Riesling C.O. Liquid Earth 2017

Battenfeld-Spanier & Kühling-Gillot: Riesling C.O. Liquid Earth 2017

Weinclub

BIO

Limitiert

Zum Winzer

100
100
2
Riesling 100%
5
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2026–2054
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
frische Säure
3
Lobenberg: 100/100
Suckling: 97/100
Weinwisser: 19/20
6
Deutschland, Rheinhessen
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling C.O. Liquid Earth 2017

100
/100

Lobenberg: Wo soll man bei diesem Ausnahme-Riesling anfangen? C.O. ist eine Ikone. Gewissermaßen auch eine Legende, denn viele sprechen über diesen Riesling, aber nur die Wenigsten hatten bisher die Chance ihn überhaupt einmal zu kosten. Kein Wunder, denn eigentlich ist C.O. – was übrigens für die Initialen des Power-Couples Carolin und Oliver steht – die persönliche Familienreserve des Weinguts. 2005 als Hochzeitswein der beiden erstmals erschienen, wird er seitdem Jahr für Jahr erzeugt und wandert dann für viele Jahre in den Reifekeller. Erst nach ein paar Jahren Flaschenreife werden dann hin und wieder Kleinstmengen davon in den Markt gegeben. Gelegentlich hat man mal das Glück eine Flasche auf einer Weinkarte zu entdecken, aber nur ganz selten hat es diese Rarität bisher überhaupt in den freien Verkauf geschafft. Die Betonung liegt auf bisher – denn mit dem 2017er feiert der C.O. quasi seine Weltpremiere auf dem Place de Bordeaux. Aber es gibt nur 1200 Flaschen weltweit. Damit wird er in bester Gesellschaft, neben anderen internationalen Ikonen wie Opus One, Masseto, Solaia und Thienot Champagner stehen. Genau der richtige Platz für einen Riesling dieses Formats. *** So viel zur Story, aber jetzt zum Wein. C.O. ist offiziell kein Großes Gewächs. Andere große Rieslinge, wie Kellers G-Max, Kühns Schlehdorn oder Tim Fröhlichs neuer FINAL beweisen aber, das die besten Rieslinge den Zusatz »GG« häufig gar nicht brauchen. Es ist dennoch ein Wein aus einer ganz besonderen Einzellage, die eng mit der Familie verbunden ist. Die alten Rieslingreben stehen im steilsten und kargsten Teil des kühlen Zellertals, gelegen zwischen den Grand Crus Frauenberg und Schwarzer Herrgott. Diese Top-Parzelle heißt »Bei den Felsen« – ein Hinweis auf den extrem kargen, puren Kalkfels, der diese Steillage prägt. Seit 1998 ein Monopol der Familie, weshalb diese Parzelle auch nie klassifiziert wurde. Geringer Ertrag von nur 25-30 hl pro Hektar. Biodynamische Bewirtschaftung ist im Hause Spanier-Gillot selbstverständlich. Die penibelst selektierten Trauben wurden sehr schonend, über 24 Stunden, gepresst. Anschließende Spontangärung im traditionellen 1200 Liter Stückfass. Dort verblieb der Wein bis zum Juli 2018 auf der Hefe, bevor er im August dann unfiltriert abgefüllt wurde. Jetzt, 2022, nach weiteren vier Jahren Flaschenreife im Gutskeller, wird der C.O. erst in die Weinwelt freigelassen. Die erste Nase lässt mich schon staunen! Ist das wirklich ein Riesling vom Kalkstein? Diese unfassbar dicht verwobene, rauchige, tiefdunkle Mineralität erinnert eher an Basalt wie wir es aus dem Forster Pechstein kennen. Mit etwas Luft kommt dann aber der kristallklare Kern durch. Kühle, salzige Meeresbrise, fast Austernschale, noble Reduktion und viel nasser Stein. Frucht sucht man hier erstmal vergebens, das ist so unglaublich tief und vielschichtig in dieser puristischen, kargen Steinigkeit. Der Zusatz »Liquid Earth« ist hier schon bewusst und zurecht gewählt. Dann kommt irgendwann doch auch etwas verhaltene Frucht unter diesem dunklen Schleier hervor. Quitte, Zitronenschale, Bergamotte, alles ätherisch abgehoben, untermalt von Melisse, Apfelblüte und weißem Tee. Schon die Nase ist einfach nur ein hochkomplexes Ereignis, man könnte hier ewig hineinriechen. Irre! Am Gaumen setzt sich das Spiel fort. Die brachiale Mineralität kracht hier so richtig rein. In Salz gewendete Zitrone, saure Mandarine, Apfel, Passionsfrucht und Aprikose. Salz rollt immer wieder an den Zungenrändern hoch. Grandioses Spiel der Texturen, feines Gerbstoffgerüst changiert immer wieder mit kristalliner Säure, dieser salzig-kalkigen Mineralität und cremigem Schmelz im Nachhall. Wow, was ist das für ein phänomenales Unikat! So enorm pikant, dunkelwürzig, zupackend und mit schier unendlich langem Spannungsbogen. Ultrafein, so dicht und druckvoll zugleich, »Stein-Wein« konsequent auf die Spitze getrieben. Ein Meisterstück der Präzision. Ganz, ganz großes Kino. 100/100

97
/100

Suckling über: Riesling C.O. Liquid Earth

-- Suckling: This feels like a German version of Trimbach's Clos Ste. Hune, but because the climate is cooler in Rheinhessen than in Alsace, this has very moderate alcoholic content and crisper acidity. Just a whiff of toast wafts over the lemon-curd, candied-lemon and wild-thyme aromas. Tremendous structure is married to almond-like creaminess and herbal freshness, the whole greater than the sum of the parts. Now just entering the ideal drinking window. Very long, toasty and chalky finish with plenty of energy. From organically grown grapes. 97/100

19
/20

Weinwisser über: Riesling C.O. Liquid Earth

-- Weinwisser: Wonderfully focused on the palate and precisely arranged, with the fine creaminess lending the wine an elegant texture, continu- ing with refreshing notes of mint and lemon balm that linger into the ethereal, stony finale. Plays fully on the side of finesse with the self-confidence of a grand wine. 19/20

Weingut über: Riesling C.O. Liquid Earth

-- Weingut: Der C.O. wurde 2005 als Hochzeitswein für Carolin und H.O. Spanier gefüllt und wird seitdem jedes Jahr im Reifekeller als FAMILIEN-RESERVE gelagert. Seine herausragende Qualität sicherte ihm schnell einen Platz unter den Spitzen-Rieslingen des Landes. Mit dem Jahrgang 2017 wird der CO zum ersten Mal in der Geschichte der Bordelaiser Négociants am berühmtesten Handelsplatz für Grand Vins weltweit vermarktet. Reife macht den Unterschied zwischen einem guten und einem außergewöhnlichen Wein. H.O. und Carolin Spanier haben daher einen unterirdischen und naturkühlen Reifekeller von 1800 Quadratmetern bauen lassen. Eine große Investition für das Weingut, aber die ideale Voraussetzung, um perfekt gereifte Weine auf den Markt bringen zu können. »C.O.« wird erst nach einigen Jahren Flaschenruhe im Reifekeller lanciert. Einer der ganz wenigen Weißweine weltweit, die der Öffentlichkeit erst im perfekten Zustand gezeigt werden. »C.O.« stammt aus dem steilsten Teil des Zellertals, zwischen Frauenberg GC und Schwarzer Herrgott GC. Der C.O. ist ganz und gar eine Kreation des Zellertals selbst. Eine Selektion der ältesten Reben aus den besten Parzellen – die Herkunft ist damit, wie auch bei etlichen raren Weinen aus dem Burgund oder dem Piemont, nicht deckungsgleich mit der Lagenklassifikation. Die wichtigsten Parzellen befinden sich im Alleinbesitz des Weinguts und wurden daher 1998 nicht klassifiziert. Diese werden im Volksmund „Bei den Felsen“ genannt – ein Hinweis auf den kalkhaltigen und felsigen Untergrund. Hier fehlt jedwede Frucht, aber viel Salz, Stein, Kalkstein und mineralische Würze – ein Monolith, aus dem die Zeit die Skulptur erst meißeln muss. Man meint, den puren Stein zu schmecken, worin der Namenszusatz »Liquid Earth by H.O.« begründet liegt. »C.O.« ist der pure Ausdruck des Zellertals selbst. Strahlend goldgelb mit leuchtenden Reflexionen im Glas erinnert die Nase an nasse Flusskiesel, Tafelkreide, gestoßene Austernschalen und eine leichte Meeresbrise, verbunden durch distinktiv zitrischen Aromen mit dezent rauchigen Noten im Obertonbereich. Im Antrunk ist der C.O. seidig und streichelt den Gaumen mit feiner Viskosität, ohne dabei seine explosive Kraft und immense Dichte zu verbergen. Die Rebsortentypizität tritt zurück und so präsentiert er sich als stringent strukturelles Erlebnis und symbolisiert die tiefe Verbundenheit mit seiner Heimat, den Böden und zum Fels. Der C.O. ist eine echte Reserve, die erst ins Glas kommt, wenn die erste Trinkreife im Weingut erreicht wurde - bewusst Konventionen sprengend.

Mein Winzer

Battenfeld-Spanier & Kühling-Gillot

Caroline Kühling-Spanier und ihr Mann H.O. Spanier oder die Grande Dame und der Grandseigneur Rheinhessens wie man auch sagen könnte. Beide vereint die tiefe Naturverbundenheit, die sich durch eine biologische bzw. seit 2005 auch biodynamische Arbeitsweise ausdrückt. Sowie die Liebe zum...