von Winning: Riesling Jesuitengarten Großes Gewächs 2024

von Winning: Riesling Jesuitengarten Großes Gewächs 2024

VDP

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
13,0% Vol.
Trinkreife: 2030–2055
mineralisch
exotisch & aromatisch
Lobenberg: 97–98/100
Suckling: 95/100
Weinwisser: 93–95/100
Galloni: 92–94/100
Deutschland, Pfalz
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Jesuitengarten Großes Gewächs 2024

97–98
/100

Der Jesuitengarten überrascht mich immer wieder aufs neue mit seiner enormen Feinheit, Klarheit und Eleganz. Kristalline, gelbe Frucht mit unendlichem Feinschliff, das Holz ist perfekt hineingewoben. Fast abgehobene Erhabenheit mit nur ganz dezentem Rauchschleier, Aprikose darunter, feine Kräuternuancen. Auch nussige Komponenten von grüner Mandel. Totale Balance und auch Ruhe ausstrahlend. Die Nase hat so ein verführerisches, mineralisches Spiel, aber leiser und hintersinniger, mehr in einer Art Quartz- oder Kieselsteinausprägung. Klar wie ein Gebirgsbach. Ich mag dieses ultraschicke, diese Gentleman-like zurückgenommene Eleganz des Jesuitengarten. Kein Schreihals, sondern elegant ganz oben mitspielend, ohne große Glocke. Er kann nie ganz mit dem Pechstein mit, der immer mehr beeindruckt, der macht einfach mehr Musik. Aber Jesuitengarten ist so animierend und ziseliert mit seiner fast kreidigen Mineralität. Wie immer extrem gut. Der Understatement-Riesling von Winning, es ist am Ende eben wieder die große Eleganz aus Forst. 97-98/100

Jahrgangsbericht

»Here comes the rain again…« – das Weinjahr 2024 war rasant und aufwühlend. Eine deutlich kühlere Vegetationsperiode mit wechselnden Regen- und Trockenphasen forderte die Winzer heraus. Der frühe Austrieb im April wurde von heftigen Spätfrösten abgelöst, die Ahr, Nahe, Nordbaden, Saar und Ruwer besonders hart trafen und zu teils dramatischen Ernteausfällen führten. Viel Manpower, bedingungsloser Einsatz und sorgfältige Selektion waren entscheidend. Die besten 2024er Weine zeigen eine bemerkenswerte Finesse mit überraschend viel Stoffigkeit und schlanker Kraft. Der kühlere Ausdruck erinnert an die präzisen Klassiker 2016, 2008, 2004 und 2002. Sie sind extrem klar gezeichnet und definiert und besitzen häufig mindestens ein Volumenprozent weniger Alkohol als die Vorjahre. Umso überraschender ist die Substanz und innere Dichte, die durch ausgiebige Sommerniederschläge und eine langsame Reifung bis in die kühlen Nächte der späten Lese ermöglicht wurde. Die Trauben erreichten enorm hohe Extraktwerte, die mit 2023 konkurrieren. »Die schönsten Aromen gedeihen im Schatten.« wie Florian Lauer immer sagt. Die Säuren sind »nordisch-straff« und vibrierend, aber reifer und weniger einschneidend als im “krachenden” 2021. Die Weine bieten eine genussvolle Cremigkeit, ohne ihr elektrisierendes Rückgrat zu verlieren. Der 2024er ist ein harmonischerer und feinerer Jahrgang als ebenfalls kühlere 2021, zudem ist es aromatisch in einem klassischeren und schlankeren Profil angesiedelt als die »Vollgas-2023er«. Bei vielen Weinen wurde ein Level erreicht, das mit dem Benchmark-Jahrgang 2023 mithalten kann, auch wenn die Mengen besonders bei den Großen Gewächsen teils sehr gering sind. Es gibt so viele wunderschöne, filigrane, saftig-dichte und auch richtig lecker-delikate Weine in diesem Jahr. Und das kann in dieser Leichtigkeit und finessenreichen, athletischen Form heute eben fast nur noch in Deutschland so geerntet werden. Franken glänzt mit exzellenten Silvanern mit kühlem Saft und eleganter Stoffigkeit. An Mosel-Saar-Ruwer wurde im restsüßen Bereich von Kabinett bis Auslese absolute Weltklasse geerntet, trotz mancherorts verheerender Frostschäden. Die Nahe glänzt 2024 nicht nur mit Riesling in ultrafokussierter Manier, sondern auch mit Burgundern dieses Jahr – genau wie die Südpfalz! Der wärmeren Mittelhaardt steht ein kühleres Jahr immer mehr als gut. Von Christmann über Bürklin bis Winning ist das der Stoff aus dem Riesling-Träume sind. In Rheinhessen hat wohl der Rote Hang sein Jahr der Jahre, so viele Mega-GGs nach den schwierigen Trockenjahren dort ein Segen… wow!

95
/100

Suckling über: Riesling Jesuitengarten Großes Gewächs

Rich and succulent with good textural complexity, this is a serious expression of the great Jesuitengarten site. There’s quite a compact core on the medium-bodied palate, but the wine’s generous tangerine and apricot fruit deftly balances this, so the overall impression is of great harmony. Drink from release.,

93–95
/100

Weinwisser über: Riesling Jesuitengarten Großes Gewächs

Verhalten, unfertig, leicht cremig, Hauch Milchkaffee. Sehr saftig, würzig, eigenständig, Grip, Tabak.

92–94
/100

Galloni über: Riesling Jesuitengarten Großes Gewächs

The 2024 Riesling Forster Jesuitengarten Grosses Gewächs was fermented in both tonneaux and barrique. This has a vivid, Mirabelle plum-tinged juiciness, with an edge of melon clothed in smokiness. The palate unites stone fruit and oak, finishing with the lovely zestiness of lemon. Give this time. (Bone-dry)

Mein Winzer

von Winning

Unter der Federführung von Stephan Attmann ist von Winning in den letzten Jahren im Eiltempo an der Spitze angekommen! Von Winning ist dabei keine Neugründung, sondern der Rückbezug auf eine glorreiche Vergangenheit, entstanden aus der Masse des Weinguts Dr. Deinhard.

Riesling Jesuitengarten Großes Gewächs 2024