von Winning: Riesling Ungeheuer Großes Gewächs 2024

von Winning: Riesling Ungeheuer Großes Gewächs 2024

VDP

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2030–2054
voll & rund
exotisch & aromatisch
mineralisch
Lobenberg: 97+/100
Galloni: 92–94/100
Deutschland, Pfalz
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Ungeheuer Großes Gewächs 2024

97+
/100

Das Ungeheuer ist so geballt und engmaschig in der feinrauchigen, feuersteinigen Dichte in der Nase, die Lage hat eben ähnlich wie Pechstein vulkanische Böden mit viel Basalt. Aber nicht ganz so extrem in der Bodenausrichtung wie das Pechstein GG. Deshalb immer etwas moderater in der steinigen Ausprägung. Hier kommt noch ein bisschen Buntsandstein dazu. Das übliche Prozedere: Spontan vergoren, dann im kleinen und großen, zum Teil neuen und Teil gebrauchten Holz ausgebaut. Lange auf der Hefe belassen und erst kurz vor der Füllung von der Hefe gezogen. Das hat schon rauchig-mineralische Power, aber ist irgendwo auch einnehmend. Das zeichnet die GG von Von Winning aus, sie sind häufig auch schon in der Jugend so wunderbar fruchtoffen. Wenn die erste Rauchwolke einmal verflogen ist, haben wir hier auch wieder diese ganz typische Exotik. Gegrillte Ananas, ein Hauch Kokos, Papaya und Bananenblatt. Nicht nur saftig und schmelzig, sondern auch kühl und steinig. Umrahmt von einem feinen Holztouch. Das ist schon sehr einzigartig, Riesling in einer ganz anderen Ausprägung aber dennoch ist das ganz klar ein Ungeheuer. Hier steht Terroir fast über Rebsorte. Im Mund einnehmend, schmelzig mit ungemein satter, saftiger Frucht. Forst ist aber auch einfach DAS Rieslings-Mekka auf dem deutschen Wein-Planeten. Keine Gemeinde in Deutschland hat so viele Hammerweine wie Forst. Früher waren es nur Pechstein, Kirchenstück, manchmal Jesuitengarten. Nun ist beständig das Ungeheuer auch dabei. Und das Freundstück ist nicht minder sensationell. Es ist durch die Bank so, dass Forst einfach liefert, es ist fast immer gut. Absolut Stark!

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

92–94
/100

Galloni über: Riesling Ungeheuer Großes Gewächs

The 2024 Riesling Forster Ungeheuer Grosses Gewächs was made in tonneaux and barrique. Smokiness dominates the nose, almost with a smoldering quality. The palate, however, has a vivid citric vein that shines with brightness and ripe lemon zest. (Bone-dry)

Mein Winzer

von Winning

Unter der Federführung von Stephan Attmann ist von Winning in den letzten Jahren im Eiltempo an der Spitze angekommen! Von Winning ist dabei keine Neugründung, sondern der Rückbezug auf eine glorreiche Vergangenheit, entstanden aus der Masse des Weinguts Dr. Deinhard.

Riesling Ungeheuer Großes Gewächs 2024