Almirez Tempranillo 2021

Teso La Monja - Eguren

Almirez Tempranillo 2021

voluminös & kräftig
seidig & aromatisch
fruchtbetont
95
100
2
Tempranillo 100%
5
rot
14,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2048
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 95/100
6
Spanien, Toro
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Almirez Tempranillo 2021

95
/100

Lobenberg: Der Wein hat eine ultraschicke, feine, kühle Schwarzkirschnase. Erstaunlicherweise sind wir hier in Toro viel feiner und weniger wuchtig als bei den Rioja-Weinen der Familie Eguren. Almirez ist eigentlich nur schwarze Kirsche – unglaublich fein und schick! Nur minimale Lakritze dahinter, keine Feigenwürze, sondern eher ein bisschen Estragon. Getragen und gezogen mit seidigstem Tannin. Auch der Mund zeigt pure schwarze Kirsche – so viel Burgund! Aber gleichzeitig ist er konzentriert – konzentrierte Finesse, so kann man es am besten beschreiben. Eine wunderbare Säure und Salzspur an der Seite. Aber der Wein bleibt genauso ätherisch und abgespact mit der Schwarzkirsche. Gleichzeitig ist er dicht und intensiv. Wunderbare provenzalische Kräuter und etwas Garrigue kommen durch, aber es bleibt elegant bis zum Abwinken. Die Intensität macht aus ihm aber letztlich einen großen Wein. Und das für unglaublich wenig Geld. Ich glaube, dass dies einer der Preis-Leistungs-Hammer in meinem gesamten Programm ist. Wo gibt es das, einen Wein mit dieser Eleganz, dieser Dichte und mit diesem supergeraden Geradeauslauf? Voll auf Kirsche, Feinheit und Intensität laufend – und das für unter 20 Euro. Irrer Stoff, ich bin begeistert! 95/100 *** Die Weinberge für den Almirez sind zwischen 20 und 60 Jahre alt und liegen auf 700 bis 900 Metern Höhe in Nordexposition. Wir haben in diesem Wein den einzigen 60 Jahre alten Weinberg, in dem die Reben auf amerikanischen Unterlagen stehen, sie sind also nicht wurzelecht. 100 Prozent Tempranillo in biodynamischer Bewirtschaftung. Im Weingut werden die Trauben entrappt und die Maische in offenen Stahltanks vergoren. Die Pigeage wird mit den Füßen durchgeführt, wir haben also eine extrem sanfte Extraktion. Anschließend erfolgt der Ausbau für 14 Monate in französischen Barriques. Es wird nichts gepumpt, alles wird mit Schwerkraft bewegt. Toro steht auf der einen Seite für immense Feinheit, denn nur auf Sandböden erhält man so feine Weine. Gleichzeitig ist es in hier sehr heiß, die Nächte durch die Höhenlagen aber durchaus kalt – ziemlich perfekte Bedingungen also.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.

Mein Winzer

Teso La Monja – Eguren

Die in der Rioja berühmte und alteingesessene Familie Eguren, denen auch die erstklassigen Weingüter Senorio de San Vicente und Sierra Cantabria gehören, hat 2007 das bis dato berühmteste und teuerste Weingut Toros, Numanthia, an einen internationalen Konzern verkauft. Kasse machen nennt man das...