Wo die »Weine der Kaiser« einst ihren Ursprung fanden, definieren heute charakterstarke, autochthone Rebsorten eine der aufregendsten Wein-Renaissenzen des Landes.
Das Herz Kampaniens schlägt im Rhythmus seiner Vulkane. Die Asche- und Lavaböden rund um den Vesuv sowie in den Provinzen Avellino und Benevento bilden ein einzigartiges Terroir, das Weine von fast dramatischer Mineralität hervorbringt. Hier, wo Pompeji einst unter der Asche verschwand, wurzeln die Reben heute in mineralstoffreichem Schwemmland und dunklem Vulkangestein. Das mediterrane Klima mit seinen heißen Sommern wird in den Höhenlagen von bis zu 700 Metern durch kühle Nächte ausgeglichen – eine perfekte natürliche Klimaanlage, die für aromatische Tiefe und vitale Säure sorgt.
Auf einer Rebfläche von rund 41.000 Hektar hütet Kampanien eine Schatzkammer autochthoner Rebsorten, die bereits in der Antike als »Weine der Kaiser« gerühmt wurden. Die rote Hauptrolle spielt zweifellos die Aglianico. Aus ihr entstehen tiefdunkle, tanninreiche Blockbuster wie der Taurasi, der aufgrund seiner Struktur und Langlebigkeit oft als der »Barolo des Südens« bezeichnet wird. Doch während der Rotwein dominiert, hat sich die Region still und heimlich zu einem Mekka für charaktervolle Weißweine entwickelt. Sorten wie Fiano oder Greco liefern Ergebnisse, die durch ihre rauchige Mineralität, feine Salzigkeit und Noten von Bittermandeln und gelben Früchten weltweit ihre Fans begeistern.
Die Küche der Region ist so lebendig wie ihre Weine. Von den weltberühmten San-MarzanoTomaten am Fuße des Vesuvs bis hin zu fangfrischen Meeresfrüchten der Amalfiküste – in Kampanien ist Genuss eine Lebenseinstellung. Ob ein Glas mineralischer Greco zu neapolitanischen Muschelgerichten oder ein gereifter Taurasi zu herzhaften Fleischspeisen: Die Weinwelt am Spann des italienischen Stiefels knüpft heute wieder selbstbewusst an ihre glanzvollen antiken Erfolge an.


