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Im Portrait

Alois Lageder

Alois Lageder IV hat in den letzten fünfzig Jahren ein extrem vielfältiges Portfolio aufgebaut, dass die mannigfachen Traditionen des dortigen Weinbaus respektiert, gleichzeitig aber auch vorausschauend und voller Innovation und Tatkraft den Weg für die Herausforderungen der Zukunft geebnet.

Hierbei sind viele herausragende Weine entstanden, die die italienische Weinwelt geprägt haben. Die Geschichte des Familienweingutes Lageder geht bis in das Jahr 1823 zurück, begonnen wurde mit dem Handel von Weinen in Bozen. Ein paar Generationen der Familie blieben als Weinhändler der Hauptstadt Südtirols treu. Bald wurde schon eigene Weinberge bewirtschaftet. Man konzentrierte sich aber noch auf den Weinhandel. 1934 wurden der Ansitz Löwengang in Margreid, gute 30 km südlich von Bozen, von Alois III gekauft, damit war das eigene Weingut gegründet. In diesem wärmeren Teil Südtirols waren damals die Bedingungen gegeben, beste Qualitäten zu erzeugen. Der Handel mit Wein blieb aber ein wichtiger Bestandteil. So wurden entlang der Südtiroler Weinstraße von den Lageders in verschiedenen Orten mehrere Keltern errichtet, in denen Nebenerwerbswinzer ihre Trauben vinifizieren konnten. Diese Weine wurden dann von der Familie Lageder vertrieben. Die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Weinbauern ist bis heute erhalten geblieben, davon später aber mehr.

Mann in weissem Hemd und Weinberge bei blauem Himmel im Hintergrund

Im Einklang mit der Natur

Große Veränderungen ergaben sich nach dem Tod von Alois III Mitte der 70er Jahre, als seine Tochter Wendelgard und ihr Mann der Önologe Luis von Dellemann zusammen mit Alois IV die Bewirtschaftung des Weinguts übernahmen. Es wurden große Investitionen in den Weinbergen und in der Kellerwirtschaft getätigt, mit der Zielvorgabe bestmögliche Qualitäten zu erzeugen. Bald wurde man zu einer Größe auch innerhalb der italienischen Weinszene. Früh, Mitte der 90er Jahre, wurden die eigene Lagen Schritt für Schritt auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt. An diesen Schritten wird der Innovationswille von Alois Lageder wieder einmal besonders deutlich. Seiner Meinung nach kann sich nur im Einklang mit der Natur stehender An- und Ausbau günstig auf die Qualität der Weine auswirken. Jung war er auch in die Weinwelt aufgebrochen, um seinen Horizont zu erweitern, aber auch um sich und das Weingut auf die Zukunft vorzubereiten und einen Wissensfundus für die Bereitung von exzellenten Weinen aufzubauen. Trotzdem hat man Altbewährtes nicht einer aktionistischen Reformwut geopfert.

Um die Vielfalt der Region optimal auszuschöpfen, pflegte und pflegt das Weingut eine Zusammenarbeit mit rund 80 Winzerpartnern aus ganz Südtirol.

Eins der wichtigsten Ziele für die Zukunft ist es, alle Winzerpartner bis zum Jahr 2023 auf eine Umstellung hin zur biodynamischen Bewirtschaftung an zu leiten. Alois Lageder ist es ein persönliches Anliegen, eine naturnahe und umweltschonende Rebkultur zu praktizieren. Dieser respektvolle Umgang mit den Lagen ist schmeckbar. Von den reinsortigen Weiß- und Rotweinen in gehobener Qualität, die aus den klassischen Rebsorten Südtirols gekeltert werden, über die Kompositionen von ausgesuchten Parzellen mit besonderem Ausbau bis hin zu den besten Lagen, die ihre individuelle Herkunft charaktervoll zum Ausdruck bringen. Im Sinne der biologisch-dynamischen Landwirtschaft entwickelt das Weingut sein Wissen stetig weiter, tauscht es mit seinen Winzerpartnern aus und trägt es in neue Bereiche. Seit einigen Jahren z. B. weiden nun Almkühe in der Winterzeit in den Weinbergen der Lageders und bereichern so diese ökologische Kleinst-System. Etliche Weine sind durch Demeter zertifiziert und es werden weitere hinzukommen. Auch in die Kellertechnologie des Hauses Lageder fließen ökologische Beweggründe ein. Gute Kellertechnik versucht die im Weinberg gewachsene Qualität der Trauben zu erhalten. Das Sortiment der hierdurch entstehenden Weine des Weinguts Alois Lageder lässt sich in drei Gruppen einteilen:

Mutter und Sohn im Gemüsegarten

Das gute Glas Wein für den täglichen Hausgebrauch findet man in den klassischen Weinen, die die Grundlage der Angebotspalette Lageder‘scher Prägung bilden. Das sind reinsortige Weiß- und Rotweine in gehobener Qualität, die aus den klassischen Rebsorten Südtirols wie Pinot Grigio, Gewürztraminer und Lagrein gekeltert werden. Für diese Weine werden auch die Trauben der Winzerpartner verwendet.

Die Weine aus der Sortimentslinie »Kompositionen« sind das Ergebnis aus einem Spiel mit Komponenten so z.B. unterschiedliche Methoden im Ausbau oder Trauben aus kontrastierenden Parzellen, oft aus autochthonen Reben wie Gelber Muskateller, Vernatsch und Manzoni. So entstehen charakterstarke Weine erstklassiger Weinberge, die differenzierende Akzente setzen. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang der »Am Sand Gewürztraminer« und der inzwischen ebenfalls biodynamisch erzeugte »PORER Pinot Grigio«. Diese delikaten Weine bringen die individuellen Merkmale ihrer Herkunft charaktervoll zum Ausdruck. Um einzigartige Meisterwerke zu schaffen, werden durch strenges Selektionieren der Trauben die Feinheiten der einzelnen Kleinlagen herausgearbeitet. Die Individualität jedes einzelnen Weinberges wird so kraftvoll zum Ausdruck gebracht, dass Meisterwerke wie die vielleicht bekanntesten Weine Alto Adiges entstehen: Chardonnay und Cabernet Sauvignon aus dem Gut Löwengang in Margreid.

Das gute Glas Wein für den täglichen Hausgebrauch findet man in den klassischen Weinen, die die Grundlage der Angebotspalette Lageder‘scher Prägung bilden.

Mit den Kometenweinen möchte Alois Clemens Lageder, also Alois der V, das eingefahrene Prozedere der Weinbereitung in Frage stellen, um so aus dem gegebenen Terroir und Rebenmaterial des Weinguts neue Aromen, Texturen und Strukturen zu entdecken. Selbst das Konzept des Jahrgangs wird manchmal, von der nächsten Generation im Hause Lageder, auf der Suche nach Neuem in Frage gestellt. Dabei geht man so weit, dass manche Weine niemand außerhalb des Weinguts überhaupt zu Gesicht bekommt. Alois Clemens erklärt hierzu: »Manche KOMETEN verglühen und werden wieder verworfen, andere wiederum können zu Fixsternen und eigenständigen Weinen des Sortiments werden« Man darf gespannt sein auf all das, was uns noch bei den Lageders erwartet und sich solange mit einem Glas Löwengang zurücklehnen.

Aktuelles

Neueste Jahrgangsberichte

Lageder

Das Weingut Lageder hat auch 2022 Weine mit vibrierender Frische gemacht. Zum Teil wurden dafür Trauben früher gelesen, um die Frische zu bewahren, und zum Teil wurden Trauben aus kühleren Lagen, zum Beispiel aus dem Eisacktal, mit eingeblendet. Die gesamte 2022er-Basis des Weinguts ist beeindruckend. Klar sind die Weine dichter als die 2021er, aber die Harmonie ist in sich beeindruckend und stimmig. Der lang erwartete neue Release des Löwengang Chardonnay 2020 ist seit Kurzem in unserem Lager eingetroffen. Leider gibt es bedeutend weniger Flaschen als im Vorjahr. Qualitativ ist der Wein runder, cremiger und balancierter als der etwas nervigere 2019er. Der Chardonnay Gaun 2021 ist der kleine Bruder des Löwengang und sollte auf gar keinen Fall übersehen werden – sein Verhältnis von Preis und Genuss ist beinahe unschlagbar. Ganz besonders beeindruckend ist die Weißwein-Cuvée Cason Hirschprunn 2020, die dieses Jahr punktemäßig sogar mit dem Löwengang Chardonnay gleichauf liegt. Saftig, vibrierend und mit wundervoller Aromatik ausgestattet, war der Wein eines der Highlights meiner Reise.