Albillo Mayor 2022

Dominio de Atauta: Albillo Mayor 2022

Zum Winzer

95–96
100
2
Albillo 100%
5
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2040
Verpackt in: 6er
9
voll & rund
mineralisch
frische Säure
3
Lobenberg: 95–96/100
Penin: 94/100
Tim Atkin: 93/100
Parker: 93/100
6
Spanien, Ribera del Duero
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Albillo Mayor 2022

95–96
/100

Lobenberg: Albillo wird immer mehr zur Wunder-Rebsorte in Ribera del Duero. Aguila und Bendito machen aus ihren uralten Reben Weltklasse, Atauta ist nicht mehr weit weg, aber ist ja auch erst der dritte Jahrgang hier. Auch hier uralte Reben, wurzelecht und 130 Jahre alt, gewachsen auf 900 Höhenmetern in 50 verschiedenen winzigen Plots. Sisiphusarbeit. Terroir Sand und Kalkstein, zum Teil massiver Fels unter 1 Meter Sand-Kies-Auflage. Direktptressung und ein Teil auf Schalen spontan fermentiert im Stahl und Betonamphoren. Ausbau im 600 Liter Tonneau auf der Hefe. Etwas balsamische Noten und spürbares Tannin von den Schalen. Quitte und Zitrus dominieren noch vor weißer Birne und weißem Steinobst den floral, mineralisch salzigen Ausdruck, etwas Holz drückt noch in der Jugend, das geht nach einigen Jahren. Kreide, Kalkstein und Zitrus mit rassiger Frische im Nachhall, ein schon im Ansatz großer Wein mit Unikatcharakter. 95-96/100

Jahrgangsbericht

Da ich als zuständiger Weinscout inzwischen einen Teil meiner Jahreszeit in Spanien verbringe, bin ich über Wetter und Klima vor Ort permanent gut im Bilde. Trockenheit, Hitze, wenige guten Regenfälle vor allem in den ersten 4 Monaten. Weil es im Winter wie auch im März April satt Regen gab, war die Basis für den trockenen Sommer perfekt. Und Wärme gab es auch zum Austrieb und auch zur Blüte, sich wie ein roter Faden bis zur Ernte ziehend. Dazu erstaunlich kühle Nächte im Mai, Juni, Juli und August, aber ein eher warmer trockener Spätsommer und Herbst. Die Story der großen Trockenheit wurde mir von jedem Winzer immer wieder erzählt. Und diese Story ist oft baugleich zu Bordeaux, das ja oft die gleiche Wetter- und Klimageschichte wie alle mittleren und östlichen Nordregionen Spaniens über das Jahr hat. Selbst die atlantischen frühen September-Unwetter und Regenmengen in Bordeaux und der Rioja bleiben seit dem Klimawandel oft aus, fast immer kann jetzt im September und Oktober in Ruhe bis zum optimalen Erntezeitpunkt gewartet werden. Die Ernte wurde nach etwas glücklichem kleinen Regen im Juli und August somit teilweise über 6-8 Wochen gestreckt. Die absolute Besonderheit in 2022 war aber auch in Spanien der kontinuierliche Verlauf der Trockenheit und Hitze und die relativ kühlen Nächte über das sommerliche Weinjahr. Die Reben waren 2022 perfekt assimiliert an das Klima. Trotz der Hitze war nichts gekocht, die Laubarbeit und Bodenbearbeitung der Winzer war dem Klima über die Jahre perfekt angepasst, eine perfekte Anpassung der Reben fand statt, war ganz anders als im von plötzlichen Hitzewellen dominierten Schock-Jahr 2003 mit schlecht präparierten Winzern und Weinbergen. Und auch 2022 gibt es, wider Erwarten von uns Laien, trotz oft hoher Alkoholgradationen eine erstaunliche Frische in den Weinen. Tiefe PH-Werte sind die Regel, die Biodynamiker sprechen von den tiefsten je gemessenen Werten. In Zusammenhang mit oft hohen Tanninlevel, hoher Reife, satter samtig seidiger Frucht, hohem Alkohol und zugleich famoser Säure, sprechen viele Winzer vom besten Jahr ihrer Geschichte (Oxer, Artadi und Cuentavinas), und das von der Rioja bis Ribera, vom Priorat bis Bierzo. ALLE Regler nach rechts! Und es gibt 2022 eine grandiose Harmonie und Balance und sensationelle Finesse und Feinheit. Wie in Bordeaux. Nach meiner Verkostung kann ich das durchaus in vielen Fällen bestätigen, obwohl es auch 2021 hochinteressante, oft sogar aufregendere und energiegeladenere Weine und oft sogar präzisere Weine gab. Für mich selbst war, von Einzelfällen abgesehen, 2021 und 2022 bei absolut verschiedenem Charakter eher auf gleicher Höhe, manchmal sogar mit leichtem Vorteil bei 2021. Wer z.B. 2022 bei so viel Feinheit zu viel neues Holz einsetzte oder die Weine zu lange im Holz ließ, konnte die Weine mit ihrer samtigen Seidigkeit auch mal zu »nett«, zu holzlastig und auch manchmal etwas belanglos ausfallen lassen. 2021 hatte klar mehr Druck und Wucht, um neues Holz wegzudrücken. Und wie in Bordeaux gilt auch in Spanien: Die besten Terroirs und alten Reben waren 2022 dramatisch im Vorteil und die Biodynamiker hatten »das Jahr der Jahre«.

94
/100

Penin über: Albillo Mayor

-- Penin: Spannungsvoll. Im Glas golden leuchtend. In der Nase Steinobst, Zitrusfrüchte, helle Früchte und weiße Blumen. Mineralisch. Im Mund geschmackvoll, lebhaft und strukturiert. 94/100

93
/100

Tim Atkin über: Albillo Mayor

-- Tim Atkin: This is the third vintage of an Albillo Mayor from Jaime Suárez, who uses grapes from across the Atauta Valley. Made with three different components using stainless steel, amphoras, larger oak barrels and time on lees, it's a complex, structured expression of Ribera del Duero's signature white variety, with some tannic grip, quince, sourdough bread and citrus flavours and a toasty undertone. 93/100

Parker zu 2021 über: Albillo Mayor

-- Parker zu 2021: The second vintage of their white, the 2021 Albillo Mayor Cepas Prefiloxéricas was produced with grapes from scattered vines in the old vineyards used mainly in the red Parada de Atauta, but since 2020 they selected the grapes from the best terroirs, Llanos del Almendro, Valdegatiles and La Mala, a total of 3,762 plants from 55 micro-plots at 938 meters above sea level that average 138 years of age. This second time, they did one last trie (they discarded the riper one), and they didn't use any new oak and added a 600-liter tinaja to have part of the wine unoaked and the rest in used 600-liter barrels. The wine is light to medium-bodied with 12.5% alcohol, a pH of 3.21 and 6.76 grams of acidity (tartaric). It has a very balsamic nose redolent of bay leaf and unnoticeable oak, a vibrant palate with freshness and very good acidity and a long, dry, precise finish. It keeps the poise in a slightly warmer year. It should develop nicely in bottle. 2,724 numbered bottles were filled in May 2022. 93/100

Weingut über: Albillo Mayor

-- Weingut: Soil compostitions are varied, calcareous sands with pebbles, sand or clayey loam, all of them on a calcareous bedrock of ditterent denths trom 0,7 to 2m. The vines are growing 940 meters over sea level with an average age of 135 years. Extreme continenta climate with Mediterranean characteristics, notes of its long and cold winters and short and hot summers. Ageing for 6 months on lees in 600 ltr used barrels. Fermented in small stainless-steel tanks with different vinification strategies such as direct pressing. Skin maceration or 'orange' type, folowed by aging on lees in 600 ltr barrels. The final blending combines the best of each of the winemaking processes in a better and more complex blend than any of the winemaking processes alone. Floral, with touches of pear and stone fruits on a very mineral and balmy background. Hints of white chalk on a background of lemon thyme and hints of anise. Intense on the mouth, on a great acidity which is very concealed, thanks to the work done with the lees to obtain a great creamy and round mouth-feel, where the barrel is barely noticeable to leave prominence to the fruit and enhancing the mineralty of the limestone rock backoround of the Atauta Valley.

Mein Winzer

Dominio de Atauta

Dominio Atauta ist nicht einfach nur eine Bodega, sondern eigentlich eine Art Gralshüter. Denn was hier in den Weinbergen steht, ist quasi lebendige Historie.

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