Lobenberg: Ferratons chef de cave Damien Brisset, der über Chateau Cheval Blanc und Chateau Latour zu Ferraton kam, liebt die Lage Les Oliviers – genau wie ich. Seit Längerem schon gibt es hier einen Weißwein, der in den letzten Jahren immer besser wurde. Nun in 2024 gibt es erstmals auch einen Parcellaire-Release in Rot aus dieser herausragenden Lage. Sie ist extrem steinig und sehr mineralgetrieben, auch recht steil aufsteigend. Es ist eine Melange aus lehmigen Galet Roulés und Granitfelsen. Hier arbeitet auch Domaine Gonon unweit von Ferraton. Es ist eine der Spitzenlagen der Gemeinde. Die Reben sind rund 20 Jahre alt, es ist eine einzige Parzelle. Les Oliviers ist ein bisschen die Plusversion des Paradis, hat von allem ein bisschen mehr. Mehr Granit im Boden und mehr Sedimentgestein. Entsprechend mehr Power und zugleich noch intensivere Mineralik. Die Nase ist eine Mischung aus roter und schwarzer Frucht, relativ kirschig in 2024, zerdrückte Kirschkerne, Meersalz, Brombeerstrauch. Es bleibt sehr Saint-Joseph im Charakter, das heißt mehr auf roter Frucht laufend, etwas weniger brutal als Cornas und Hermitage, filigraner und zarter. Dennoch mit enormem Antrieb, viel vertikale Energie in den herbsaftigen Tanninen. Les Oliviers hebt nochmal richtig ab im Nachhall, zieht nach, der Speichel fließt. Der Wein hat ein enormes Alterungspotenzial. *** Die Methode Ferraton folgt im Grunde immer einem ähnlichen Schema: Biodynamie in den Weinbergen mit sehr viel Handarbeit aufgrund des hohen Anteils an Steillagen. Für die Signature-Linie werden gekonnte Assemblages von den besten Parzellen zusammengeführt. Meist werden gewisse Anteile an Ganztrauben mitvergoren, wenn es die Lagen und der Jahrgang zulassen, so wie es passt. Die Signature-Linie steht für das Savoire-Faire des Hauses. Bei der Parcellaire-Linie hingegen werden nur Einzellagen abgefüllt, sowie alles vor der Gärung komplett entrappt, weil Winemaker Damien Brisset keinerlei Einfluss nehmen möchte, nur das Terroir soll sich unverändert ausdrücken. Vergoren wird spontan im Beton. Danach wird ganz sanft abgepresst, überwiegend nur der Free Run Juice verwendet. Die Vinifkation erfolgt seit 2022 vollständig ohne Schwefelzugabe. Der Ausbau geschieht in Barriques und Demi-muids, sowie Stückfässern. Die Neuholzanteile sind stets gering, meist um 10 bis 20 Prozent.