Timothée Stroebel bewirtschaftet rund drei Hektar Land, die alle um seine kleine Domaine herum liegen, in der er auch wohnt. Die Reben liegen quasi direkt hinter dem ältesten Teil des alten Bauernhauses in der Montagne de Reims, mittig zwischen Reims und Épernay auf einer waldigen Anhöhe. Stroebel lässt Begrünungen stehen und pflügt so wenig wie möglich, um das Bodenleben nicht zu sehr zu beeinflussen. Alles ist mühevolle Handarbeit bei Stroebel, er beackert seine Lagen wie kleine Gärten. Im Winter weiden Schafe in den Parzellen. Die Bodenbearbeitung macht Timothée mit dem Pferd, alles wie früher, nahezu ohne Einsatz moderner Maschinen oder Technik. Der Coteaux ist im Jahrgang 2022 ein reiner Chardonnay aus dem Lieu-dit Les Cumins, eine Nordexposition mit Reben aus 1964 von Stroebels Vater gepflanzt. Stroebels Stillweine, oft mit etwas Maischekontakt gearbeitet, brechen ein bisschen die Regeln, was klassischerweise in der Champagne als Côteaux erzeugt wird – aber das ist genau, was Stroebel reizt. Immer etwas anders, ein Querkopf wie Kai Schätzel in Deutschland. Der Wein duftet nach gebackenen Quitten, Apfeltarte, Safran und gelbem Pfirsich. Er ist, wie die Champagner auch, eher im oxidativen Spektrum angesiedelt. Der Wein hat eine ganz eigene Art, ist sehr expressiv ohne wirklich fruchtig zu sein. Die Coteaux von Stroebel sind in Insider-Kreisen sehr gesucht und werden nur in Kleinstmengen von rund 1200 Flaschen erzeugt. Schnell sein lohnt sich!