Lobenberg: Der Weinberg ist je hälftig mit Genetik aus dem Burgund und einer moderneren, deutschen Genetik bestockt. Der burgundische Pinot gibt Finesse, der deutsche Klon etwas mehr Tiefe, sogar etwas monolithisches. Rund zwei Drittel Ganztrauben dabei. Der Neuholzanteil auch bei etwa einem Drittel. Aus diesem sehr heißen Jahr kommt der Engertsstein in der Struktur relativ zart daher. Jürgen von der Mark versucht seine Önologie konträr zum Jahrgang zu stellen, um ein größeres Spannungsfeld im Wein zu erreichen. Schwarzkirsche, insgesamt sehr tiefgründige, fast schwarze Beerenfrucht, eine überwältigende, wollüstige aromatische Dunkelheit, Holunderbeeren. Alles leicht rauchig und mit feinen Kakaonoten ummantelt. Im Mund kommt dann aber die große Überraschung, weil es eben nicht mit üppigster Stoffigkeit daherkommt, sondern viel feiner und zarter als man annehmen würde. Dennoch ist es natürlich ein aromatischer Dampfhammer, schiebt schon gewaltig aus der dunklen Kirsche, kreidige Tannine, die recht fein angeschmolzen daherkommen und den Mund komplett belegen. Aus dem Tannin und den Säuren kommt eine faszinierende Frische. Ein feiner, aber köstlich-intensiver Wein – Jürgen von der Mark beherrscht diesen Stil ganz großartig.