Lobenberg: Gemischter Satz aus sieben Rebsorten und verschiedenen, uralten winzigen Plots. Per Hand sorgfältig entrappt, die beste und dramatisch aufwändige Methode. Ein Teil der reifen Rappen und einige sehr reife Ganztrauben werden wieder zugegeben. Spontan vergoren in offenen Tonneaus. Schwarzblau mit Rot-Grau in der Farbe, das kommt von den Rappen. Die erste Nase ist süße, dichte Maulbeere mit Blaubeerschalen, Veilchen und süßem Holz, süßes Moschus, schwarze Erde, Lakritze. Holunder, unsüße, herbe Schwarzkirsche und schwarze, leicht unreife schwarze Johannisbeere, dazu ein Hauch Bourbon-Vanille, hochcharmant trotz der immensen Würzigkeit. Der Mund kommt mit deutlich mehr Grip, Salz und Chili. Krautwürzige rote und schwarze Johannisbeere (die Rappen!) nebst Waldhimbeere, Bitterorangenzesten, Eisen und etwas Blut. Unendlich fein und doch viel krautwürzig scharfer, mineralisch salziger Grip! Die süßliche Holunder-Säure (gibts das?) aus einer etwas heben Bitterorange kommt mit Charme, Frucht und Finesse, eine tänzelnde Schönheit mit total durchtrainierter Athletik und mineralischem, salzigen Unterbau. Der Wein steht in dieser steinig salzigen Mineralik für Minuten. Bei allem Druck und salziger Länge bleibt der Wein unendlich fein, eine verspielte Schönheit mit seidigen Tanninen, dazu ein genialer Essensbegleiter zu Geschmortem oder intensiven Kasserollen bzw. Gemüseaufläufen mit Einlage. Kaninchen oder Zicklein wäre für Nicht-Vegetarier auch ideal! In jedem Fall ein Essensbegleiter der in seiner fruchtig-mineralisch-salzigen Chillyschärfe als unbegleiteter Genuss alle Geschmacksknospen belegt. Very unique.
2023 war sehr warm, aber er ist deutlich kühler und balancierter als der noch heißere und trockenere 2022. Nicht so aufregend und extrem wie 2021, eher eine reife und harmonische Version von 2020. Und so ist 2023 durchaus eine Fortsetzung der so großen Jahrgänge seit 2019. Luis Gutierez, Parkers Mann für Spanien, fasst den Jahrgang 2023 anhand von Alvaro Palacios Weingütern ganz im Westen und ganz im Osten, somit Landesübergreifend so zusammen: 2023 was an even more generous crop than 2022 … the wines have better balance, and it doesn't feel like a warm year at all. In fact, the wines feel more like they come from a cool year. It's a vintage that has a tendency toward reduction, not as much as 2020, but still reductive. But it's an elegant, stony reduction...The quality of the 2023s is stunning. There is a level of precision, cleanliness, symmetry and elegance that, if the end of the élevage and the bottling goes as expected, I must conclude that 2023 might be the finest vintage ... There might be other individual wines that reach higher peaks, but as an overall portfolio, the vintage 2023 represents the strongest collection ever produced.