Lobenberg: Hier sind wir jetzt auf absolutem Weltklasse-Niveau in Sachen Sauvignon Blanc angekommen! Der Opus Oskar hat mittlerweile schon Kultstatus erlangt und ist die Jülg’sche Antwort auf ganz große Sauvignons wie Silex oder Zieregg. Opus Oskar ist quasi die Prestige Linie bei Jülg, eine Hommage an den Großvater Oskar. Das wäre eigentlich ein Großes Gewächs, aber Sauvignon Blanc ist nicht als GG-Rebsorte zugelassen. Er wächst in einer Einzellage in Wissembourg, also ganz knapp hinter der französischen Grenze. Purer, gelber Kalkstein. Ausgebaut überwiegend im neuen Barrique und Tonneau. Kühl und rauchig strömt es aus dem Glas. Ein in der Ferne entfachtes Streichholz, Feuerstein, jodige Meeresnoten wie Austernschale und Alge dominieren zu Beginn. Sandelholz und frisches Sauerteigbrot. Mit etwas Luft zeigt sich dann auch etwas Frucht. Klassische Stachelbeeraromen, weiße Johannisbeere, weißer Pfirsich, Limette, zarte Minzanklänge. Alles sehr dezent, sehr elegant. Man merkt sofort: Das ist ein schlummernder Riese, der wirklich Zeit braucht. Wirklich tief und komplex. Auf die Zunge trifft der Oskar dann mit einer erstaunlichen Dramatik – wow, hier geht richtig die Post ab! Alles vibriert nur so vor Mineralität und zupackender Säure! In Salz gewendete Limette und Bergamotte, helle Grapefruit, ganz dezent auch etwas Passionsfrucht und Zitronengras treffen auf eine enorme Salzigkeit. Dazu kommt auch ein leichter Gerbstoffbiss. Hier wird wirklich jede einzelne Papille beansprucht. Unheimlich viel Druck aufbauend am Gaumen geht der Wein in eine unfassbare Länge über, bis er schließlich mit zartem Hefeschmelz endet. Wirklich großes Kino und zurecht einer der Jülg-Weine mit der größten Fangemeinde. Stark!