Saalwächter

Silvaner Alte Reben trocken 2019

Limitiert

mineralisch
96
100
2
Silvaner 100%
5
weiß
12,5% Vol.
Trinkreife: 2022–2037
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96/100
6
Deutschland, Rheinhessen
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Silvaner Alte Reben trocken 2019

96
/100

Lobenberg: Es gibt nur einen viertel Hektar, die alten Reben sind jetzt fast 50 Jahre alt. Die Reben stehen in Ostexposition, also relativ kühl. 12-stündige Maischestandzeit über Nacht und dann mit der Spindelpresse abgepresst. Spontan im großen Holzfass komplett durchgegoren. Ausbau für ein Jahr im gebrauchten Holzfass auf der Hefe. So wie Carsten Saalwächter das bei Hanspeter Ziereisen gelernt hat, der neben Fritz Becker aus Schweigen und Jean Chartron im Burgund sicher der Haupteinfluss als Lehrmeister für die Weißweine des Senkrechtstarters waren. Die Frucht ist reduziert, eher steinig-herb, wie bei Hanspeter Ziereisen, wirklich sehr schick. Auch zeigt der Wein eine immense Substanz. Rauchig unterlegt, wie ein Oberklasse Chenin Blanc von der Loire, dazu eine zarte Süße aus fast nur weißer, kristalliner Frucht. Viel Feuerstein. Dieses helle Gestein und die feine kühle Reduktion ist das, was Carsten an Silvaner am meisten begeistert. So wie Sylvain Pataille im Burgund mit Aligoté, bedarf es schon eines besonderen Talentes, um aus den Underdog-Sorten große Weine zu machen. Carsten schafft das mit Silvaner auch. Im Mund kommt dann nur unwesentlich mehr Frucht dazu, weißer Pfirsich, Limettenzeste, Brioche, knackig-frische Blaubeere. Hintenraus mit präsentem Gerbstoff-Gripp, aber samtig und seidig, cremig abgepuffert. Ein tiefer Silvaner aus den alten Reben, der aber überhaupt nicht fett ist, auch wenn er das Gegenteil der klassischen stahligen Franken Silvaner ist und in seiner Cremigkeit und seiner Dichte schon in der gleichen Liga spielt wie Rudolf May in Retzstadt. Ich bin völlig begeistert von diesem Silvaner. Rheinhessen stellt ja mit Michel Teschke und Kai Schätzel sowieso Silvaner Superstars. Der Ansatz von Carsten Saalwächter ist eher burgundisch, schon etwas an Ziereisen im Stil erinnernd, schmelzig, mit viel Gripp. Dieses Spiel mit dem Gerbstoff beherrscht er schon sehr gut. Wohingegen Teschke puristischer ist und der stellt ja sicher die Benchmark in Rheinhessen. Carsten Saalwächter kann aber mit seiner völlig anderen Stilistik auch in der Oberliga mitspielen. Von diesem Silvaner und allen anderen Weinen von Carsten Saalwächter gibt es leider immer nur limitierte Mengen. 96/100

Mein Winzer

Saalwächter

Das Weingut Saalwächter liegt mit seinen 11.5 Hektar im beschaulichen Ingelheim am Rhein. Dem Rheingau gegenüberliegend auf der anderen Rheinseite, ganz im Norden Rheinhessens auf diesem famosen Muschelkalkplateau. Carsten Saalwächter hat uns direkt beim ersten Besuch auf dem Weingut ausgesprochen...