Ansgar Clüsserath: Riesling Dhron Hofberger 2024

Ansgar Clüsserath: Riesling Dhron Hofberger 2024

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
11,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2044
mineralisch
fruchtbetont
Lobenberg: 95+/100
Suckling zu 2023: 95/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Dhron Hofberger 2024

95+
/100

Lobenberg: Der Dhron Hofberger ist relativ neu bei Eva im Programm. Der Wein kann sowohl als Dhroner Hofberg als auch Dhron Hofberger gelabelt werden von Eva, ihre Parzelle sitzt aber im historischen Teil des Dhron Hofbergers, der tatsächlich eine andere, alte Gewann ist. Das ist am Scharzhof mit dem Scharzhofberger auch so. Der Hofberg ist die Spitzenlage der Nachbargemeinde von Trittenheim, steil und schieferreich, karger Boden. Dennoch hat er immer etwas mehr Druck und breite Schultern als die sehr feine Apotheke. Es ist ein Tischwein, der dank seiner Konzentration und dichten Frucht spielend neben reicher deutscher Küche steht. Er geht etwas mehr zum Steinobst als die zitrischere Apotheke, weißer Pfirsich, grüne Birne, Anis. Das ist ein sehr schickes Pärchen, die Apotheke mit der unendlichen Limettenfrische, die ein bisschen Limonaden-Charakter hat und einfach süffig und elegant ist, und der reichere, konzentriertere Hofberger macht ebenso viel Freude, ist vom Typ her aber total anders. Große Terroirweine sind beide. Die Apotheke zum Apéro und den Hofberger zum Wildgericht, perfekt!

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Verkostungsnotiz
95
/100

Suckling zu 2023 über: Riesling Dhron Hofberger

-- Suckling zu 2023: The floral beauty and succulence of this dry Mosel riesling are really extraordinary. Impressive concentration of yellow fruit on the medium-bodied palate, a thread of fine tannins underling this sensuality and keeping it properly dry in spite of the wealth of fruit. Drink or hold.

Mein Winzer

Ansgar Clüsserath

Ansgar Clüsserath war schlau, auch im nahen Ort Klüsserath selbst gäbe es anständige Weinberge, aber die besseren sind unbestritten in Trittenheim zu finden, man denke nur an die berühmte „Apotheke“. Der Schwerpunkt wird auf die beste Lage gelegt.

Riesling Dhron Hofberger 2024