Chateau de Saint Cosme: Gigondas Le Poste 2023

Chateau de Saint Cosme: Gigondas Le Poste 2023

Weinclub

BIO

Limitiert

Zum Winzer

Grenache 100%
rot, trocken
15,5% Vol.
Trinkreife: 2027–2041
voluminös & kräftig
strukturiert
Lobenberg: 98–100/100
Decanter: 96/100
Jeb Dunnuck: 95–97+/100
Frankreich, Rhone, Gigondas und Rasteau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Gigondas Le Poste 2023

98–100
/100

Lobenberg: An der Südrhône erinnert 2023 sehr an das Vorjahr 2022. Beides sind konzentrierte Blockbuster, die dennoch ein verblüffendes Equilibrium gefunden haben. Wir haben eine sehr saftige und reiche Frucht, aber nicht dieses extrem Fette, ja fast Dramatische, aus 2019. Es geht aber schon klar in diese Richtung wie 2019. Der Weinberg liegt auf fast 300 Meter Höhe. Der Untergrund ist eine Art Kalkstein/Lehmgemisch, aber trocken. Gleicher Untergrund wie er auch im Barolo vorkommt. Der Weinberg ist der jüngste der drei großen Lagen. Erst 1963 gepflanzt. 100% Grenache. Alles spontan als Ganztraube unentrappt im Zement vergoren, in 15 Prozent neuen und sonst einjährigen Barriques ausgebaut. Alles biodynamisch bearbeitete Weinberge. Der 2023er ist vielleicht noch einen Ticken seidiger und fließender in seiner Textur als das einen Hauch strukturiertere Jahr 2022, aber im Grunde sind sie aus dem gleichen Holz. Eine dunkelrote und blaue Duftwolke sondergleich, unendlich geschliffen, steinig, fast kühl wirkend, das heißen Jahr fast vollständig negierend. Der Wein zeigt leicht verbranntes Rosmarin vom frischen Holz. Viel Lakritze mit Cassis, Herzkirsche und einer süßen Schlehe. Enorm strukturierter, eigenwilliger Angang. Auch im Mund Lakritze bis zum Abwinken, in Holunder gewälzt. Wow! Schwebend fein und hocharomatisch zugleich. So intensiv. Le Poste ist ein wirklicher Extremist in seiner Ausdruckform. So eigenwillig. Ich würde ihn nicht vor Hominis Fides setzen, aber es ist sicherlich die gleiche Liga. Ganz große Weine hier!

Jahrgangsbericht

Jahrgang 2023 Rhone: Ein Jahrgang auf Messers Schneide! Es brauchte nur ein paar Tage, die das Jahr zwischen einem »Grand Millésime« und einem »Millésime complexe« schwanken ließen. Der letztlich doch noch "klassische" Winter, der von einer ziemlich strengen Kälte geprägt war, verhinderte zum Glück den zu frühen Austrieb und damit jedes Risiko von Frühjahrsfrösten. Der folgende Vegetationszyklus brachte regelmäßige und glücklicherweise reichliche Regenfälle. Daraus resultierende Pilz-Krankheiten setzen die Winzer aber unter Druck! Die Erfahrung des Jahrgangs 2018 mit starkem Mehltau, der den Winzern noch leidvoll gut in Erinnerung ist, sorgte jedoch dafür, dass dieser Pilz-Druck bei den besten Winzern mit Erfahrung und viel Arbeit eingegrenzt werden konnte. Diese Winzer gingen somit gelassen und mit guten Wasserreserven in die Sommersaison, eine qualitativ schöne und große Ernte stand in Aussicht. Außerdem, und das ist selten, beglückte der Sommer die Winzer nochmal mit einigen milden Regenfällen. Am 15. August waren die Weinberge der Rhône gesund und grün. Die Winzer rieben sich die Hände, denn alles deutete auf einen »Grand Millésime« hin. Leider hat Mutter Natur, wie so oft in den letzten Jahren, in einigen Teilbereichen 2023 doch noch anders entschieden. Für einige Tage wurden die Weinberge der Rhône von einer extremen Hitzewelle heimgesucht. Die Trauben auf jungen Rebstöcken und jungen Terroirs hatten kaum eine Chance. Der totale Stillstand im Weinberg. Nur die wirklich alten Vieilles Vignes mit geringen Erträgen, dazu auf geschützten und alten Terroirs, fanden die Widerstandsfähigkeit, um ihre Trauben weiter zur optimalen Reife zu bringen. Die Katastrophe wurde somit nur in Teilen abgewendet, nur sehr alte Reben auf Top-Terroirs brachten grandiose Ergebnisse, aber in Summe über alle jüngeren Weinberge sind die Qualitäten wirklich mehr als heterogen, selbst in den arrivierten und besten Weinkellern... Eine grandiose, sehr spitze Spitze der Pyramide und darunter viel Durchwachsenes. Wieder einmal hat die akribische Selektionsarbeit im Weinberg ihren Sinn erfüllt! Die südliche Rhône: Paradoxerweise zeigen die Weißweine viel Lebendigkeit, Frische und aromatisch-mineralische Ausgewogenheit. Die Gaumen sind strahlend und harmonisch. Unerwartet und großartig. - Die Qualitäten bei den Rotweinen sind dagegen von Rebsorte zu Rebsorte sehr unterschiedlich. Entgegen allen Erwartungen kommen die Syrahs mit moderater Frucht erstaunlich gut weg. Die Weine aus sehr alten “Vieux Grenache” sind wunderbar rassig und von sehr großer Präzision, ein großes Jahr für sehr alte Reben. Junge Grenache aber litten sehr. Die nördliche Rhône: Hier gibt es weiß eine gewisse Ähnlichkeit mit den so herrlichen südlichen Weißweinen, wobei die Dichte sogar etwas ausgeprägter ist, superbe Ergebnisse... Die Qualitäten bei den Rotweinen variieren jedoch von einer Appellation zur anderen und sogar innerhalb der Appellation, abhängig eben vom Rebalter und vom Terroir. Ein Jahrgang, der uns bei den wenigen richtig gelungenen und großen Weinen in der Spitze, aber eben nur da, enorm an den Superjahrgang 2016 denken lässt. Und für den Norden des Nordens gilt »Spéciale!«: Saint Joseph, Condrieu and Cote Rôtie zeigen einige Jahrhundertweine.

96
/100

Decanter über: Gigondas Le Poste

-- Decanter: Full-bodied, with good depth of fruit and concentration. It's juicy and succulent but fresh and precise, with a saline edge to the finish. The oak maturation is to the fore at this stage, so give it time to fully integrate. It adds spice and shape to the wine, but doesn't dry the finish. Very vibrant and fresh, this will be excellent when ready. From hillsides of limestone marl planted following the direction of the slope.

95–97+
/100

Jeb Dunnuck über: Gigondas Le Poste

-- Jeb Dunnuck: I think the standout in the lineup is the 2023 Gigondas Le Poste, which is all Grenache from a slightly higher elevation site just up the hill from the château. It has gorgeous darker, almost blue fruits as well as spring flowers, violets, pepper, and a beautiful sense of minerality. With medium to full-bodied richness, a pure, seamless mouthfeel, gorgeous tannins, and a great finish, it’s going to offer pleasure right out of the gate yet cruise over the following two decades in cold cellars. Don’t miss it.

Mein Winzer

Chateau de Saint Cosme

Gigondas ist zusammen mit der Appellation Chateauneuf-du-Pape sicherlich die spannendste und innovativste Region der Rhone und der junge Louis Barruol von Chateau de Saint Cosme gehört nicht nur laut Robert Parker zusammen mit Santa Duc und Bouissiere zur Creme de la Creme der Appellation.

Gigondas Le Poste 2023