Riesling Gutswein 2021

Rings: Riesling Gutswein 2021

BIO

Zum Winzer

91+
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2022–2029
Verpackt in: 6er
9
frische Säure
mineralisch
3
Lobenberg: 91+/100
6
Deutschland, Pfalz
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Gutswein 2021

91+
/100

Lobenberg: Der Wein wächst zu 70 Prozent in Kallstadt. Überwiegend Stahl, aber auch ein paar Holzfassanteile. Schön knackig, aber nicht bissig, hat auch genug Saft darüber. Ein ausgesprochen grandioser Gutswein von den Rings Brüdern, der mich durchaus überrascht hat. Warum? Weil er so konsequent und kompromisslos ist! Die perfekte Visitenkarte für den puristischen, straighten Rings-Stil. Schon die Nase überzeugt eher mit mineralisch-zitrischen Nuancen als mit überbordender Frucht. Dazu ein bisschen Wildheit, die im Gutswein schon mutig ist, ich mag das. Feine Limettenzeste, etwas grüner Apfel und dazu für einen Gutswein bereits ungewöhnlich viel kreidig-steinige Anmutung. Sehr geschliffen und kühl. Der Mundeintritt ist ebenso straight wie saftig, ganz feine, reife Zitrusfrucht, auch hier etwas saftiger Apfel und grüne Birne, aber alles reduziert und dezent, nichts Lautes. Der geschliffene Mundeintritt wird von einer sehr feinen Säure getragen, die nicht scharf ist, obwohl der Wein schön trocken und so unbeirrt geradeauslaufend ist. Diese grandiose Saftigkeit macht den Wein ungemein lecker, obwohl er so ein Purist ist. So einen schicken Geradeausläufer als Visitenkarten auf die Flasche zu bringen ist mutig, aber absolut grandios. 91+/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

Mein Winzer

Rings

Seit 2008 sind die beiden jungen Brüder Steffen und Andreas Rings für das elterliche Weingut verantwortlich. Es folgte ein kometenhafter Aufstieg, ähnlich dem von Kai Schätzel, der 2015 in der VDP-Mitgliedschaft seinen zwischenzeitlichen Höhepunkt fand.