Ansgar Clüsserath: Riesling Vom Schiefer 2024

Ansgar Clüsserath: Riesling Vom Schiefer 2024

Riesling 100%
weiß, trocken
11,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2034
frische Säure
mineralisch
leicht & frisch
Lobenberg: 92/100
Suckling zu 2023: 92/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Vom Schiefer 2024

92
/100

Lobenberg: Dieser Wein kommt von Reben aus verschiedenen Lagen. U.a. aus dem Trittenheimer Altärchen und Mülheimer Sonnenlay, aber eben sehr gute und zertifizierte Einzellagen, die von der winzigen Größe her nicht reichen, um jeweils eine eigene Abfüllung zu machen. Für moselanische Verhältnisse sind es etwas flachere Lagen, aber natürlich auf Schieferböden. Auch der Vom Schiefer wird zu 100 Prozent im Moselfuder spontan vergoren und ausgebaut. Bei Evas Weinen brillieren immer Frische und Zartheit. Schöne weiße Steinobstnase mit dezenter Zitrusunterlegung. Und trotzdem behalten wir Rasse und Filigranität in den Weinen, diese ganz feine Art von Evas Weinen. Schön zugänglich und reif in der Frucht, dennoch war 2024 ein kühleres Jahr an der Mosel, wirklich schick. Wir haben trotz der Kühle des Jahrgangs eine sehr ansprechende Frucht, nichts Extremes oder Grünes wie es 2021 ein bisschen hatte, sondern dichter und intensiver. Was für eine elegante und zarte Sache dieser Vom Schiefer ist, feinfruchtig, saftig, mit vibrierendem Säurekern, aber eben mit einem köstlichen Extrakt umgeben, der den Wein sogar geschmeidig und trinkig macht. Keine Bange, es bleibt schon ein extremer Geradeauslauf da, es bleibt ein reinrassig filigraner Wein. Mosel-Riesling wie er im Buche steht, tänzelnd wie es zu letzt etwas vergessen geglaubt war. Ein sehr sympathischer Moselriesling mit der zarten Handschrift von Eva Clüsserath.

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

Verkostungsnotiz
92
/100

Suckling zu 2023 über: Riesling Vom Schiefer

-- Suckling zu 2023: I love the nutty apple aromas of this juicy and crisp dry Mosel riesling. There’s also a touch of summer meadow character that helps round out the bright, zesty acidity on the light- to medium-bodied palate. Just 11% alcohol. Drink or hold. Screw cap.

Mein Winzer

Ansgar Clüsserath

Ansgar Clüsserath war schlau, auch im nahen Ort Klüsserath selbst gäbe es anständige Weinberge, aber die besseren sind unbestritten in Trittenheim zu finden, man denke nur an die berühmte „Apotheke“. Der Schwerpunkt wird auf die beste Lage gelegt.

Riesling Vom Schiefer 2024