Barbaresco Rabaja 2013

Bruno Rocca (Rabaja)

Barbaresco Rabaja 2013

96–98
100
2
Nebbiolo 100%
5
rot
14,0% Vol.
Trinkreife: 2020–2045
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96–98/100
6
Italien, Piemont
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Barbaresco Rabaja 2013

96–98
/100

Lobenberg: Die berühmteste Lage der DOCG, direkt unterhalb des Weinguts, dass quasi Bestandteil der als Amphitheater ausgerichteten Lage ist. Die Weinbergsarbeit ist biologisch-organisch. Die Weine werden komplett entrappt, fünf Tage kalt mazeriert und danach drei Wochen fermentiert. Die Vergärung geschieht nur mit natürlich Hefen, Spontanvergärung. Der Ausbau erfolgt nur zu 20% in neuen Barriques zu 80% in gebrauchten Fässern. Bruno Rocca verwendet ausschließlich die harte und kleinporige, französische Troncais-Eiche, die dann mindestens 36 Monate getrocknet wurde vor der Zusammensetzung der Fässer und die nur ein ganz leichtes Toasting aufweisen. Das garantiert minimalen Holzeinfluss auf die Weine, die in der Tat kaum Barrique-Töne aufweisen, sondern grundsätzlich die fruchtigsten Barbareschi in der Region sind. In einer Blindverkostung ein Traditionalist, zu verwechseln mit den großen Riservas von Giacosa. Etwas kraftvollere, voluminösere und zugleich verschlossenere Nase als der normale Barbaresco und zugleich deutlich blumiger, kalksteinmineralisch und salzig. Tolle Zwetschge und rote Kirschen, fast ein wenig an einen Bussia Barolo aus Monforte erinnernd. Viel zarte rote Waldfrucht dazu, satte Waldhimbeere, leichter Straßenstaub, Mandel und feinste Lakritze, Veilchen, Flieder, ein bisschen Jasmin, etwas Zimt, reife Pflaume, Minze, Eukalyptus, dann wieder reife, rote Kirschen, sehr mild, verspielt, komplex, aber ultrafein. Im Mund satte süße Frucht, wenn man das bei einem so außerordentlichen Finesse-Barbaresco überhaupt sagen kann, also bitte alles relativ lesen. Viel Druck aus frischer Zwetschge, etwas rote Kirsche und Sauerkirsche mit Hagebutte. Auch ein wenig schwarze Frucht und Blaubeere kommt, gehauchtes Cassis mit Salz und feinster Lakritze, aber immer fein bleibend. Ein leichter Hauch gelber Frucht, Mango, Orangenschale, sogar etwas Aprikose, feines Salz und heller Stein dahinter, auch hier weiße Schokolade, Milchschokolade und Nougat mit Marzipan. Einige Rauchnoten dazu. Dann kommt auch Sanddorn im Mund. Sanddorn mit Orangenschale und Hagebutte. Dann Stockrose, auch Jasmin, noch mehr gelbe Frucht, wieder die Minze und Eukalyptus vom Naseneindruck, viel Salz und steinige Mineralität mit viel frischer und animierender Säure, Zitrusfrüchte und Grapefruit ziehen eine salzbeladene Spur auf die Zunge. Der Wein hat große Länge, ist intensiv tanninreich, ultrapoliert, der ganze Mund zieht sich ob des feinen intensiven Tannins zusammen, die Speicheldrüsen knacken, zweiminütige Nachhallsensation, alles ist deutlich anspruchsvoller als im normalen Barbaresco, was nicht unbedingt leckerer ist, aber individueller und intensiver, auf jeden Fall anspruchsvoller. Easy drinking ist nur der normale Barbaresco, und der hat als 2010 schon Größe! Der Rabaja braucht sicher einige Jahre länger bis zur optimalen Trinkreife, hat aber klar das größere Potenzial. Das Hervorstechendste bei Bruno Roccas Weinen, und das gilt insbesondere für den Rabaja, ist der totale Schliff der Tannine. Kein Bitterstoff, keine Kanten und trotzdem druckvolle Länge und fein verspielte Kraft mit perfekter und intensiver Säure. Das ist die zartere, feinere Version eines ganz großes Barolo, einem großen Burgunder aus Volnay ähnelnd. Hier ist die Finesse des Piemont! 96-98/100