Amancio Tempranillo 2021

Sierra Cantabria - Eguren: Amancio Tempranillo 2021

Zum Winzer

98–100
100
2
Tempranillo 100%
5
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2028–2058
Verpackt in: 6er OHK
9
voluminös & kräftig
fruchtbetont
seidig & aromatisch
3
Lobenberg: 98–100/100
6
Spanien, Rioja und Navarra
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Amancio Tempranillo 2021

98–100
/100

Lobenberg: Der 2021er hat eine sehr, sehr feine Nase. Und trotzdem überhaupt nicht zu vergleichen mit der Nase der Weine von Eduardo Eguren auf Cuentavinas. Wir sind hier auch durch das neue Holz und durch die kleinen Erträge in einem ziemlich wuchtigen Bereich unterwegs. Trotzdem ist der Amancio nochmal deutlich feiner als der El Bosque. Fast zärtlich streichelt er die Nase. Die Lakritze ist da, aber nicht so intensiv. Es dominiert die Minze über Eukalyptus, Feige und Assam-Tee. Schöne Süße zeigend mit etwas Blaubeere und süßer schwarzer Maulbeere dahinter. Aber nichts fettes. Etwas Tabakkiste und trotzdem ist das Holz nicht dominant. Die Frucht ist so intensiv! Eine Fülle von samtig-seidigen Tanninen überstahlt alles schon in der Nase. Der Mund changiert sofort Richtung rote Frucht mit Schlehe, Sauerkirsche und schwärzlicher Himbeere. Hohe Intensität ausstrahlend und große Frische. Kühler saftiger Antrunk. Eine geniale salzsteinige Länge. Die tiefe Verwurzelung im Untergrund ist nicht zu leugnen. Was für ein schicker Wein, multikomplex! In seiner Feinheit überstrahlt er El Bosque, aber nicht als besserer Wein, sondern nur, weil er in seiner Art sehr eigenständig daherkommt. Das ist aus meiner Sicht der erste burgundisch daherkommende Wein, auch wenn es für Burgund ein bisschen viel ist. Ziemlicher Blockbuster, aber alles bleibt sehr, sehr fein. 98-100/100 *** Amancio kommt von einem Weinberg mit 16,5 Hektar Reben auf 490 Metern Höhe – 100 Prozent Tempranillo, 1975 von Guillermo Eguren gepflanzt. Also fast 50 Jahre alte Stöcke mit ultrakleinen Erträgen. Der Untergrund besteht aus Sand- und Kalkstein mit einer Auflage aus Lehm und Sand. Biodynamische Bearbeitung. Bosque, Amancio und La Nieta werden auf dem Weingut von 70 Studierenden der nahegelegenen Universität von Hand entrappt. Das nennen die Italiener Uno per uno und ist ein wahnsinniger Aufwand und wirklich phänomenal. Die Studierenden werden mit Wein entlohnt. Anschließend wird im Stahl spontan vergoren. Die Pigeage wird mit den Füßen durchgeführt, wir haben also eine extrem sanfte Extraktion. Ausgebaut in 100 Prozent neuen französischen Barriques. Die 16,5 Hektar Reben ergeben gerade einmal 4.000 Flaschen, geerntet wird in drei Durchgängen und es wird jeweils nur das Allerbeste selektiert. Das ist schon ziemlich extrem.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Sierra Cantabria – Eguren

Am Fuße der Sierra-Cantabria-Gebirgskette, welche die Weinberge vor kalten Winden schützt, liegt die gleichnamige Bodega Sierra Cantabria – eines der Weingüter der berühmten Familie Eguren. Seit mehreren Jahrzehnten verkörpert dieses Aushängeschild der Rioja nun bereits eine Kombination aus...

Amancio Tempranillo