Im Südosten Galiciens, nur einen Steinwurf von Portugal entfernt, liegt Monterrei – die kleinste Weinregion Spaniens, in der Winzer mit unerschütterlichem Pioniergeist Weine voller Eleganz, Charakter und atlantischer Frische erzeugen.

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Im Überblick

Weinregion

Die Landschaft von Monterrei

Galiciens Geheimtipp

Nur zehn Kilometer von der portugiesischen Grenze entfernt, in der Provinz Ourense, erstreckt sich das kleinste Weinanbaugebiet Spaniens in einem malerischen Tal voller Flüsse, Hügel und Berge. Gemeint ist die D.O. Monterrei, die in der grünsten Region Spaniens oft noch unter dem Radar fliegt. Doch die lediglich knapp 600 Hektar sind sowohl historisch als auch klimatisch eine Besonderheit innerhalb Galiciens. Vom höher gelegenen Berg aus erblickt man eine eindrucksvolle Festung, von der auch der Name „Monterrei“ stammt, was so viel bedeutet wie „Berg des Königs“. Blickt man vom Tal hinauf auf die steilen Weinberge, entdeckt man uralte Rebstöcke, teils noch im gemischten Satz gepflanzt – bestockt mit fast vergessenen, heimischen Rebsorten. Die Weine, die hier entstehen, sind geprägt vom Terroir, von der Gegend, von einer Mischung aus Tradition und Aufbruch. Oft von jungen Winzern, biologisch oder biodynamisch bewirtschaftete, uralte Weinberge, mit noch älteren Rebsorten, in einer Kulturlandschaft, die schlichtweg atemberaubend ist. Dieser Wind der Erneuerung, gepaart mit dem Respekt vor der Vergangenheit, lässt feinste Tropfen entstehen, die auf einem Drahtseil über die tiefen Täler des Monterrei tanzen. Charmante, vor Kraft strotzende Weine mit einer vollen, terroirgeprägten Frucht sind durchzogen mit mineralischer Energie und Salzigkeit, als würde man in einen reifen, saftigen Fruchtkorb beißen, der vorher mit feinstem Fleur de Sel bestreut wurde. Das ist wirklich die Magie dieses Ortes, die Magie von Monterrei.

MONTERREI IM LANDESINNEREN MIT KONTINENTALEM KLIMA UND FRISCHER NOTE

Klimatisch ist Monterrei durch seine Lage im Landesinneren nur schwach vom Atlantik beeinflusst – wenn überhaupt, dann lediglich durch kühle Winde. Das Klima ist vorwiegend kontinental geprägt. Auf etwa 400 Metern Höhe gelegen, sorgt die jährliche Niederschlagsmenge von mindestens 650 mm für eine unverzichtbare Frische in den Weinen. Die Winter sind oft eisig kalt, die Sommer heiß, mit kühlen Nächten. Die Schiefer- und Granitböden speichern die Wärme vom Tag allerdings hervorragend und so können die Trauben perfekt ausreifen.

Der biodynamisch arbeitende Winzer »Bernardo Estévez«, ursprünglich im nördlichen Ribeiro ansässig, entschied sich mit voller Überzeugung aufgrund der zunehmenden Erwärmung im Ribeiro, seine Anbaufläche zu verkleinern und nach Süden in das Monterrei zu wechseln. Seit 2022 bewirtschaftet er gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Xico de Mandín ihr Weingut und stellt einzigartigen Wein aus Monterrei her.

Bernardo Estévez arbeitet biodynamisch, bewirtschaftet ausschließlich heimische Rebsorten händisch oder mit dem Pferd, mittlerweile keine Seltenheit mehr in Monterrei

Die Landschaft in Monterrei

Monterrei Subzonen

Die Weinberge der D.O. Monterrei verteilen sich beidseitig des Flusses Río Támega sowie seine Nebenflüsse und rund um die Stadt Verín. In der Nähe der Flüsse dominieren fruchtbare Schwemmlandböden mit lehmigem, granitischem und sandigem Untergrund. Also eher schwere Böden, welche die Subzone »Val de Monterrei« bilden. Die zweite Subzone, »Ladeira de Monterrei«, ist durch Hang- und Höheren Lagen geprägt. Hier sind die Böden eher karg - voller Schiefer und Tonschiefer.

Lange galt Galicien als Land der Weißweine – grün, atlantisch, fischreich. Doch im Landesinneren, fernab der Küste, wurde traditionell genauso viel Fleisch gegessen wie Fisch – und damit stieg die Nachfrage nach Rotweinen.

Die höheren Schiefer geprägten Lagen sind oft mit Mencía und Bastardo bestockt. Mencía, eigentlich bekannt durch das naheliegende Bierzo, überzeugt durch Frische und seine fruchtbetonte Aromatik. Teilweise können die Weine doch sehr burgundisch wirken, allerdings etwas fordernder, als der klassische Pinot Noir Stil, etwas mineralischer, etwas kühler und etwas feiner. Bastardo ist genetisch identisch mit dem französischen Trousseau und liefert in Monterrei typischerweise oft Weine, die in der Jugend frisch, würzig, floral und fruchtig sind, dem Gamay ähneln, im Alter allerdings unverkennbar tief würzige und dunkelfruchtige Noten annehmen, gereiftem Nebbiolo ähnelnd. Auch Tempranillo, vor Ort Arauxa genannt, sowie der heimische Caíño Tinto und Sousón werden hier angebaut. Die Höhenlage und der karge Tonschiefer verleihen den Rotweinen aus Monterrei nahezu immer eine unverkennbare Würze und Frische, eine herrlich abwechslungsreiche Kombination.

Die weiße Rebsorte Godello - in Monterrei und dem naheliegenden Portugal als Verdello bekannt (nicht zu verwechseln mit dem Verdelho aus Madeira) - war fast durch die Reblaus ausgestorben. Nur engagierte Winzer wie »Bernardo Estévez« zählen zu jenen, die diese charaktervolle Rebsorte wirklich verstehen, sie rekultivieren und eben nicht durch ertragreichere, aber deutlich unspektakuläre Sorte wie Palomino ersetzen. Durch sorgfältige Arbeit im Weinberg und Keller entstehen aus Godello charaktervolle Weine mit Ausdruck, Säure und Tiefgang. Die alten Reben wurzeln tief in den Boden und können selbst in wasserarmen Jahren eine Mineralstoffversorgung gewährleisten. Dadurch sind die Weine oft hervorragend ausbalanciert zwischen einer cremigen Dichte und gleichzeitig idealen Nuancen von Frische und Säure. Das macht einfach großen Spaß und ist in guten Jahren mit an der Spitze der spanischen Weißweine. Neben dem Godello sind auch weiße Rebsorten wie Dona Blanca, Monstruosa und Treixadura zugelassen, aus denen mittlerweile nicht minder große Weine gekeltert werden.

Most of these varieties are still not well known, as little attention had been paid to them. Nowadays, the potential of these grapes is being explored by a group of young winemakers in different places. Some of them certainly have potential…