Lobenberg: Der Sonnenberg ist sicher der Pinot von Vincent Eymann mit der »burgundischsten« Anmutung, bleibt dabei aber immer klar pfälzisch im Kern. Die Reben stammen aus einer Selection Massale von Pinot-Klonen der Côte d’Or, gepflanzt auf den schweren, kalkhaltigen Lössböden des Gönnheimer Sonnenbergs. Ausbau über 16 Monate im gebrauchten Holz, unfiltriert abgefüllt. In der Nase sofort präsent, vielschichtig und komplex: Sauerkirsche, eingelegte Himbeeren, dazu eine feine Note von Blutorange und anderen zitrischen Anklängen. Dahinter zeigen sich rauchige und erdige Nuancen – getrocknete Kräuter, schwarzer Tee, Lakritze, Graphit und ein Hauch von geflämmtem Holz. Dunkel und würzig. Am Gaumen mit dichter Textur, aber dennoch straff und fokussiert. Die Frucht bleibt kühl – wieder Sauerkirsche, dazu etwas schwarze Olive und rote Johannisbeere. Die Tannine sind griffig, aber fein strukturiert, mit leicht kreidiger Textur. Die Säure ist präzise und animierend, trägt den Wein mit spürbarer Energie über die gesamte Länge. Im Mittelbau sehr klar, fast karg, mit viel mineralischem Zug – kalkig, steinig, kühl. Die Rauchnoten aus der Nase setzen sich dezent fort, ohne dominant zu sein. Feine, vibrierende Frische und salzige Mineralität im Nachhall. Ein Spätburgunder mit Ernsthaftigkeit. Dicht, aber nie schwer. Ein wirklich großer Wurf!