Lobenberg: Ein Chardonnay zu 100 Prozent aus der Einzellage Hautes-Mottes im Grand Cru Le-Mesnil-sur-Oger. Eine eher spätreifende Lage, meist die als letztes geerntete für Vergnon. In diesem Plot sucht Clement Vergnon die volle Reife, eine burgundische Qualität der Trauben. Ausbau des Grundweines in 300 Liter Fässern mit langem Hefekontakt, also burgundische Vinifikation. Der Wein reift rund 8 Jahre in der Flasche auf der Hefe vor dem Degorgieren im Dezember 2023 mit 0 Gramm Zucker. Das ist also eine Art Hybrid aus einem Burgunder und einem Champagner, sehr reifer Chardonnay mit Holzausbau und dann der vierten Dimension durch die Zeit auf der Hefe. Er ist neben dem MSNL der etwas reichere und opulentere Wein, hat eine dicht bepackte Nase mit Quittenbirne, Lakritze, westfälisches Schwarzbrot, sehr viel Kreidestaub und auch etwas Feuerstein und Biskuit. Ein köstlicher Duft, der mich mal eben ins Burgund fliegen lässt. Im Mund wird es dann richtig dynamisch. Er hat auf der einen Seite diese karge Mineralität von Le Mesnil, andererseits ist 2014 wunderbar cremig und dicht, hat durch die hohe Konzentration einen samtigen Fluss. Wir sind nicht zu exotisch in der Frucht, bleiben schon eher auf Mandarine und etwas Orange und Quitte, dazu süßer Kalkstein und feinste Hefepolsterung. Ein winziger Touch Exotik gibt dem Finale den letzten Schliff. Ein opulenter Champagner, der sich gut neben üppiger französischer Küche macht. Wer es etwas straighter mag, der sollte zum MSNL greifen, dieser Hautes-Mottes ist ein cremiger Charmeur, obwohl er Null Zucker hat, schon erstaunlich.