Wir befinden uns bei Casa Castillo in der malerischen DO Jumilla in der Provinz Murcia, etwas hinter der Stadt Valencia an der Mittelmeerküste Spaniens.
Im Jahr 1991 entschloss man sich dann dazu, die alte, ungenutzte Kellerei wieder neu zu etablieren und somit begann die kleine Revolution in Jumilla. Über 400 Hektar Gesamtfläche, davon 170 Hektar mit Reben bestockt, unterhält Castillo heute. In der 3. Generation betreut mittlerweile José María Vicente die Weinbereitung der Casa und erntet damit internationalen Erfolg. Die Trauben werden hier 100% biologisch bewirtschaftet und wachsen inmitten wunderschöner Oliven- und Mandelbäume.
Der Erfolg des Weinguts besteht wie so oft aus der Dreifaltigkeit aus Rebsorten, Terroir und Winzer. Die Rebsorten sind leicht zu erklären: Der Monastrell thront über allem und wird ergänzt von Tempranillo, Cabernet Sauvignon und Syrah. Das Terroir von Jumilla ist geprägt von Hitze und Kontinentalität: Heiße und sonnige Sommer, eiskalte Winter, wenig Regen und karge Kalk, Kreide und Sandsteinböden sind hier ausschlaggebend für die vollreifen, prallen Trauben.
Wichtig ist jetzt noch der Stil des Winzers und der ist bei Castillo wirklich hochmodern. Die Verarbeitung in der alten, aber beispielhaft gepflegten Finca erfolgt nach neuesten önologischen Erkenntnissen. Auslese auf Förderbändern, Vertikalpressen, Stahltanks etc. Die Weine strotzen nur so vor Fruchtigkeit und Lebendigkeit! Abgerundet wird die Herstellung dann noch durch ein halbes Jahr Reifung in 500 Liter Fässern und weiterer Reife im großen Holz bis zur Abfüllung, um den Weinen noch etwas mehr Geschmeidigkeit mitzugeben.
Das Sortiment von Casa Castillo besteht aus reinsortigen Monastrells und Syrahs, genauso wie aus Cuvees der verschiedenen Rebsorten. Als Besonderheit gibt es noch eine Pflanzung von Pre-Phylloxera-Reben, aus denen der Pie Franco gewonnen wird, eine wirkliche Rarität mit großer Klasse. Der Pie Franco aus dem Jahrgang 2020 war im Übrigen auch der erste Wein aus Jumilla, der von Robert Parker mit 100 Punkten bewertet wurde! Eine wirklich großes Aushängeschild der Region!
Der Jahrgang 2024 auf Casa Castillo wurde von einer Dürre beeinträchtigt, die von Ende 2023 bis Anfang Juni 2024 andauerte, ähnlich wie der vorherige Jahrgang. Dieser Winter war jedoch milder und wies im Vergleich zu den Vorjahren weniger extrem niedrige Temperaturen auf.
Gerade als wir uns wegen der Dürre Sorgen machten, kam Anfang Juni der lang ersehnte Regen. Obwohl die Trockenheit die Traubenernte, insbesondere der Garnacha-Sorte, reduzierte, waren die Sommertemperaturen nicht so hoch wie im Vorjahr. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht kamen unseren Pflanzen zugute, da sie den Reifeprozess verlangsamten.
Ende August ernteten wir die Shiraz- und Garnacha-Trauben auf unserem Weingut. Als wir uns auf die Ernte der Monastrell-Sorte vorbereiteten, erlebten wir einen wohltuenden Regen. Obwohl wir die Ernte fast zwei Wochen lang unterbrechen mussten, erholten sich die Pflanzen und reiften vollständig aus, was zu gesunden, hochwertigen Trauben führte.






