Die beste Lage Viettis, wird nur in ganz großen Jahren separat vinifiziert, der einzige Barolo, der vor dem mehrjährigen Ausbau im großen 2,5 hl Holzfass auch eine etwas längere Zeit im kleinen Holz verbracht hat. Der Villero macht nach dem Ausbau noch 2 weitere Jahre Flaschenreife durch, bis er auf den Markt kommt, also immer 2-3 Jahre nach den anderen Weinen des Jahres. Villero ist vielleicht die beste Lage Castigliones in Sachen Komplexität, bei Kraft siegt für gewöhnlich Rocche. Ansonsten wird diese vor dem Weingut Vietti steil abfallende Lage in Castiglione in den Barolo Classico geblendet. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange. Wow, was für eine großartige Nase! Sie ist der Inbegriff eines der absolut traumhaftesten und schönsten Baroli, die es überhaupt gibt. Intensive ätherische Kräuter werden von ebenso schwebenden Aromen wie Anis, Minze und verführerisch duftendem braunen und blondem Tabak sowie einem Hauch Vanille abgerundet. Alle Aromen sind in einer sagenhaften Feinheit und Duftigkeit verwoben. Rote Kirschen und verführerische Walderdbeeren kommen in gnadenloser Perfektion zu dieser ätherischen Vielschichtigkeit und der immer intensiver werdenden Kalkstein-Note hinzu – schon allein die Nase dieses Barolo Villero ist eine gnadenlose Orgie des Genusses, ein Verführer, ein Elixier mit einem Hauch zart schwebender, elegant Orangenzeste. Absoluter Wahnsinn! Im Mund gleitet er geradlinig, salzig, voller Spannung über die Zunge. Elegante rote Johannisbeeren und rote Kirsche, sogar etwas Hagebutte, die im Nachhall unglaublich saftig weiter klingen. Die vielen Tannine sind reif, geschliffen und in die wollüstige Frucht wunderbar integriert. Zarte Schokolade, ein Hauch Nougat als Leckerli im Nachhall. Alle Sinne berührend. Ich mag diese Vielschichtigkeit, diese Weine zum Träumen, diese langsamen Weine, die man entdecken und entblättern muss. Phänomenal – ein über-großer Wein!