Barolo

Trediberri

Barolo 2017

BIO

seidig & aromatisch
saftig
pikant & würzig
94
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2023–2039
Verpackt in: 1er
3
Lobenberg: 94/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barolo 2017

94
/100

Lobenberg: 2017 war gekennzeichnet von einer großen Frostperiode im Frühjahr und von einem warmen Sommer mit langer Trockenperiode. Vom Frost wurden vor allem jene Winzer verschont, die Reben in Hochlagen bewirtschaften. Durch die Trockenheit und Wärme stand im Herbst eine deutlich frühere Lese an als normalerweise, teils vier Wochen früher. Das schöne war, dass Anfang September in den Nächten eine große Kühle herrschte. Wir haben also auf der einen Seite einen warmen, reichen, fruchtbetonten Jahrgang wie 2011 oder 2015. Und gleichzeitig haben wir Frische und Kühle durch den kühlen Herbst und somit auch eine hohe Eleganz, mit seidigen Tanninen. Deshalb ist 2017 ist nicht wirklich vergleichbar, weder mit 2011, das die Kühle nicht hatte, und auch nicht mit 2003 oder 2015. Die klimatischen Bedingungen haben 2017 auch dazu geführt, dass sich in Barolo die verschiedenen Höhenlagen etwas annäherten. Der Jahrgang, mit seiner Frische, Finesse und fruchtstarken Aromatik, dominiert in diesem Jahr 2017 deutlich mehr als in Jahren wie 2016 oder später 2019 und 2020. Der Barolo von Trediberri besteht aus 100 Prozent Nebbiolo. Es sind relativ junge Reben, die 2006 auf Kreide- und Kalksteinböden in der Lage Berri gepflanzt wurden. Ein extremes Finesse-Terroir, eigentlich für Pinot Noir gemacht. Hochgelegen zwischen 350 und 420 Metern. Bis zu 8000 Pflanzen pro Hektar stehen hier. Verschiedene Klone, dabei ein großer Anteil an Sélection Massale aus dem eigenen, alten Weinberg im Rocche dell´ Annunziata. Der Ertrag liegt bei unter 40 Hektolitern pro Hektar. Im Keller werden die Trauben zu 100 Prozent entrappt und dann nicht angequetscht, sondern als ganze Beeren in die Gärung gegeben. Leidglich durch die Peristaltikpumpe, die hier anstelle einer normalen Pumpe eigesetzt wird, werden die Beeren ein klein wenig angequetscht. Wir haben also schon einen ganz kleinen Anteil Saft. Bei den unverletzten Beeren vergärt der Saft innerhalb der Beeren, was einen sehr fruchtbetonten Wein ergibt. Also eine Macération Carbonique, bis anschließend die normale alkoholische Fermentation beginnt. Vor der Vergärung läuft für eine Nacht eine Kaltmazeration bei 15 bis 16 Grad. Dann kommt der spontane Beginn der Fermentation. Ein Teil wird mit ein paar Litern der bereits laufenden Barbera-Gärung beimpft. Die Gärung läuft dann zwei bis drei Wochen und findet komplett im Beton statt. Danach gibt es eine weitere Woche Mazeration auf den Schalen. Dann wird soft abgepresst und der Wein geht komplett in großes Holz von 2500 bis 5000 Litern. Die Malo findet unverzüglich in diesen Holzfässern statt. Insgesamt verbleibt der Wein dann 22 bis 24 Monate im Holz, danach geht es in Stahl- und Betontanks. Die große Lehrmeistern und gute Freundin des Weinguts ist Maria Theresa Mascarello vom Weingut Bartolo Mascarello. Dieser Barolo ist biologisch zertifiziert. Der Weinberg Beri hat für Jahrzehnte brachgelegen. Bio pur, ungedüngt und nie behandelt. Nicola konnte zusammen mit seinem Vater und einem weiteren Investor (das sind die tre des Weinbergs Berri aus dem Namen TrediBerri) diesen Weinberg Mitte der 2000er kaufen und ihn dann komplett neu bestockt. Das Terroir ist nicht übermäßig alt, aber diese Helligkeit der Kreideböden macht die große Eleganz, die Fruchtigkeit und die salzige Mineralität aus. Wie ich schon sagte, eigentlich ideales Pinot-Noir-Terroir. 2016 war eigentlich ein wenig untypisch für so einen Pinot-Noir-artigen, leichten und feinen Finesse-Barolo. 2017 kommt dem grundsätzlich mehr entgegen. Erdbeere ist vorne, gefolgt von Himbeere und hellroter Kirsche. Ganz helles Marzipan und ein floraler Touch von weißen Blüten, ein ganz kleinen Hauch Veilchen darunter. Der Mund zeigt eine geniale Frische. 2017er-Säure, so fein, tänzelnd, seidig und poliert. Das Ganze ist sehr verspielt. Der Wein hat nicht den Bums wie 2016, aber er hat die Aromatik und Feinheit, die so sehr zu 2017 passt. Im Grunde ist das ein Barolo, der wie ein leichter Barbaresco daherkommt. Eine Art Chambolle-Musigny aus La Morra. Das ist das Gegenteil eines fetten, maskulinen Barolo. Das ist feminin, leicht, verspielt, mit wunderbarer Frische. Eine Ode an die Freude, ohne den Anspruch zu haben, groß zu sein. Hedonistisch, einfach nur lecker, voller Spiel. Manch einem Barolo-Liebhaber vielleicht zu leicht. Und manch intensiver Nebbiolo aus Valmaggiore kommt mit mehr Kraft daher, das ist sicher. Aber das ist doch nicht die Absicht. Dieser Barolo ist einfach nur schön, feminin und voll raffiniertem Spiel, bei feiner Aromatik. Einfach nur eine Ode an die Freude. Ein Spaßmacher und ein extrem süffiger Wein. Die zweite Flasche kommt rasch danach. 94/100

Mein Winzer

Trediberri

Trediberri, mitten in der Toplage Rocche gelegen, ist mit 1,5 Hektar direkter Nachbar von Roberto Voerzio. Diese 1,5 Hektar sind seit Generationen Familienbesitz. [...]

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