Moric: Tokaj Furmint & Harslevelü 2023

Moric: Tokaj Furmint & Harslevelü 2023

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Furmint 70%, Hárslevelü 30%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2037
mineralisch
unkonventionell
leicht & frisch
Lobenberg: 93–94/100
Parker: 92/100
Österreich, Burgenland
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Tokaj Furmint & Harslevelü 2023

93–94
/100

Lobenberg: Altes Land, neuer Wein. Der neue »Tokaj-Einstieg« von Roland Velich, jetzt unter dem Moric Label. Eine Cuvée aus zwei Rebsorten, die seit Jahrhunderten das Rückgrat der Region bilden. Furmint und Hárslevelű, 70 zu 30, aus uralten Reben auf vulkanischem Untergrund. Tiefverwurzelte Parzellen in den Ortschaften Tállya, Tarcal und Tokaj selbst. 2023 war ein Jahr ohne Extreme. Ein kühler Frühling, ein ausgeglichener Sommer mit gelegentlichen Regenfällen, ein langer, ruhiger Herbst. Perfekte Bedingungen für diesen stilistisch klaren, trockenen Tokaj mit Struktur, Frische und Substanz. Der Ausbau ist Moric-typisch zurückhaltend präzise: Ganztraubenpressung, spontane Gärung und Malo im großen Holz. Keinerlei Schönung, minimal geschwefelt. Insgesamt etwa ein Jahr Reife, zuerst auf der Vollhefe im großen Fass, dann im Stahl. In der Nase eine subtile, aber trotzdem sehr vielschichtige Aromatik. Zunächst florale Noten – Lindenblüte, etwas Holunder, getrocknete Kamille, die sich mit zarten Feuersteinnoten verbinden. Dann tauchen weißer Pfirsich, reife Limette und Williamsbirne auf. Hárslevelű bringt Würze: Muskatnuss, Piment, etwas Wacholder, aber alles sehr fein verwoben. Furmint kontert mit Zitrus, Stein und kühler Tiefe. Am Gaumen straff, schlank und mit ordentlich Grip. Furmint liefert das Rückgrat: geradlinig, zitrisch, salzig. Hárslevelű schmiegt sich drum herum, macht das Ganze rund, floral, ein Hauch Mango vielleicht, leicht mürber Apfel. Die Säure ist fein, fast unmerklich, aber trägt bis ins lange, sehnige Finale. Keine Opulenz, kein Fruchtschmeichler – dafür Präzision, Textur und ein salzig-mineralischer Kern, wie man ihn sonst am ehesten von reduktiven Jura-Weinen kennt. Das ist vielleicht erstmal kein Tokaj, wie man ihn kennt – und gleichzeitig genau das. Die große Tradition trocken gedacht, modern interpretiert, aber ganz aus der Landschaft heraus gelesen. Kein Fassmonster, keine Botrytis, sondern ein salziger, fordernder Wein mit Charakter und Tiefe. Grandiose Ergänzung!

92
/100

Parker über: Tokaj Furmint & Harslevelü

-- Parker: From mighty loess soils, the 2023 Tokaj Furmint-Hárslevelū opens with a beautifully clear, fresh and aromatic, almost Riesling and Muscat-like bouquet of white stone fruits (peaches, mangoes) intertwined with delicately flinty notes of crushed rocks and even greenish, just-ripe fruits and also fresh lime and lemon juice aromas. Lean but round and textured on the palate, this is a light- to medium-bodied, pure, straight, fresh and stimulating blend of Tokaj's most classic varietals. The wine underwent malolactic fermentation, so there is no tartness here, just lightness, brightness, freshness, fruit and texture. This is a perfect dry, just-ripe Tokaj for lunch and lighter dishes, preferably fish. The finish is savory and salivating and references the juicy fruit reminiscent of just-ripe mangoes, peaches and passion fruit—think of an early-picked Alvariñho from the Vinho Verde region in Portugal. 13% alcohol. Tasted from the barrel in September 2024 and bottled in March 2025.

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Moric

Je mehr sich Moric Weine von der internationalen Massenkompatibilität entfernen, desto mehr sind sie geprägt von regionalen Eigenschaften des Burgenlands.

Tokaj Furmint & Harslevelü 2023