Lobenberg: Vincent Eymanns Lagenriesling aus dem, wegen seiner charmanten Art, so häufig unterschätzten Jahrgang 2020 – geprägt von kühlem Witterungsverlauf und einem langen, trockenen Herbst. Die Reben im Dürkheimer Fuchsmantel sind bis zu 90 Jahre alt, teils sogar noch wurzelecht, was insbesondere in der Pfalz eine enorme Seltenheit ist! Tief verwurzelt im kargen Buntsandstein. Natürlich Handlese, spontane Vergärung im großen Holz. Ein komplettes Jahr auf der Vollhefe sorgt für zusätzliche Dichte, Textur und Reifepotenzial. In der Nase zunächst ein ungewöhnlich würziger Auftakt für einen Riesling: Bergamotte, Blutorange, Mirabelle, ein Hauch Fenchelgrün und warmer Stein. Keine Fruchtbombe, sondern komplex und eher kräutrig-würzig, mit feinen reduktiven Anklängen und einer kühlen, zurückhaltenden Tiefe. Im Mund dann einerseits sehr konzentriert, aber keinerlei fett, keine Spur von einem warmen Jahrgang. – getragen nicht von Säure, sondern von Struktur und phenolischer Substanz. Die moderate Säure wird kompensiert durch einen spürbaren Gerbstoffkern, der an weißen Tee und Orangenschale erinnert. Die Textur ist fest, fast karg, dabei aber sehr präzise – ein Riesling, der mehr mit Spannung und mineralischem Nachdruck als mit Primärfrucht überzeugt. Im Abgang lang, salzig, kräutrig und noch erstaunlich jung wirkend. Die Kombination aus Reife, innerer Ruhe und straffer Architektur macht den Fuchsmantel 2020 zu einem der eigenständigsten Rieslinge des Hauses. Ein Wein, der Geduld verlangt, eben eher intellektuell als eine satte, laute Fruchtbome. Dafür Potenzial für viele Jahre Flaschenreife. Stark!