Las Lamas 2021

Descendientes de J. Palacios

Las Lamas 2021

frische Säure
saftig
pikant & würzig
98–100
100
2
Mencia
5
rot
15,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2049
Verpackt in: 6er OHK
3
Lobenberg: 98–100/100
6
Spanien, Bierzo
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Las Lamas 2021

98–100
/100

Lobenberg: Der Wein hat eine schwarze, reife, dichte, fleischige Nase. Geröstetes Fleisch, unglaublich wuchtig. Wieder an die Nordrhône erinnernd – Hermitage könnte Pate gestanden haben. So reich und dicht! Dahinter Lakritze und Garrigue-Würze, Schiefer, Eisen, Magnesium und Mangan – alles kommt durch. Das ist eine irre würzige und sehr eigenwillige Nase. »A class of its own«. Wow, was für ein Mundeintritt, es knallt richtig! Eine Explosion! Die Augen ziehen sich zusammen, Vibration ohne Ende. Der Wein ist kühl und reif zugleich, er hat nur 14 Volumenprozent und trotzdem kommt er mit hoher Reife daher, ist unendlich lang und steht für Minuten. Das Aussprechen dieses Textes ist schon schwer ob dieser hohen Intensität. Der Wein vibriert und diese unterschiedlichen Metallarten geben zusammen mit den Rappen eine ganz schwer zu beschreibende Würze. Es ist ein richtiger Extremist im Bierzo mit dieser großen Dichte, der Spannung und dieser schwarzen Schiefer-Metallwürze dahinter. Druckvoll und doch unglaublich fein. Die Tannine sind poliert, nichts ist grob, nichts ist unreif, nichts grün. Alles ist so hochgradig eigenwillig. Das Gegenteil von Everybody’s Darling, aber spannend allemal. Ich denke aber, dass man die Flaschen zu zweit oder zu dritt teilen sollte. Eine Bereicherung eines Kaminabends – ohne jeden Zweifel. Und ob seiner Kraft auch ein vorzüglicher Essensbegleiter zu jeglichen intensiven Gerichten. 98-100/100 *** Descendientes – also die Abkömmlinge von J. Palacios. Er war der Vater von Alvaro und der Großvater von Ricardo. Sie betreiben dieses Joint Venture in Bierzo, das von Ricardo auf Anregung seines Onkels Alvaro gegründet wurde. Las Lamas bedeutet in Galicien Lehm. Wir haben also einen großen Anteil davon in diesem Weinberg. Der Hauptbestandteil ist aber Schiefer, der sich im Laufe der Zeit fast aufgelöst hat. Durch einen Anteil Eisen hat sich der Boden rötlich verfärbt. Man findet auch Mangan und Magnesium. Der sehr steile Weinberg liegt auf 600 bis 720 Metern Höhe. Die 1,75 Hektar Reben stehen zu 100 Prozent in Südexposition und verteilen sich auf sieben kleinere Plots. Die ältesten Stöcke sind 120 Jahre alt, die jüngsten 70 Jahre. Es ist der wärmste Weinberg auf diesem Weingut. Der Wein besteht aus 97 Prozent Mencia und drei Prozent Weißweinsorten. Im Weingut werden circa 20 Prozent der Trauben nicht entrappt, sie werden in den Holzgärtank gegeben und mit Füßen angequetscht. Anschließend wird die restliche entrappte Maische draufgegeben. Die Gärung dauert ungefähr zwei Monate. Anschließend wird das Ganze abgepresst und für den Ausbau in große Holz-, Stahl- und Betonfässern gegeben, später in Holz mit unterschiedlichen Größen – Barriques sowie 500- bis 700-Liter Fässer. Es gibt 2021 rund 4.000 Flaschen von diesem Wein.

Jahrgangsbericht

Der Winter 2020/2021 brachte zwischen Dezember und März sehr viel Regen und Schnee, auch etwas Frost. Die Böden waren vor dem Austrieb der Reben mit ordentlichen Wasserreserven gefüllt – ein guter Start in den Jahrgang 2021. Die Blüte verlief bis auf kleine Verrieselungen ziemlich normal, kein Frost, kein Mehltau. Dann folgten nach einem trockenen Mai noch vor der Blüte große Regenmengen im Juni. Nach der Blüte begann ein sehr trockener, warmer, teils heißer Sommer. Hitze- und Trockenstress waren die Folge, die Reben machten ab Mitte August total dicht, um sich zu schützen. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt dickschalig und kerngesund, Sorge bereitet aber die phenolische Reife, die durch den Stillstand der Reben nicht erreicht werden konnte. Dieses Phänomen gab es in allen Regionen der nördlichen Hälfte Spaniens, also in allen Topregionen. Von Anfang September bis zum 25. September gab es einige Tage satten Regen. Durch die neue Wasserversorgung setzten Photosynthese und Reifung sofort ein. Ab dem 25. September war es trocken, extrem sonnig und warm, nachts sanken die Temperaturen deutlich. Fünf traumhafte Wochen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nach und hochintensiver Sonne folgten. Diese große Kühle, ja Kälte der Nächte, nach dem letzten Regen vom 25. September, gilt als der Schlüssel zu diesem großen, reifen und zugleich frischen Cool-Climate-Jahrgang. Das Ergebnis waren überall hochgesunde, dickschalige Beeren mit sattem Tannin und hoher Säure vor der Lese im Herbst. Die Weine sind weniger extremreif und immens als 2019, aber deutlich aromatischer und reifer als 2018, mit einer Frische, die ihresgleichen sucht.In Bierzo verlief der Jahrgang 2021 etwas anders als in den restlichen Topregionen Spaniens. Nach einem recht kühlen Frühjahr folgte ein extrem heißer Sommer. Viele Winzerinnen und Winzer planten schon für eine extrem frühe Lese mit extrem reifen Weinen. Am Ende hat der Jahrgang aber die Kühle des Frühjahrs beibehalten – die Weine haben alle 13,5 Volumenprozent Alkohol. Die Hitze des Sommers ist nicht die Dominante in den Weinen. Es sind also grundsätzlich sehr reife, aber auch sehr kühle Weine.

Mein Winzer

Descendientes de J. Palacios

Alvaro Palacios, die Legende aus dem Priorat, der Selfmade-Superstar. Und Bierzo, eine der nördlichsten Weinbauregionen Spaniens, der ein sagenhafter Ruf ob der atemberaubenden Landschaft und des riesigen Potenzials großer Rotweine vorausging. Jetzt in diesem Projekt vereint. Aber im Grunde wurde...