Tertre de la Mouleyre: Chateau Tertre de la Mouleyre 2022

Chateau Tertre de la Mouleyre 2022 1,5 l

Holzkiste

Zum Winzer

Merlot 100%
rot, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2032–2060
Verpackt in: 3er OHK
pikant & würzig
saftig
strukturiert
Lobenberg: 100/100
Gerstl: 20+/20
Frankreich, Bordeaux, Saint Emilion
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateau Tertre de la Mouleyre 2022

100
/100

Der 2022er besteht aus 100 Prozent Merlot. Es gibt nur 4000 Flaschen. Die Reben werden hier durch die Lehmböden über reinem Kalkstein zwar gut mit Wasser versorgt, doch 2022 gab es definitiv wieder Ertragseinbußen durch die lange Trockenheit. Der 2022er hat eine reiche, dichte Schwarzkirsch-Nase. So satt, kaum vorstellbar. Dazu Cassis und süße Maulbeere, Lakritze, schwarze Erde, Lavendel, Orangenzesten. Einfach nur schick getragen in genialer, ultrafeiner Aromatik, noch ätherisch abgehobener als der geniale 20er. Aber alles auch voll intensiv. So unendlich delikat und multikomplex dazu, sooo raffiniert, so unglaublich spacig. Feinste pikante Schlehe und Sauerkirsche darunter, Kalkstein, Salz. Die reinste Verzückung. Das ist auch nicht archetypisch für Saint-Émilion, denn so etwas Delikates, Feines und gleichzeitig Konzentriertes in Feinheit und Finesse, gibt es in Saint-Émilion kaum. Dieser 2022 toppt alles, was ich dieses Jahr in Saint-Émilion getrunken habe, er liegt ob seiner multidimensionalen Samtigkeit und Seidigkeit noch oberhalb von Cheval Blanc. Das ist wohl noch vor dem 2020er des gleichen Winzers der beste Wein, den es hier je gab. Einfach ungeheuerlich, wieder mit dem Nachbarn Clos Louie in einer eigenen Liga und ganz ohne Zweifel der beste reine Merlot auf dem Planeten, wenn denn Finesse und multikomplexe Seide das Maß der Dinge ist. So reich und dicht und reif und doch sooooo ungeheuer fein und zugleich wahnsinnig vielschichtig. Nur ein wahnsinniger Biodynamiker mit nur einem Lebensinhalt und genialem Händchen kann von einem so winzigen Fleckchen besten Terroirs bei optimalen Bedingungen so etwas Feines erzeugen. Man kann dem gar nicht genug Achtung und Respekt entgegenbringen. Eric kennt jede seiner wenigen alten Pflanzen des einen Hektars persönlich, schont sie mit niedrigstem Ertrag und umsorgt sie biodynamisch und individuell. Wie können Petrus, Lafleur, Le Pin oder die 1er Cru beider Ufer so dramatisch viel teurer sein wo doch dieser Wein hier nicht nur viel rarer ist sondern sicher mindestens in der gleichen Liga spielt und der Liebes-Aufwand pro Rebstock ungleich höher ist? 100/100 *** Ein 1,36 Hektar großes Weingut, auf reinem Kalkstein gelegen, an der Grenze zu Castillon. Die Reben dieses Miniweinguts, das seit 1995 komplett auf Biodynamie umgestellt ist, sind zwischen 50 und 60 Jahre alt. Tertre de la Mouleyre liegt in Steinwurfentfernung zu Château Valandraud, in der anderen Richtung liegt Peby Faugères, nach unten folgt Castillons Superstar Clos Louie. Das Weingut wird in dritter Generation von Eric Jeanneteau betrieben, er lebt von diesen winzigen 1,66 Hektar. Sein Großvater begann mit insgesamt fünf Hektar Saint-Émilion und zwei Hektar Castillon. Das Terroir besteht hier aus reinem Kalkstein mit einer Lehmauflage. Der Ertrag der Dichtpflanzung wird über das Jahr hinweg auf maximal acht Trauben pro Stock reduziert, das bringt Erträge von weit unter einem halben Kilo pro Rebe. Das Weingut ist zwar biodynamisch zertifiziert, dies wird aber aus politischen Gründen nicht gelabelt. Der Ausbau erfolgt zu 60 Prozent in neuem Holz, zu 40 Prozent in Zweitbelegungen. Die spontane Fermentation geschieht in INOX-Gärbehältern von maximal 25 Hektolitern, um Parzelle für Parzelle separat vergären zu können. Die Vergärung wird relativ rasch bei durchaus hohen Temperaturen vollzogen, alles schwefelfrei. Auch in der Zeit der malolaktischen Gärung und des Ausbaus bleibt der Wein immer noch ohne Schwefel, den bekommt er erst bei der Abfüllung. Es wird mit Bâtonnage gearbeitet. Eric Jeanneteau war lange Zeit Partner der Tochter von Francois Mitjavile von Tertre Roteboeuf. Zumindest in der Entwicklung der Weine ein ganz hervorragender Familienzusammenschluss. Auch wenn das Paar mittlerweile nicht mehr zusammen ist und Tertre de la Mouleyre ob seiner Unbekanntheit auf einem völlig anderen Preislevel liegt, reden wir hier von der gleichen Liga.

Jahrgangsbericht

Der Ausnahme-Jahrgang 2022 gilt als eine der konzentriertesten und reichsten Saisons aller Zeiten – trotz extremer Sommerhitze bestechen die Top-Weine mit monumentaler Dichte, einer überraschend tiefen Säurestruktur und beispiellosem Lagerpotenzial.

20+
/20

Gerstl über: Chateau Tertre de la Mouleyre

Hier stehe ich wieder, in diesem extrem kleinen Keller. Eric hat immer ein Lächeln auf den Lippen, wenn er vom Jahrgang 2022 erzählt. Alles hat gepasst, auch Frische und Eleganz sind da. Dieses Kleinstweingut ist inzwischen an der Spitze vom St-Emilion angelangt, es braucht den Vergleich mit den allerbesten Châteaux nicht zu scheuen. Die Nase ist höchst aromatisch und sehr fein gewoben, etwas Pfeffer und Veilchen, macht grosse Freude. Am Gaumen wiederum extrem frisch, die Kraft ist da, unglaubliche Aromatik, viel Spannung. Der Wein bereitet unglaublich viel Vergnügen beim Degustieren, am liebsten würde ich hier einen satten Schluck nehmen (statt spucken). Alles ist hier der Eleganz und der Feinheit gewidmet, das kriegt man nur hin, wenn man einen extremen Aufwand in den Rebgärten betreibt, Eric arbeitet quasi mit der Nagelschere. 20+/20

Mein Winzer

Tertre de la Mouleyre

1,7 Hektar großes, auf Kalkstein an der Grenze zu Castillon gelegenes Weingut. Die Reben dieses Mini-Weinguts, das seit 1995 komplett auf Bio umgestellt ist, sind um die 50 Jahre alt. 80% Merlot, 20% Cabernet Franc.

Chateau Tertre de la Mouleyre 2022