Perrin / Beaucastel: Chateauneuf du Pape Chateau de Beaucastel 2023

Perrin / Beaucastel: Chateauneuf du Pape Chateau de Beaucastel 2023

BIO

Holzkiste

Zum Winzer

Cinsault, Counoise, Grenache, Mourvedre, Muscardin, Syrah, Terre Noir, Vaccarese
rot, trocken
14,5% Vol.
Trinkreife: 2029–2063
Verpackt in: 6er OHK
voluminös & kräftig
pikant & würzig
Lobenberg: 97–100/100
Suckling: 97/100
Jeb Dunnuck: 96/100
Decanter: 96/100
Frankreich, Rhone, Chateauneuf du Pape
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Chateauneuf du Pape Chateau de Beaucastel 2023

97–100
/100

Beaucastel hat mehrere Besonderheiten. Zuallererst ist es ein waschechter Biodynamiker. Aber das gibt es natürlich bei Vieille Julienne auch. Generell ist das im Châteauneuf allerdings noch eine richtige Ausnahme. Bio sind aber mittlerweile viele. Die nächste Besonderheit ist die Lage der Domaine. Sie liegt extrem im Wind, Mistral ohne Ende. Es gibt hier fast nie Probleme mit Fäulnis, deswegen ist die Biodynamie auch so einfach durchzuführen. Dazu kommt die große Schwerpunktsetzung auf die Rebsorte Mourvèdre. Wenn wo anders teilweise reiner Grenache läuft, ist Beaucastel schon noch auf einer Vielfalt aufgebaut. Zum Mourvèdre kommen Grenache, Syrah, Counoise, Cinsault, Terre Noir, Muscardin und Vaccarese. Alle Rebsorten werden hier separat vinifiziert, die Trauben werden zu 100 Prozent entrappt. Spontane Gärung in großen Fudern und Betontanks, je nach Rebsorte. Danach wird ganz sanft gepresst, der verbliebene Trester bleibt sogar feucht, wenn er in den Weinberg gefahren wird. Ausbau in großen, alten Fuderfässern für zwei Jahre. Beaucastel ist ein einziger, zusammenhängender Weinberg, mit insgesamt 80 Hektar. Das Terroir ist überwiegend weißer Lehm und Kalkstein. Ein ähnliches Terroir wie in den besten Lagen des Barolo-Gebiets. Cannubi zum Beispiel. Ein einziger zusammenhängender Weinberg, mit homogenem Untergrund, ist also eine weitere Besonderheit von Beaucastel. Mourvèdre-Mistral-Terroir mit der Eleganz eines der besten Terroirs der Rhône. 2023 wurde auf Beaucastel das erste Mal nachts gelesen, um die Frische noch besser zu erhalten. In Kalifornien und Australien ist das schon Standard in den Top-Weingütern. Das bringt noch mehr Präzision in die Moste und verlangsamt die spontanen Vergärungen für mehr Komplexität. Das Jahr 2023 ist seidiger und saftiger, blumig-verspielter als 2022, das blockiger und intensiver in den Tanninen. Was 2023 wirklich besonders macht, ist diese unglaubliche Tanninqualität. Es ist sooo cremig-fein, dass es die reinste Wonne ist. Der 2023er Beaucastel ist zugleich zart und höchstintensiv. Die Eisenfaust im Samthandschuh, Holunderbeere, provencalisches Nougat, Kakao und Veilchen, die sehr typisch sind für dieses blumige 2023. Feine Kirschlikörnote im Nachgang, die Veilchen kommen immer wieder hoch. Rosenblätter – eine geniale Blumigkeit! Die dunkle Frucht der extrem gut geratenen Mourvèdre schlägt im Mund noch mehr zu als in der grenache-basierten Nase, hier wird es unerwartet kraftvoll, schiebend, aber ohne je diese mit hedonistisch saftige Textur von 2023 zu verlassen. Es bleibt die reinste Trinkfreude. Dieser seidige Fluss von 2023 passt ungemein gut zu Beaucastel, genau wie zu Clos des Papes, den wohl burgundischsten Châteauneufs überhaupt. Aber aromatisch sind wir schon weit im Süden, sind wir vollreif und wahnsinnig intensiv. Sehr mediterrane, warm-würzige Aromenwelt, aber das Ganze eben in Samt und Seide verpackt. Was für eine Ode an die Freunde!

Jahrgangsbericht

Jahrgang 2023 Rhone: Ein Jahrgang auf Messers Schneide! Es brauchte nur ein paar Tage, die das Jahr zwischen einem »Grand Millésime« und einem »Millésime complexe« schwanken ließen. Der letztlich doch noch "klassische" Winter, der von einer ziemlich strengen Kälte geprägt war, verhinderte zum Glück den zu frühen Austrieb und damit jedes Risiko von Frühjahrsfrösten. Der folgende Vegetationszyklus brachte regelmäßige und glücklicherweise reichliche Regenfälle. Daraus resultierende Pilz-Krankheiten setzen die Winzer aber unter Druck! Die Erfahrung des Jahrgangs 2018 mit starkem Mehltau, der den Winzern noch leidvoll gut in Erinnerung ist, sorgte jedoch dafür, dass dieser Pilz-Druck bei den besten Winzern mit Erfahrung und viel Arbeit eingegrenzt werden konnte. Diese Winzer gingen somit gelassen und mit guten Wasserreserven in die Sommersaison, eine qualitativ schöne und große Ernte stand in Aussicht. Außerdem, und das ist selten, beglückte der Sommer die Winzer nochmal mit einigen milden Regenfällen. Am 15. August waren die Weinberge der Rhône gesund und grün. Die Winzer rieben sich die Hände, denn alles deutete auf einen »Grand Millésime« hin. Leider hat Mutter Natur, wie so oft in den letzten Jahren, in einigen Teilbereichen 2023 doch noch anders entschieden. Für einige Tage wurden die Weinberge der Rhône von einer extremen Hitzewelle heimgesucht. Die Trauben auf jungen Rebstöcken und jungen Terroirs hatten kaum eine Chance. Der totale Stillstand im Weinberg. Nur die wirklich alten Vieilles Vignes mit geringen Erträgen, dazu auf geschützten und alten Terroirs, fanden die Widerstandsfähigkeit, um ihre Trauben weiter zur optimalen Reife zu bringen. Die Katastrophe wurde somit nur in Teilen abgewendet, nur sehr alte Reben auf Top-Terroirs brachten grandiose Ergebnisse, aber in Summe über alle jüngeren Weinberge sind die Qualitäten wirklich mehr als heterogen, selbst in den arrivierten und besten Weinkellern... Eine grandiose, sehr spitze Spitze der Pyramide und darunter viel Durchwachsenes. Wieder einmal hat die akribische Selektionsarbeit im Weinberg ihren Sinn erfüllt! Die südliche Rhône: Paradoxerweise zeigen die Weißweine viel Lebendigkeit, Frische und aromatisch-mineralische Ausgewogenheit. Die Gaumen sind strahlend und harmonisch. Unerwartet und großartig. - Die Qualitäten bei den Rotweinen sind dagegen von Rebsorte zu Rebsorte sehr unterschiedlich. Entgegen allen Erwartungen kommen die Syrahs mit moderater Frucht erstaunlich gut weg. Die Weine aus sehr alten “Vieux Grenache” sind wunderbar rassig und von sehr großer Präzision, ein großes Jahr für sehr alte Reben. Junge Grenache aber litten sehr. Die nördliche Rhône: Hier gibt es weiß eine gewisse Ähnlichkeit mit den so herrlichen südlichen Weißweinen, wobei die Dichte sogar etwas ausgeprägter ist, superbe Ergebnisse... Die Qualitäten bei den Rotweinen variieren jedoch von einer Appellation zur anderen und sogar innerhalb der Appellation, abhängig eben vom Rebalter und vom Terroir. Ein Jahrgang, der uns bei den wenigen richtig gelungenen und großen Weinen in der Spitze, aber eben nur da, enorm an den Superjahrgang 2016 denken lässt. Und für den Norden des Nordens gilt »Spéciale!«: Saint Joseph, Condrieu and Cote Rôtie zeigen einige Jahrhundertweine.

97
/100

Suckling über: Chateauneuf du Pape Chateau de Beaucastel

Dense licorice and forest berry aromas mask the deep tannin structure of this Chateauneuf-du-Pape masterpiece. Full-bodied but with a lightness of touch. Then the power and stony intensity pour over you in a giant wave. The freshness is extraordinary for this hot and dry vintage. Serious tannins in the very long, compact and refined finish. From organically grown grapes. Drinkable now, but best from 2027.,,

96
/100

Jeb Dunnuck über: Chateauneuf du Pape Chateau de Beaucastel

The estate lost some Grenache due to shatter, so the 2023 Châteauneuf Du Pape is based on 40% Mourvèdre, 30% Grenache, 10% Counoise, 10% Syrah, and the rest a mix of permitted varieties. It was all destemmed except for the Syrah and brought up in foudre. The higher Mourvèdre component gives it a more serious, focused style than most in the vintage, and it has darker blackberry fruits intermixed with roasted herbs, spring flowers, violets, and some meaty nuances on the nose. Medium to full-bodied on the palate, with a deep, pure, layered mouthfeel, it has ripe, velvety, yet building tannins and a great finish. Another beautiful vintage for this cuvée, it has the approachable style of the vintage yet brings more than enough density and concentration to evolve for 30 years. Drink 2025-2054.,,

96
/100

Decanter über: Chateauneuf du Pape Chateau de Beaucastel

A tasting of the constituent parts this year, so this is a provisional score. The Terret Noir, Muscardin and Vaccarèse were fermented together; they provide the more fragrant top notes, bright and attractive if not deep. The Cinsault was perfumed and fresh, with fine tannins. The Counoise was more savoury, with more depth and tannin; tense and saline, and spicy thanks to 50% whole-bunch fermentation. The Grenache was soft and supple, fairly dark in colour, quite structured, with impressive freshness, tannins and acidity. The Syrah was deep, intense, black-fruited and peppery – quite potent in alcohol, with intense tannins. The Mourvèdre will be 30% of the blend, contributing mouthcoating, deep and succulent tannins, plenty of flesh and quite high alcohol. The overall impression is a deliciously rich and ripe Beaucastel, not as structured as the 2022, that is likely to score around 95-96 once blended and bottled.,

Mein Winzer

Famille Perrin

Beaucastel ist ganz sicher seit Jahrzehnten der Primus inter Pares in der südlichen Rhone und einer der wenigen Betriebe, der für den roten Chateauneuf noch alle 13 zugelassenen Traubensorten verwendet.

Chateauneuf du Pape Chateau de Beaucastel 2023