Hanspeter Ziereisen: Blauer Spätburgunder Rhini 2021

Hanspeter Ziereisen: Blauer Spätburgunder Rhini 2021

Spätburgunder 100%
rot, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2041
strukturiert
seidig & aromatisch
frische Säure
Lobenberg: 96/100
Yves Beck: 95/100
Vinum: 94–95/100
Deutschland, Baden
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Blauer Spätburgunder Rhini 2021

96
/100

Das Terroir des Rhini – jetzt mit dem Jahrgang 2021 aus rechtlichen gründen nur noch »RH« –unterscheidet sich deutlich von allen anderen Untergründen bei Hanspeter Ziereisen - hier gibt es eben nicht nur reinen Jurakalkstein wie sonst, sondern Kalkstein mit Lehm-Löss-Auflage und dazu extrem durchzogen von Eisen. Das Ganze auf 300 Höhenmetern. Die Klone sind zur Hälfte Burgunderklone und zur Hälfte badische Klone, gepflanzt von 1988 bis 2000. Nur etwa 10% Ganztrauben in 2021, was für Ziereisen eher untypisch gering ist, aber hier wurden eben nur die Trauben mit den reifsten Rappen selektiert, sonst hätte das in diesem kühlen Jahr zu einer grünen Aromatik führen können. Der Rhini ist in der Serie meist der wildeste Wein. Schon in der Nase schlägt das Terroir mit diesem hohen Eisenanteil durch, das gibt etwas Blut, Holunder, Eukalyptus, auch helle Lakritze. Viel Druck und Zug und trotzdem unendliche Feinheit, aber dunklere Aromatik gesellt sich zur Kirschfrucht, Waldbeeren, Schwarzkirsche, Rauch. Diese schöne Holunder- und Maulbeernote zieht sich unendlich lang, steinig, würzig, Thymian, Veilchen, alles sehr dunkel, aber unendlich elegant. Hinzu kommen auch grünlichere Noten als bei allen anderen Pinots, obwohl der Rappenanteil hier identisch ist. Das ist im Stil eines stylischen Vosne-Romanée und dennoch im Tannin und im Druck massiver als einiges, was man aus dem Burgund kennt. Aber mit enormem Schliff im Tannin, immenser Salzspur am Gaumen und großer Saftigkeit, Sauerkirsche, Schattenmorelle, große Länge. Mit fester Struktur, zupackender Tanninstruktur mit süßer, dunkler Frucht im Nachhall. Ein wunderbarer, geschliffener Pinot Noir mit muskulöser aber seidiger Tanninstruktur, mit hoher Mineralität und langem Nachhall. Rhini ist einfach immer eine Bank! 96/100

Jahrgangsbericht

Der rassige Jahrgang 2021 gilt in Deutschland als sensationelles Highlight für Liebhaber der großen Klassik. Nach einem kühlen Sommer bestechen die Weine dank extrem langer Hangzeit mit glasklarer Aromatik, packender Dynamik und einer berauschenden, kristallinen Frische voller unbändiger Energie.

Verkostungsnotiz
95
/100

Yves Beck über: Blauer Spätburgunder Rhini

Der Wein ist noch filigraner und präziser als Schulen. Er ist sehr gelassen und zeigt all die Frische und Finesse, die man von einem Pinot Noir erwartet. Zwar zeigt er auch eine beachtliche Kraft, die jedoch durch eine prägnante Säure, die Temperament bildet, gut konterkariert wird. Ein Wein, dem es gelingt, Muskeln und Subtilitat in einem kraftvollen Kontext zu vereinen. Dies verdankt er samtenen, tragenden Tanninen, die dem gesamten Gaumen ein verlässliches Fundament bieten.

94–95
/100

Vinum über: Blauer Spätburgunder Rhini

Zeigt den hohen Eisenanteil des Bodens schon in der Nase: rohes Fleisch, Holunderbeere, Eukalyptus, Süssholz. Am Gaumen mit gehörigem Druck, dunkle Aromatik nach Schwarzkirsche, Rauch. Geschliffenes Tannin, massive Salzspur am Zahnfleisch, dazu saftig. Feste Struktur, beinahe muskulös. Hallt unglaublich lange nach. 94-95/100

Mein Winzer

Hanspeter Ziereisen

Den in Mischwirtschaft betriebenen Hof seiner Eltern wollte der gelernte Zimmermann Hanspeter Ziereisen zunächst nicht weiter führen, zu mühsam war der Broterwerb als Landwirt im Spargeldominierten Markgräflerland.

Blauer Spätburgunder Rhini 2021