Lobenberg: Jülgs Opus Oskar ist kein Chardonnay unter vielen – er gehört längst zur Spitze in Deutschland. Ein Wein mit Herkunft, Charakter und Tiefe, in den 90ern von Vater Werner gepflanzt, gekeltert von Johannes Jülg – ein echtes Familienstatement. Die Reben stehen in der kalkreichen Parzelle Wormberg, direkt hinter der Grenze auf französischem Boden. Der Ausbau erfolgt mit größter Sorgfalt im kleinen Holz, gut zur Hälfte neu, aber stets mit Gefühl. Kein Show-Holz, sondern Strukturgeber. Der Wein gärt spontan, bleibt lange auf der Hefe, wird mit Ruhe begleitet – und das schmeckt man auch. Schon in der Nase zeigt sich enorme Tiefe: kühle Zitrusfrucht, Amalfi-Zitrone, Mandarine, weißer Pfirsich, dazu leicht geröstete Mandeln und Haselnüsse. Ein Hauch Steinobst, ganz dezent, keine üppige Frucht. Stattdessen viel Boden, viel Spannung: feine Reduktion, leicht rauchig, kreidiger Feuerstein, alles sehr präzise und fokussiert. Etwas Lindenblüte und Kräuterwürze im Hintergrund – das Ganze bleibt immer elegant und hochfein. Am Gaumen dann zupackend straff, klar, brillant. Die Frucht bleibt hell und eher zurückhaltend, der Fokus liegt auf Textur und Energie. Die Säure ist präsent, aber perfekt integriert – linear, fein und mit langem Zug. Dazu eine enorm salzige, kalkige Mineralität, die den Wein trägt. Cremige Dichte trifft auf straffe Präzision, dazu kommt eine leicht fleischige, fast burgundische Tiefe, die alles andere als aufgesetzt wirkt. Das ist exzellent eingebunden, gibt Volumen, verleiht Noblesse, bleibt geschmacklich zurückhaltend. Im Abgang irre lang, seidig, kühl und klar – quasi unendlich, hallt noch minutenlang nach. Ein großer Chardonnay mit leiser Autorität. Er muss nichts beweisen. Absolute Klasse!