Pinot Nero 2018

Antinori - Castello della Sala Pinot Nero 2018

Zum Winzer

94+
100
2
Pinot Nero 100%
5
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2031
Verpackt in: 6er
9
seidig & aromatisch
fruchtbetont
3
Lobenberg: 94+/100
6
Italien, Umbrien
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Nero 2018

94+
/100

Lobenberg: Das ist in der Tat einer der ganz großen Weine aus dem Imperium Antinori. Die Vinifikation ist an jene moderner Burgunder angelehnt. Also alle Regler in Richtung Finesse aufgedreht. Die Beeren werden entrappt, dann im Edelstahl mazeriert und kühl gehalten. Malolaktische Gärung im Barrique aus französischer Eiche, Ausbau über 10 Monate und anschließende Reifung im Keller auf der Flasche. Das Bouquet ist duftig. Dunkle Beeren, Veilchen und etwas Cassis. Am Gaumen sanft und beerig, sehr kühl, Die Tannine sind zart im Hintergrund. Man nimmt Sauerkirsche und auch etwas Unterholz wahr im cremig-schmelzigen Pinot Nero. Einer der großen Pinots aus Italien, der es erlaubt im Land zu bleiben und doch großes Burgund zu trinken. 94+/100

Jahrgangsbericht

Nach einem erneut eher milden Winter kamen Austrieb (März) und Blüte (Mitte Mai) wieder recht früh in 2020. Es folgte ein warmer Sommer, der aber weniger extreme Hitzespitzen wie 2019 und 2018 hatte und vor allem durch kühlere Sommernächte eine robuste Säurestruktur erhalten konnte. Häufig wird vergessen, dass Hitze und vor allem Trockenheit nicht nur die Zuckerentwicklung, sondern auch die Säuren und Gerbstoffe durch niedrige Erträge und dicke Beerenschalen aufkonzentrieren. Dieser mediterrane Powersommer hat dem Burgund Mitte August den frühsten Lesestart seit 2003 beschert, dennoch wurden die vollen 100 Tage Reifezeit nach der Blüte erreicht bis zur Lese. Aufgrund der sehr trockenen Verhältnisse waren die Trauben weitgehend kerngesund und vollreif – Fototrauben soweit das Auge reicht! Wohingegen an der Côte de Beaune fast durchschnittliche Mengen Chardonnay geerntet werden konnten, war der Ertrag beim Pinot Noir an der gesamten Côte d’Or durch die winzige Beerengröße geringer noch als im Vorjahr 2019. Die Chardonnays betören mit dem selben imposanten Fruchtdruck und einer Power wie 2019. Sie wirken allerdings schlanker und feiner, auch aufgrund von lebhafteren Säuren, die eher an 2017 denken lassen. Es ist mit 2014 und 2017 ziemlich sicher das beste Weißweinjahr der letzten 10 Jahre. Die Balance der weißen 2020er ist herausragend! Die Pinot Noirs sind etwas weniger einheitlich balanciert. Je nach Terroir und Erntezeitpunkt, changieren sie zwischen bestechender Eleganz, Kühle und Finesse bis hin zu gewaltiger, mediterraner Struktur mit hoher Reife bis hin zur Überreife in einigen Fällen. Die topgesunden Beeren waren dickschalig, klein und kernig und gaben nur widerwillig ihren hochkonzentrierten, hochintensiven Saft preis. Die Fruchtfülle und das Parfüm der roten 2020er ist gewaltig, wie dichte Wolken aus Waldfrüchten und dunkler Kirsche schiebt es tieffarbig und reich aus dem Glas. Die Konzentration ist berauschend, die besten 2020er stellen die exzellenten Vorjahre sogar noch in den Schatten – in der Spitze war absolute Weltklasse möglich in diesem Blockbusterjahr. 2020 ist ein beeindruckendes und großes Jahr, das bei den Top-Domaines mit zum besten zählt, was es in den letzten Jahrzehnten gab. Zurücklehnen und genießen mit den verführerischen Pinots und sich mitreißen lassen von den berauschenden Chardonnays. Die erneut kleinen Erträge und der harte Frost in 2021 erzeugen weiter Mengendruck auf das Burgund und die besten 2020er werden schnell rar und gesucht sein.

Mein Winzer

Antinori – Castello della Sala

Die antiken Wurzeln dieser toskanischen Weinbaufamilie gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Traditionsverbundenheit und innovativer Geist der Familie Antinori haben entscheidend dazu beigetragen, dass das Haus heute den Ruf eines der kreativsten und dynamischten Weinerzeugers in Italien genießt.