Mercurey Premier Cru Blanc Clos des Combins 2021

Domaine Menand: Mercurey Premier Cru Blanc Clos des Combins 2021

BIO

Zum Winzer

94–95
100
2
Chardonnay 100%
5
weiß, trocken
13,5% Vol.
Trinkreife: 2024–2036
Verpackt in: 6er
9
mineralisch
voll & rund
3
Lobenberg: 94–95/100
Suckling zu 2020: 93/100
6
Frankreich, Burgund, Cote Chalonnaise
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Mercurey Premier Cru Blanc Clos des Combins 2021

94–95
/100

Lobenberg: Durch eine Empfehlung vom großen Meister aus Mercurey, Bruno Lorenzon, wurden wir auf die Domaine Menand aufmerksam. Diese winzige Domaine von knapp 6 Hektar ist ein absolut grandioser Geheimtipp. Der zurückhaltende Philippe Menand gab mir ohne Kommentar eine Flasche seines Hausberges Clos de Combins mit als ich bei Lorenzon war. Er wusste, dass der Wein für sich spricht – und das tat er! Wir waren wirklich geflasht von der hohen Intensität und tollen Struktur dieses 1er Crus. Alle Weinberge sind biozertifiziert bewirtschaftet. Philippe Menand ist Landwirt mit Leib und Seele, er steht ebenso oft in den Reben wie Lorenzon und das merkt man den Weinen an. Vielleicht fehlt ihm die letzte Präzision im Ausbau, die Lorenzons Weine so unfassbar präzise macht, sind sie etwas klassischer, ländlicher, man kann wohl sagen typischer für Mercurey als die abgehobenen Lorenzons. Der Clos du Combins liegt in einer Kuhle, ist etwas wärmer als die Hanglagen. Im Clos de Menand, der direkt angrenzenden Monopol-Lage der Domaine, wächst nicht nur Pinot Noir, sondern auch Chardonnay. Nicht ungewöhnlich in Mercurey. Der Boden ist tiefgründig und lehmig, viel Power ausstrahlend. Ausbau im Fass, rund 15 Prozent neues Holz. Die tolle Konzentration, unterschwellige Power und hohe Spannung, dass man die Augen zusammenkneift, ist allerdings schon weit über dem Standard dieser tollen Appellation. Das Holz ist sehr gut eingebunden, grüne Birne, Quitte, weiße Blüten, Akazien. Sehr geradeaus im Mund, zitrisch, limettig. Diese kleine Familiendomaine ist eine grandiose Entdeckung mit ihren glasklaren und dabei sehr preiswerten Weinen! 94-95/100

Jahrgangsbericht

Was für ein unglaubliches Jahr! Auch im Burgund sind wir klimatisch wie charakterlich back to the roots der 80er bis 90er Jahre. Nach einer Serie von heißen bis extrem heißen Jahren seit 2015 eine wirklich willkommene Abwechslung. Die Weine sind berauschend frisch, saftig, straff und explosiv, kristallklar in ihrer Anmutung und Transparenz für die Terroirs. Gerade Letzteres ist ein Profil, das in manchem heißen Vorjahr nicht immer gegeben war. Ein Jahr für echte Burgund Afficionados, für Liebhaber der großen Klassik und der schlanken Finesse. Auf einen recht »normalen« Winter bezüglich Regen und Temperatur folgte ein ungewöhnlich rascher und warmer Frühling mit annähernd 30 Grad gegen Ende März. Der Austrieb erfolgte daher 10 Tage früher als erwartet, also Anfang statt Mitte April. da nahm das Drama seinen Lauf… denn eine Serie von brutalen Frostnächten vom fünften bis zum siebten April verwüstete Weite Teile des Mâconnais, der Côte Chalonnaise und an der Côte d’Or vor allem die Côte de Beaune, denn Chardonnay treibt früher aus als Pinot Noir. Aber selbst nördlichen Bereiche der Côte de Nuits wurden teils noch getroffen, wenn auch deutlich weniger. Nicht nur im Burgund, sondern in ganz Frankreich und Europa eine der kleinsten Weinernten seit Jahrzehnten – puh! Ein maßgeblicher Grund für die weiterhin galoppierende Preisentwicklung der Region. Es gibt einfach zu wenig Wein für die Welt. Der Sommer war eher kühl und sehr regenreich, mit 300mm doppelt so hoch wie normal. Die Trauben wuchsen und reiften entsprechend langsam und spät heran. Erst Mitte August kam die Wende mit beständig sonnig-warmem, trockenem Wetter. Die Lese begann dennoch viel später als in allen Vorjahren, meist erst ab der zweiten, dritten Septemberwoche im Süden des Mâconnais und der Côte Chalonnaise. Gegen die dritte, vierte Septemberwoche waren dann auch die kühleren Gemeinden wie Gevrey und Marsannay dran. Das unbeständige Wetter und einige Herbststürme entlang der Côtes hat die Erträge noch weiter dezimiert, sodass viele nur um die 15 bis 30 Hektoliter geerntet haben in Weiß und Rot. Die Lese zog sich in manchen Gemeinden bis Ende Oktober hin, das gab es kaum in den letzten 20 Jahren. Der Pflanzenschutz war eine Sisyphusarbeit, gerade die Biowinzer mussten quasi durchgehend rennen und auf ihre Sommerurlaube verzichten. Ein Nonstop-Job. Wer sauber gearbeitet hat und ein erfahrenes Leseteam einsetzt, konnte aber brillante, glockenklare Weine ernten. Nehmen wir mal Nicolas Potels Domaine de Bellene als Beispiel: Alkoholgrade im Schnitt um 13 Prozent, keinerlei Anreicherung nötig, keine Entsäuerung. Geht es noch besser?! Lange hatte ich nicht mehr so feine, verspielte, tänzerisch-leichte Pinot Noirs mit strahlend süßsäuerlicher Rotfruchtigkeit auf der Zunge! Weniger würzig-schwarzfruchtig-drückend als die Vorjahre. Einfach traumhaft schön zu trinken, zugänglich, geschliffen, die Tannine kaum spürbar. Die Chardonnays sind wieder etwas zitrischer, auch intensiv kräuterig-minzig und haben diesen spannungsreichen grünlichen Touch in der Frucht, den wir alle so lieben. Hohe Säuren, die aber gut von den hohen Extrakten aus den niedrigen Erträgen gepuffert werden. Eigentlich ist 2021 der Inbegriff dessen, worauf viele Winzer heute hinarbeiten, feine Strukturen, die sich trinkig und geschmeidig anfühlen, infusioniert eher denn extrahiert. Entsprechend waren fast alle absolut begeistert vom Profil der Weine 2021. Einige äußerten aber auch bedenken, ob die überwiegend angelsächsischen Journalisten den Jahrgang ebenso schätzen würden, denn er ist eben sehr oldschool und aromatisch und strukturell weit von den mediterranen Blockbustern von 2018 bis 2020 entfernt. Für mich persönlich ist 2021 Burgund ein wunderbares Highlight, von dem ich mir selbst mehr als von den Vorjahren in den Keller legen werde, weil es die pure Finesse ist. Wer erst in den letzten fünf Jahren mit dem Burgund angefangen hat, der wird den Sprung zu den 2021ern deutlich merken. Genießer, die sich schon 20 Jahre und mehr durch die Region trinken, werden sich in wohlig und genussreich an die Weine von Vorgestern erinnert fühlen, aber mit der geschliffenen Perfektion der Moderne. Für mich, ein wunderschöner Jahrgang.

93
/100

Suckling zu 2020 über: Mercurey Premier Cru Blanc Clos des Combins

-- Suckling zu 2020: The explosive nose of flint and citrus pulls you into this concentrated, well-structured and expressive Mercurey 1er Cru that tastes like it’s just beginning a long life. So much drive at the bold, intensely mineral and Amalfi-lemon finish! From organically grown grapes. Drink or hold. 93/100

Mein Winzer

Domaine Menand

Die winzige Bio-Domaine ist ein grandioser Geheimtipp in Mercurey. Philippe Menand ist Landwirt durch und durch – und das schmeckt man! Nur durch den Hinweis von Mercurey-Meister Bruno Lorenzon sind wir auf diese kleine Domaine aufmerksam geworden. Er lud Philippe Menand zu einem unserer Tastings...

Mercurey Premier Cru Blanc Clos des Combins 2021