Tempranillo Paso las Manas 2020

Artuke Tempranillo Paso las Manas 2020

Zum Winzer

96+
100
2
Tempranillo 100%
5
rot, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2042
Verpackt in: 6er
9
seidig & aromatisch
strukturiert
3
Lobenberg: 96+/100
Parker: 95/100
Penin: 94/100
6
Spanien, Rioja und Navarra, Samaniego
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Tempranillo Paso las Manas 2020

96+
/100

Lobenberg: Der Wein stammt aus einer Einzellage auf 700 Metern Höhe in der Sierra Cantabria. Eine karge, abgelegene Lage, die isoliert am Hangkopf sitzt. Fast purer Kalkstein und nahezu keine Erdauflage. Spontane Vergärung und Ausbau für ein Jahr im 3500 Liter Holzfuder. Paso las Manas ist spürbar der kargste, steinigste und verschlossenste Wein in der Range von Artuke. Viel zerstoßes Gestein schon im Duft, dazu ätherische, provenzalische Kräuternoten und frische, dunkelrote Frucht. Rauchig, erdig, würzig, weniger auf fruchtigem Charme und viel mehr auf der puren Mineralität laufend. Fast stahlig in der Anmutung und doch bleibt es Tempranillo, zeigt also auch etwas weichere Konturen. Der Mund ist versammelt, konzentriert, von rassiger Gesteinsanmutung und einem kreidigen, ultrafeinen Gerbstoffgerüst eingerahmt. Wunderschöne, glockenklare, präzise geradeauslaufender Fruchtkern von leicht exktraktsüßer Blaubeere und dunkler Kirsche. Viel Salz, hohe Energie, spannungsreich und fesselnd. Paso las Manas ist einer der aufregendsten Weine in der Range, ich finde das ganz großartig. 96+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

95
/100

Parker über: Tempranillo Paso las Manas

-- Parker: The 2020s feel very elegant, and the 2020 Paso Las Mañas, which mentions the Paraje El Chorro in Samaniego where the vines are, is no exception. It has a very lively palate that is effervescent with freshness and chalky minerality, leaving a dry sensation that is very tasty, almost salty. It's young-ish Tempranillo that achieved 13.5% alcohol and kept a pH of 3.42, meaning moderate ripeness, a medium body and very good freshness—a constant across the 2020s. 6,000 bottles were filled in January 2022 after 12 months in 3,500-liter foudre. 95/100

94
/100

Penin über: Tempranillo Paso las Manas

-- Penin: Kirschrot mit violettem Saum. In der Nase rote Früchte und trockene Kräuter. Würzig und balsamisch. Im Mund fruchtig, geschmackvoll, ausgewogen. Trockene, aber reife Tannine, schöne Säure. 94/100

Mein Winzer

Artuke

Artuke ist ein äußerst spannendes Weingut in Banos de Ebro auf der Hochebene der Rioja Alavesa. Denn obwohl es auf einer langjährigen Familiengeschichte basiert, erfinden die beiden heutigen Betriebsleiter Arturo und Kike das Weingut seit einigen Jahren komplett neu.