Lobenberg: In dieser Lage wächst auch der Opus Oskar, sehr kalkiger, karger Boden mit sehr wenig Erdauflage. Immer vollständig entrappt, aber mit viel Pigeage, also Unterstoßen, weil für Johannes Jülg Struktur und Tannin schon Kernelemente sind. Er sucht aber eine andere Herangehensweise, bringt das Tannin durch die Kerne und durch etwas erhöhte Neuholzanteile. Rappen sind nicht sein Ding, er will die pure Beerigkeit und den Sexappeal behalten. Die Spätburgunder bleiben lange ungeschwefelt in 50 Prozent neuen Barriques. Der Wormberg kommt weniger über Frucht als der Schweigener, es ist erdiger, dreckiger, auch dunkler. Der Wormberg ist definitiv schon ein großer Premier Cru! Die Nase ist ultra-elegant, Graphit, dann die feine Brombeerfrucht, die immer ganz typisch ist für die Lage. Würze, wie man sie manchmal von ganz reifen Rappen kennt, aber das hier ist nur pures Terroir, nur Bodenausdruck und gekonnter Holzausbau, dazu die feine Reduktion. Das gibt eine wilde, sehr bodengetriebene, kalkige Mischung. Dann kommt dieses wunderbar offenherzige, feine, fleischige Tannin in kirschfruchtigem Kleid daher. Erinnert ein wenig an Rings oder KP Keller in diesem fokussierten, getriebenen Stil, aber kommt mit einem völlig anderen Terroir und einer anderen Herangehensweise. Nur der puristische Bodenausdruck des Kalksteins ist derselbe. Ein faszinierender Spätburgunder, der für mich zu den besten Premier Crus Deutschlands zählt.