Lobenberg: Dieser Syrah wächst auf den ältesten Parzellen, Kalkstein und Lehm. Uralte Syrah, die rund 90 Prozent des Weines ausmachen, dazu etwas Mourvèdre. Alles steht auf einem tonigen Terroir mit sehr viel Silex, also Feuerstein. Die Genetik ist zum Teil uralte Serine, wie an der Côte-Rotie und dem Hermitage, also die Urform der Syrah mit dickerer Haut und viel kleineren Beeren. Natürlich wie alles hier biologisch-organische Weinbergsarbeit, und das seit weit über zehn Jahren inzwischen. Natürlich alles spontan vergoren, überwiegend im rohen Beton. Der Ausbau findet zu je einem Drittel im Betonei, Barriques und Holzfudern von Stockinger statt. Er möchte im Grunde zeigen, das hier genauso große Weine möglich sind, wie in Châteaneuf, aber mit dem kühleren Einfluss seines Terroirs. Die Nase dieses Weins ist ungeheuerlich frisch, eine Syrah wie von der Nordrhone. Ich würde mich nicht wundern, wenn Cote-Rotie hier auf der Flasche stünde. Eher Cote-Rotie in der großen Frische als Hermitage. Schwarz, als sei er in geröstetem Holz gewesen, was er überhaupt nicht gesehen hat. Die Würze kommt alleine aus dem Terroir. Dunkle Kirsche, verbrannte Erde, Rosmarinzweig, getrocknete Blaubeere und sehr viel Krautwürzigkeit bis hin zu Myrre, Thymian, Estragon, und trotzdem bleibt alles frisch. Der Wein tänzelt aus dem Glas. Je länger ich ihn probiere, desto mehr scheint er dann als 2021 in seiner Herbheit auch etwas in Richtung Cornas zu gehen. Auch im Mund bleibt das Ganze unglaublich frisch und lang. Er kriegt dazu auch noch schöne feine Grapefruitaromatik, fast frischer Pfirsich dazu, sehr verspielt. Dieser Wein kann in einer Blindverkostung problemlos in der Nordrhone oder bei Syrah-orientierten Chateauneufs mitspielen.