2021 war der letzte Jahrgang des im Dezember 2021 verstorbenen Philippe Cambie. Das Projekt Calendal baute er 2006 zusammen mit Gilles Ferran von der Domaine des Escaravailles in Rasteau auf, der Calendal wuchs aber schon immer in der Lage Plan de Dieu im Tal unterhalb von Rasteau. Eine exponierte, warme Lage mit tiefgründigem, sandigem Argilo-calcaire-Boden. Wie immer wird dieser Wein bei Gilles Ferran auf der Domaine vinifiziert, ausgebaut und abgefüllt. Philippe war im Grund immer der Weltmeister des Blendings und des Erntezeitpunkts – das war sein Part bei Calendal. Mittlerweile steht fest, dass der Wein auch nach 2021 noch eine Zukunft hat, denn Gilles baut den Calendal weiter an und aus in bester Manier wie eh und je. Vor allem auch als Hommage an seinen verstorbenen Freund Philippe Cambie. Er stammt weiterhin aus insgesamt vier Hektar Reben auf dem Plan de Dieu, die Gilles Ferran gehören. Der 2023er besteht aus 70 Prozent Grenache und 30 Prozent Mourvèdre. Die Trauben werden zu 100 Prozent entrappt und dann im Edelstahl spontan vergoren. Anschließend wird der Wein in überwiegend gebrauchten Barriques für elf Monate ausgebaut, nur etwa 20 Prozent Neuholz. Der Wein ist eine wunderbare Melange aus der duftigen Finesse der Grenache und der herben Würze der Mourvèdre. Sehr viel Walderdbeere, Blaubeere treffen auf dunkles, warmes Gestein, Zigarrendeckblatt, frisches Cassis und sehr viel Kalkstein darunter. Ganz feine Vanillenoten kommen langsam hoch. Selbst die Mourvèdre ist unendlich fein in 2023. Das war in 2022 auch schon so, einem Meisterstück von Gilles Ferrand, wie ich fand. Und 2023 ist sowohl vom provenzalischen, sehr sonnigen Charakter als auch von der seidigen Tanninreife sehr nah am 2022er. Er ist einen Ticken feiner und süffiger, hat einen Touch mehr Trinkfluss und etwas mehr blaue Frucht, wohingegen der 2022er etwas reicher und minimal strukturierter war. Aber im Grunde sind sie beide Brüder im Geiste mit 2019. Elegante Opulenz ohne Ende. Everybody’s Darling. Ein grandioser Zechwein und ein ehrenvolles Vermächtnis von Philippe Cambie.