Santenay Premier Cru Le Beaurepaire Rouge 2021

Jean-Marc Vincent: Santenay Premier Cru Le Beaurepaire Rouge 2021

Limitiert

Zum Winzer

94+
100
2
Pinot Noir 100%
5
rot, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2041
Verpackt in: 12er
9
seidig & aromatisch
fruchtbetont
3
Lobenberg: 94+/100
Decanter: 93/100
Parker: 92/100
Galloni: 91–93/100
6
Frankreich, Burgund, Cote d'Or
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Santenay Premier Cru Le Beaurepaire Rouge 2021

94+
/100

Lobenberg: Für JM Vincent ist 2021 eine Mischung aus 2014 und 2008. Kühl, voll auf der Frische laufend, konzentriert und am Ende reif, aber eben sehr spät. Hohe Säure und dichte Phenolik aus niedrigen Erträgen wegen Frost und sehr viel Pilzdruck. Ein traumhaftes Bouquet mit viel roter Frucht, verspielt und duftig, Pfingstrose, Veilchen, Schattenmorelle. Viel Energie, kreidiger Biss, süße und feinsäuerliche rote Waldfrüchte, Himbeere, Orangenschale, kanalisiert und kraftvoll, hochverdichtet, sehr beeindruckend – für einen Santenay allemal. Atemberaubend gut und auch bei Parker auf einem Niveau mit den Top 1ers Crus der Cote de Nuits. 95/100

Jahrgangsbericht

Was für ein unglaubliches Jahr! Auch im Burgund sind wir klimatisch wie charakterlich back to the roots der 80er bis 90er Jahre. Nach einer Serie von heißen bis extrem heißen Jahren seit 2015 eine wirklich willkommene Abwechslung. Die Weine sind berauschend frisch, saftig, straff und explosiv, kristallklar in ihrer Anmutung und Transparenz für die Terroirs. Gerade Letzteres ist ein Profil, das in manchem heißen Vorjahr nicht immer gegeben war. Ein Jahr für echte Burgund Afficionados, für Liebhaber der großen Klassik und der schlanken Finesse. Auf einen recht »normalen« Winter bezüglich Regen und Temperatur folgte ein ungewöhnlich rascher und warmer Frühling mit annähernd 30 Grad gegen Ende März. Der Austrieb erfolgte daher 10 Tage früher als erwartet, also Anfang statt Mitte April. da nahm das Drama seinen Lauf… denn eine Serie von brutalen Frostnächten vom fünften bis zum siebten April verwüstete Weite Teile des Mâconnais, der Côte Chalonnaise und an der Côte d’Or vor allem die Côte de Beaune, denn Chardonnay treibt früher aus als Pinot Noir. Aber selbst nördlichen Bereiche der Côte de Nuits wurden teils noch getroffen, wenn auch deutlich weniger. Nicht nur im Burgund, sondern in ganz Frankreich und Europa eine der kleinsten Weinernten seit Jahrzehnten – puh! Ein maßgeblicher Grund für die weiterhin galoppierende Preisentwicklung der Region. Es gibt einfach zu wenig Wein für die Welt. Der Sommer war eher kühl und sehr regenreich, mit 300mm doppelt so hoch wie normal. Die Trauben wuchsen und reiften entsprechend langsam und spät heran. Erst Mitte August kam die Wende mit beständig sonnig-warmem, trockenem Wetter. Die Lese begann dennoch viel später als in allen Vorjahren, meist erst ab der zweiten, dritten Septemberwoche im Süden des Mâconnais und der Côte Chalonnaise. Gegen die dritte, vierte Septemberwoche waren dann auch die kühleren Gemeinden wie Gevrey und Marsannay dran. Das unbeständige Wetter und einige Herbststürme entlang der Côtes hat die Erträge noch weiter dezimiert, sodass viele nur um die 15 bis 30 Hektoliter geerntet haben in Weiß und Rot. Die Lese zog sich in manchen Gemeinden bis Ende Oktober hin, das gab es kaum in den letzten 20 Jahren. Der Pflanzenschutz war eine Sisyphusarbeit, gerade die Biowinzer mussten quasi durchgehend rennen und auf ihre Sommerurlaube verzichten. Ein Nonstop-Job. Wer sauber gearbeitet hat und ein erfahrenes Leseteam einsetzt, konnte aber brillante, glockenklare Weine ernten. Nehmen wir mal Nicolas Potels Domaine de Bellene als Beispiel: Alkoholgrade im Schnitt um 13 Prozent, keinerlei Anreicherung nötig, keine Entsäuerung. Geht es noch besser?! Lange hatte ich nicht mehr so feine, verspielte, tänzerisch-leichte Pinot Noirs mit strahlend süßsäuerlicher Rotfruchtigkeit auf der Zunge! Weniger würzig-schwarzfruchtig-drückend als die Vorjahre. Einfach traumhaft schön zu trinken, zugänglich, geschliffen, die Tannine kaum spürbar. Die Chardonnays sind wieder etwas zitrischer, auch intensiv kräuterig-minzig und haben diesen spannungsreichen grünlichen Touch in der Frucht, den wir alle so lieben. Hohe Säuren, die aber gut von den hohen Extrakten aus den niedrigen Erträgen gepuffert werden. Eigentlich ist 2021 der Inbegriff dessen, worauf viele Winzer heute hinarbeiten, feine Strukturen, die sich trinkig und geschmeidig anfühlen, infusioniert eher denn extrahiert. Entsprechend waren fast alle absolut begeistert vom Profil der Weine 2021. Einige äußerten aber auch bedenken, ob die überwiegend angelsächsischen Journalisten den Jahrgang ebenso schätzen würden, denn er ist eben sehr oldschool und aromatisch und strukturell weit von den mediterranen Blockbustern von 2018 bis 2020 entfernt. Für mich persönlich ist 2021 Burgund ein wunderbares Highlight, von dem ich mir selbst mehr als von den Vorjahren in den Keller legen werde, weil es die pure Finesse ist. Wer erst in den letzten fünf Jahren mit dem Burgund angefangen hat, der wird den Sprung zu den 2021ern deutlich merken. Genießer, die sich schon 20 Jahre und mehr durch die Region trinken, werden sich in wohlig und genussreich an die Weine von Vorgestern erinnert fühlen, aber mit der geschliffenen Perfektion der Moderne. Für mich, ein wunderschöner Jahrgang.

93
/100

Decanter über: Santenay Premier Cru Le Beaurepaire Rouge

-- Decanter: Tiny yields (less than 17 hl/ha) meant impressive concentration for the’21 Beaurepaire from Jean-Marc Vincent. The impressions begin with pronounced, ripe aromas of blackberry fruit with a brambly edge and a suggestion of violets that transform into ripe flavours and a supple yet substantial texture on the palate. The tannins are finely-grained but balance the fresh acidity well. The grapes come from 0.45 hectares of young vines planted in marly limestone soils. This wine will drink well on release and stand up to at least mid-term ageing. 93/100

92
/100

Parker über: Santenay Premier Cru Le Beaurepaire Rouge

-- Parker: Aromas of plums, rich spices, licorice and smoke preface the 2021 Santenay 1er Cru Le Beaurepaire Rouge, a medium to full-bodied, rich and fleshy wine with a deep core of fruit, supple and powdery tannins and an expansive finish. This aromatic, characterful red will offer a broad drinking window. 92/100

91–93
/100

Galloni über: Santenay Premier Cru Le Beaurepaire Rouge

-- Galloni: The 2021 Santenay Le Beaurepaire 1er Cru has a vibrant nose with brambly red fruit, briary, white pepper and touches of pine. Lovely focus. The palate is medium-bodied with sappy red fruit, quite grippy with graphite-infused dark berry fruit; the 60-70% whole clusters imparts a strong peppery finish. There is an abiding sense of completeness here. 91-93/100

Mein Winzer

Jean-Marc Vincent

Jean-Marc Vincent ist der beste Winzer in Santenay, daran kann niemand zweifeln, der ihn und seine Frau je getroffen hat. An Leidenschaft und Lebensfreude sind sie kaum zu übertreffen, das überträgt sich auch auf ihre Weine.

Santenay Premier Cru Le Beaurepaire Rouge 2021