Malvasia Rosada 2022

Suertes del Marques: Malvasia Rosada 2022

Zum Winzer

94–95
100
2
Malvasia Rosada 95%, Negramoll 5%
5
rosé, trocken
11,5% Vol.
Trinkreife: 2025–2038
Verpackt in: 6er
9
strukturiert
unkonventionell
mineralisch
3
Lobenberg: 94–95/100
Parker zu 2020: 93/100
6
Spanien, Kanaren, Teneriffa
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Malvasia Rosada 2022

94–95
/100

Lobenberg: Ein Blend aus 95 Prozent Malvasia Rosada und 5 Prozent Negramoll. 100 Prozent Bioanbau auf vulkanischem Lehm. Als ganze Trauben vergoren und dann 9 Monate in gebrauchten französischen Barriques ausgebaut. Mittleres altrosa. An der Nase ein absoluter Genuss! Unfassbar duftig mit Blutorangenschale, Jasmin und feinen weißen Rosenblättern, Turkish Delight, reifer Pfirsich. Erst mit etwas Luft kommen mehr und mehr feine Kräuter Noten durch, ein Hauch grüner Tabak und Lorbeer. Alles ist in perfekter Balance, nichts ist zu viel. Im Mund knackig trocken mit ausgezeichneter Säure und feiner Haptik. Mega trinkanimierend. Wow!! Aber das ist trotzdem kein einfacher Trinkrosé, sondern eine Ode an die Freude – das Stimmungsbarometer geht durch die Decke mit diesem absoluten Genusswein. 94-95/100

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

93
/100

Parker zu 2020 über: Malvasia Rosada

-- Parker zu 2020: The pale 2020 Malvasía Rosada was produced with 95% Malvasía Rosada and 5% Negramoll from a six-year-old vineyard in the Hacienda Las Cañas that was already pruned in a cordón trenzado way. As in previous years, it fermented with full clusters in a plastic bin with indigenous yeasts and matured in a used 225-liter oak barrel for nine months. It has 11.5% alcohol and a pH of 3.51 and 5.68 grams of acidity. There is a little more complexity and depth here; the vines are a little older. The aromas are subtle, but the flavors are quite pungent. Only 290 bottles were produced. It was bottled in August 2021. 93/100

Mein Winzer

Suertes del Marqués

Suertes del Marqués ist ein kleines und im Grunde noch blutjunges Familienweingut. 2006 begannen sie ihre Weine selbst abzufüllen. Davor haben Sie den Wein als Zulieferer für andere Kellereien geliefert.

Malvasia Rosada 2022