdem ist 2018 natürlich der frischere und feinere Jahrgang. Das liegt auch daran, dass es vor der Ernte häufiger geregnet hat als etwa im trockenen Jahr 2017. Es ist ein filigranes Jahr wie 2012, trotzdem ist es ausreichend komplex. Bei Pira geht die Assoziation generell zu einer etwas intensiveren 2012er- oder einer etwas leichteren 2015er-Ausgabe. Auf jeden Fall anders als viele 2018er. Extrem gelungen und harmonisch. Wenn alle 2018er so wären, dann ist das ein Muss-Kauf, weil es früh zugänglich ist und trotzdem Substanz hat. Der Margheria ist eigentlich immer die Turbo-Version des Serralunga. Ich kaufe ihn immer, weil er diesen Schritt darüber ist und trotzdem die gleiche archetypische charmante Art hat. Der Weinberg liegt fast direkt unter der Kellerei, abschüssig in Südexposition. Ich glaube es gibt kein perfekter gelegenes Weingut als Luigi Pira im Herzen Serralungas. Der Margheria 2018 schlägt den einfachen Serralunga sogar noch im Charmefaktor. So viel satte, süße rote Kirsche mit Erdbeere und Himbeere. So unglaublich fein. Helle Milchschokolade, auch hier Haselnüsse. Im Mund ist der Wein etwas konzentrierter als der Serralunga. Viel Grip, Salz, Kreide und Kalkstein, weißer Lehm kommt durch. Das Terroir spricht aus diesem Wein, trotzdem wahrt er immer noch die Jahrgangstypiziät, das Filigrane, Spielerische und Leichte, die frühe Zugänglichkeit. Dennoch hat er dieses Quäntchen Intensität und Substanz dahinter, die dem Serralugna fehlt, um wirklich Größe zu haben. Aber auch der Margheria bleibt noch easy drinking und wird sicherlich in fünf Jahren schon ziemlich perfekt sein. Er ist nur das Stückchen erwachsener. Gleiche Liga, gleiche Machart, gleiche Ausrichtung. Einfach der Turbo und etwas erwachsener. 95-97/100

95
/100

Anja Breit über: Barolo Margheria

-- Anja Breit: Fassprobe. Mittleres rubinrot im Glas. Bedeutend mehr Intensität als im Serralunga. Reife rote Kirsche, Sauerkirsche, aber auch Himbeere und reife Erdbeere. Extrem floral, feine Rosenblüten und frischer Tabak. Viel Süße in der Nase, ohne schwer zu sein. Alles passt – super Harmonie. Im Mund viel klassisches Serralunga Tannin das wie in einer Welle über die Zunge gleitet, aber es ist so fein poliert, fast wie Puderzucker. Rote Kirsche, etwas Cranberry, mit einer intensiven eisenhaltigen Mineralität. Frisches Fleisch, Rosmarin. Auch etwas Bitterschokolade und Schwarzer Tee. Top Balance! 95/100

94
/100

Suckling über: Barolo Margheria

-- Suckling: Aromas of cherries and raspberries, enriched by perfumed oak. Full-bodied with a dense, silky bead of fruit and tannin that gives good length. The fruit and oak tannins are nicely integrated here, giving a grainy, velvety framework to the wine. The fruit persists nicely. Excellent quality here, but give it another couple of years for even better integration. Best from 2024. 94/100

Mein Winzer

Luigi Pira

Das Weingut Luigi Pira liegt traumhaft schön am Hang eines riesigen Talkessels mitten in Serralunga d’Alba mit vielen der besten Lagen des Barolo.