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Im Portrait

Manni Nössing

Weingut und Weinfeld Manni Nössing

Manni Nössing stammt aus einer Familie von Bauern und Viehzüchtern, die früher auf dem »Hoandlhof« – einem von den Dolomiten umgebenen Bauernhof – gemischte Landwirtschaft betrieb, also mit Kühen, Hühnern, Obstbäumen, Getreide und Trauben. Als Manni das Familienunternehmen übernahm, strukturierte er den Hof bis ins letzte Detail um. Seine Weinfässer stehen heute in den ehemaligen Ställen.

Ein waghalsiger, von Visionen getriebener Anfang

Manni Nössing selbst galt lange Zeit als ein Rebell im Eisacktal, denn in der 50 Kilometer südlich der österreichischen Grenze gelegenen Region haben Genossenschaften und große Kellereien eine lange Tradition. Die Herangehensweise, sich auf den Anbau eigener Trauben zu konzentrieren und diese dann auch noch selbst zu keltern, auszubauen und zu vermarkten, galt im Jahr 2000 noch als völlig verrückt. Dafür, dass er zudem noch eine Ertragsreduzierung im Gegenzug für Qualität und Individualität umsetzte, wurde Manni zu seiner Anfangszeit belächelt. Aber der liebenswerte Weinfreak gibt bis heute nicht auf und arbeitet unerlässlich auf einen Silvaner hin, »der wie ein Montrachet schmeckt«. Obwohl er keine klassische Ausbildung in Weinbau oder Önologie hat, versucht er, aus jedem Jahrgang Lerneffekte zu gewinnen. Mannis höchstes Ziel ist es, Weine zu erzeugen, die mega viel Spaß machen und zudem ihre Herkunft widerspiegeln.

Als Mann der klaren Ansagen hat er mit seiner eigenständigen Stilistik und Individualität seine Weinproduktion gleich mit einem Knall begonnen! 1999 wurde das Weingut gegründet, 2003 kam sein erster Kerner auf den Markt und wurde gleich mal mit drei Gläsern vom wichtigsten italienischen Weinführer, dem Gambero Rosso, ausgezeichnet. Der Erfolg setzt sich seitdem Jahr für Jahr fort. 

Mittlerweile ist Manni Nössing gar kein Rebell mehr, sondern eine der treibenden Kräfte des Weinanbaus im Eisacktal. Manni tut alles dafür, die Individualität der dortigen Weine herauszuarbeiten und ins Rampenlicht zu stellen. Dafür genießt er den großen Respekt der jungen Generation, die hier, vertreten beispielsweise durch Daniel Siegmund, Qualität und Individualität ebenso stark wie er in den Mittelpunkt rückt. 

Ein Weingut am Fuße der Dolomiten

Die Fahrt hinauf zum Weingut ist immer aufregend, denn die schmale, kurvige Straße ist nach modernen Standards eigentlich maximal einspurig! Trotz all dem Hoffen auf gutes Gelingen kommt es immer wieder vor, dass man plötzlich Nase an Nase mit einem anderen Wagen steht und einer davon dann die Kurven rückwärts hinauf- oder hinunterfahren muss. Wenn man es allerdings hinauf geschafft hat bis zur Terrasse des auf einem Hügel gelegenen Weinguts, ist der wunderbare Ausblick ins Tal und über die Stadt Brixen wirklich eine große Belohnung!

Manni Nössing baut auf sechs Hektar Rebfläche Sylvaner, Riesling, Veltliner, Müller Thurgau und Kerner an. Die Rebsorte Kerner macht ungefähr 50 Prozent der gesamten Produktion aus und ist eine Kreuzung aus Riesling und Schiava – dem Südtiroler Pendant für Trollinger. Alle Reben stehen auf steilen, terrassierten Hanglagen in 650 bis 800 Höhenmetern, die in gnadenlos mühevoller Handarbeit bewirtschaftet werden müssen. Je nach Jahrgang füllt Manni um die 50.000 Flaschen ab. 

Manni Nössing steht in seiner Auffahrt

Das Eisacktal als Weinregion

Generell sind die Weinberge im Eisacktal meistens relativ steil und stehen in 500 bis 900 Höhenmetern auf sandigen und mineralreichen Hängen aus Gletschermoränen. Das Gebirgsklima ist hier durch warme Tage und kalte Nächte gekennzeichnet – die perfekte Grundlage für finessenreiche, frische Weine. Der Fokus in dem Tal, das ungefähr eine Autostunde nordöstlich von Bozen liegt, ruht daher auf der Herstellung von frischen, mineralischen Weißweinen. Auch die Stilistik von Manni Nössing verkörpert diese Präzision, Frische, Klasse und Mineralität. Das Mikroklima ändert sich hier sogar oft von Weingut zu Weingut. Dieser Erkenntnisprozess, der erst durch Visionäre wie Manni Nössing in aktives Handeln umgewandelt wurde, macht das bisher etwas stiefmütterlich behandelte Eisacktal nicht zuletzt aufgrund der Höhenlagen so spannend.

In Mannis Keller

Die Weine werden samt und sonders im Edelstahltank ausgebaut, um die zarten Aromen der Trauben zu bewahren. Lediglich die Hälfte des Grünen Veltliners reift für kurze Zeit in neutralen Akazienfässern. Nach acht Monaten auf der Feinhefe, in denen die Weine zusätzlich an Fülle und cremiger Textur gewinnen, werden sie abgefüllt. Mit dem liebenswert eigensinnigen Manni Nössing haben wir den großen Vorreiter einer Qualitätsrevolution und das Aushängeschild des Eisacktals im Programm.

Manni Nössing bei der Feldarbeit auf einem Weinberg im Eisacktal

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Manni Nössing

Manni Nössing spiegelt humorvoll und geradlinig den Charakter seiner Weine wider. Die Fassmuster seiner 2022er zeigen sich linear mit einer zarten, hefigen Reduktion, dabei sind sie im Mund salzig, präzise und unglaublich saftig. Nichts ist schwer oder fett, sondern eher schwebend. Manni feiert die Rebsorte Sylvaner. Leider gibt es im Moment nur homöopathisch wenig davon, denn er hat seinen Weinberg neu bepflanzt. Ab 2025 wird es mehr Menge geben und Manni schwebt es vor, einen Sylvaner in Montrachet-Qualität herzustellen. Die Aromatik im Mund geht sogar schon etwas in die Chardonnay-Richtung, sehr steinig, mineralisch und geradlinig. The future is bright!